(Via
turi2) Eine Gruppe von fünf Bundesländern, teils CDU-, teils SPD-geführt, denkt darüber nach, die Beauftragung der
öffentlich-rechtlichen Sender neu zu formulieren,
berichtet Volker Nünning bei der
Medienkorrespondenz. Dabei scheint es darum zu gehen, den Sendern entgegenzukommen -
ARD und
ZDF wollen bekanntlich
nicht mehr sparen, und auch ihre
Programme nicht einschränken. Die Sender sollen nach dem Reformvorschlag mehr Freiheit bgekommen, auch
ins Internet zu expandieren (indem man ihnen erlaubt, die Gelder freier auszugeben), und "ein den Sendern zugewiesenes Finanzbudget könnte außerdem
indexiert werden, also beispielsweise in Höhe der jährlichen
Inflationsrate ansteigen, sofern die KEF einen solchen Teuerungsausgleich für gerechtfertigt hielte. Gäbe es dafür grünes Licht, würde bei einer solchen Variante in der Folge der Rundfunkbeitrag entsprechend angehoben."
Ein Bündnis von GOs, Bibliotheken und Medien (darunter der
Perlentaucher) wendet sich in einem offenen Brief gegen
EU-Leistungsschutzrechte für Presseverlage,
berichtet Thomas Rudl in
Netzpolitik. Zwei der Argumente:
"- Sie verlagern übliche Kommunikationsformen, die für ein funktionierendes Internet grundlegend sind, wie
Verlinken und Teilen, in einen rechtlichen Graubereich.
- Sie führen
nicht zu neuen Einnahmequellen für Verlage oder Nachrichtenagenturen und schon gar nicht für Journalisten."
Rudl erläutert den Vorschlag des EU-Parlamentsabgeordneten
Axel Voss (CDU): "Selbst das einfache
Setzen eines Hyperlinks könnte künftig nicht mehr ohne Weiteres möglich sein, denn URLs enthalten oft Informationen wie den Titel des Artikels. Und da der Gesetzentwurf selbst
sehr kleine Ausschnitte kreativer Leistungen schützen soll und das gleich rückwirkend für zwanzig Jahre, könnte das Vorhaben weitreichende Konsequenzen haben - beispielsweise für Blogs, die nicht mehr rechtssicher auf andere Seiten verlinken oder Zitate aus anderen Quellen verwenden könnten."
Die EU will
keine Gesetze gegen Fake News erlassen,
berichtet Thomas Kirchner auf
süddeutsche.de, sondern die Nutzer lieber mit "weichen" Maßnahmen widerstandsfähiger gegen Lügen machen. Das mag auch an zwei neuen Studien liegen: "'Falschnachrichten haben eine
geringere Verbreitung als allgemein angenommen', heißt es in einer Studie der Uni Oxford, die auf Analysen französischer und italienischer Online-Inhalte basiert. Zum selben Schluss kommt ein Forschungsbericht der London School of Economics. Demnach werden Nutzer sozialer Medien in erstaunlich hohem Maße mit
abweichenden politischen Meinungen konfrontiert - die empirische Forschung scheint also die These von der schädlichen Filterbubble nicht zu stützen."