Yannick Haenel
berichtet bei
Charlie Hebdo vom 24. Tag des Prozesses um die Morde vom Januar 2015. Am Samstag hat
Farid Benyettou ausgesagt, der Mentor der Brüder Kouachi, die das Massaker in den Räumen der Zeitung begingen. Vor Gericht gab sich der charismatische Prediger reuig und sagte, er wolle den Dschihad nur noch im Nahen Osten, aber nicht mehr in Frankreich. Für Haenel ist das "
Taqiya": "Diese strategische Kunst des Leugnens ist das
Herz des radikalen Islam und eine Weise, den Krieg andauern zu lassen. In gewissem Sinn basiert der weltweite Dschihad darauf. Man weiß, was für ein ausgefuchster Theologe Benyettou ist, er weiß alles über Taqiya. Es war eveident für seine Zuhörer, dass er sie bei seiner Aussage am Samstag praktizierte. Richard Malka, der Anwalt von Charlie Hebdo, hat sogar die Frage gestellt: 'Wie soll man
falsche Reue erkennen, wenn der Bereuende Taqiya praktiziert?' Die Frage ist so zutreffend, dass sie absurd wird, denn um sie zu beantworten, müsste sich die
Verhüllung selbst enthüllen, was nicht geht."
Christian Humborg
erzählt bei
Netzpolitik, warum er in
Münster ein lokaljournalistisches Internetmedium namens
Rums gründet, das auf Abobasis funktionieren soll. Im Moment ist die vierte Gewalt in Westfalen etwas wacklig aufgestellt: "Seit sechs Jahren gibt es dort
nur noch ein Verlagshaus, das Tageszeitungen herausgibt: den eigenen Titel
Westfälische Nachrichten und die 2014 aufgekaufte und inzwischen als
sogenannte Zombiezeitung betriebene
Münstersche Zeitung, deren Redakteur:innen und Inhalte nahezu identisch sind. Das Monatsabo kann innerhalb eines ähnlichen Webseitendesigns einmal in rot für 41,90 Euro und einmal in blau für 40,90 Euro im Monat gebucht werden. Der Chef des Verlags ist auch Präsident der
IHK Münster und Vorstandsvorsitzender des Vereins der Kaufmannschaft in Münster. Kein Wunder, dass sich auch
viele Entscheidungsträger:innen in der Stadt Vielfalt und Unabhängigkeit im Journalismus wünschen."
Friedrich Schmidt, Moskau-Korrespondent der
FAZ, porträtiert die Journalistin
Irina Slawina, die sich in Nischni Nowgorod
selbst angezündet hat, um gegen die Schikanen der Polizei zu protestieren: "Freunde und Kollegen beschrieben Irina Slawina als engagiert, mitfühlend, furchtlos. Letzteres ist die wohl wichtigste Eigenschaft für unabhängige Journalisten
gerade in der russischen Provinz. Die Lage im Gebiet von Nischni Nowgorod beschrieb Slawina in einem Interview als '
totale Zensur'. Daher habe sie, als sie zum dritten Mal ihre Stelle verloren habe, im Frühjahr 2015 ihr
eigenes Online-Medium gegründet,
KozaPress. Es finanziert sich über Spenden, denn Leute wollen unabhängige Informationen."