Seit August dürfen in
China keine "negativen Prognose zur chinesischen Wirtschaft" mehr verbreitet werden. Das ist ein Drama zum Beispiel für die Menschen, die sich eine Wohnung kaufen wollen, jedoch über den maroden Zustand des mit 300 Milliarden US-Dollar verschuldeten, zweitgrößten Immobilienentwicklers Chinas,
Evergrande, nichts erfahren und so völlig überteuerte Preise bezahlen,
schreibt Franka Lu auf
Zeit online. "Anfang Oktober hat die Partei einen
Gesetzesentwurf vorgestellt, dem zufolge
privatwirtschaftliche Beteiligungen an Medienhäusern in China künftig untersagt werden sollen; das bedeutet faktisch, dass alle Nachrichtenmedien, die nicht von der Partei finanziert sind, verboten werden sollen. Auch welche ausländischen Nachrichtenquellen wie von chinesischen zitiert werden dürfen, soll neu geregelt werden, so lautet ein zuletzt vorgestellter Plan der Regierung. Das alles hätte noch
sehr viel stärkere negative Auswirkungen auf die Presse- und Meinungsfreiheit in China als die bisherige staatliche Gängelung, auch wenn die Öffentlichkeit die ganze Tragweite der geplanten Maßnahmen offenbar bislang noch gar nicht erfasst hat."
Die Journalistin und Ärztin
Nemi El-Hassan sollte die
WDR-Sendung "Quarks" moderieren, das Engagement wurde nach
Bild-Veröffentlichungen zunächst ausgesetzt. Nicht, dass sie als Jugendliche antisemitisch agierte und solche Positionen noch vor kurzem unterstützte, indem sie Herzchen unter Twitter-Posts anklickte, ist das Problem, sondern dass die
Bild-Zeitung eine rassistische Kampagne gegen sie führte,
schreibt El-Hassan nun in einem Gastbeitrag für die
Berliner Zeitung. Die Kampagne sei zunächst von
Rechtsextremen gegen sie lanciert worden, die
Bild-Zeitung habe sie dann aufgegriffen. Sie aber stehe zu ihrer Herkunft und Position: "Ich bin und bleibe Palästinenserin, ob das der deutschen Öffentlichkeit nun genehm ist oder nicht. Und ich verwehre mich dagegen, diesen Teil meiner Identität zu verleugnen. Die letzten Wochen zeigten, dass ich
im Land der Täter qua Geburt zur Antisemitin erklärt werden sollte. Wie kommt man dazu? Welche psychologischen Prozesse arbeiten im kollektiven Gedächtnis der Deutschen, die ermöglichen, die
eigene Geschichte derart umzudeuten, dass Antisemitismus immer nur bei 'den anderen' - beziehungsweise den zu 'den anderen' gemachten - verortet wird?"
Der
WDR hat sich nach ihrem Artikel
endgültig entschlossen, sie nicht zu engagieren,
meldet Zeit online in dieser Staatsaffäre (mehr zu den Gründen
hier).
Twitter wimmelt von Kommentaren zur Angelegenheit. Die Dirk-Moses-Fraktion lobt die Tiefgründigkeit ihres Beitrags: "Wer gemeint hat, @dirkmoses habe in der #CatechismDebate übertrieben, lese diesen Text",
ruft etwa
Philip Sarasin. Der kritische Muslim
Murat Kayman arbeitet sich in einem langen Thread an El-Hassan ab. "Sie sagt zusammengefasst: Alles nur antimuslimische Hetze,
alle Kritiker Rassisten! Ich habe aktuell nichts falsch gemacht! Einige meiner besten Unterstützer sind Juden!"