9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.11.2020 - Medien

De Bundesregierung will künftig Zeitungen subventionieren. 220 Millionen Euro sind erstmal vorgesehen. Das meiste Geld sollen die großen Zeitungen bekommen. Der Medienwissenschaftler Christopher Buschow verweist im Gespräch mit Anne Fromm auf andere mögliche Modelle, wie man sie etwa aus Skandinavien kennt: "Es ist möglich, Kriterien für die Qualität aufzustellen. Schließlich wollen wir doch nicht die subventionieren, die Papier bedrucken, sondern die, die mit qualitativ hochwertigem Journalismus zum Funktionieren der Demokratie beitragen. Wenn eine Zeitung oft vom Presserat gerügt wird, könnte sich das zum Beispiel negativ auf die Förderung auswirken. Positiv könnte sich auswirken, wie viele Journalistinnen und Journalisten bei einem Verlag angestellt sind. Aber mit dem jetzigen Konzept ist ja nicht einmal versucht worden, eine Diskussion darüber zu führen, welchen Journalismus wir gesellschaftlich für unterstützenswert halten."

Ebenfalls in der taz gratuliert Fromm der MDR-Medienkolumne "Altpapier" zum Zwanzigsten.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.10.2020 - Medien

Voilà: die deutsche Presse wird subventioniert werden. Wieder wird auf die großen Haufen geschissen, so wie es laut dem aktuellen Bericht über den "Medienmäzen Google" auch die Google News Initiative hält (unser Resümee). Von Google werden Medien wie die FAZ, die Zeit und der Spiegel unterstützt. Auch der Staat wird künftig 220 Millionen Euro in die Finanzierung von Presse stecken, die Höhe der Subvention "soll an die Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften gekoppelt werden", meldet dpa (hier in der taz). "Rund 59 Prozent der Fördersumme soll auf Abonnementzeitungen entfallen, rund 11 Prozent auf Abonnementzeitschriften und rund 30 Prozent auf Anzeigenblätter mit einem redaktionellen Anteil von mindestens 30 Prozent. Voraussetzung für die Zahlung sei, dass die Verlage Investitionen ins Digitale nachweisen können."

Dramaqueen Glenn Greenwald, der einst half, die Snowden-Enthüllungen ans Licht zu bringen, und dann von dem Ebay-Gründer Pierre Omidyar das investigative Magazin The Intercept geschenkt bekam, verlässt dieses Haus nun nach scharfem Streit mit der Redaktion. Es sei von seinen Kollegen zensiert worden, weil sie einen Joe-Biden-kritischen Artikel nicht hätten veröffentlichen wollen, schreibt er in einem eigenen Blog. Den "zensierten" Artikel publiziert er hier. Es geht um E-Mail-Enthüllungen der New York Post zu Biden und seinem Sohn Hunter. Und hier die knappe Erklärung der Redaktion von The Intercept: "We have the greatest respect for the journalist Glenn Greenwald used to be."

In den letzten Tagen scheinen die Behauptungen über Joe Biden und seinen Sohn Hunter nochmal eine größere Rolle zu spielen. Viel retweetet wird ein Artikel von NBC News über eine "fake intelligence Firm", die diese Behauptungen gestreut habe.

Außerdem: In der SZ treten Joachim Käppner und Ralf Wiegand ihrem ehemaligen Kollegen Hans Leyendecker zur Seite, der vor seiner SZ-Zeit der wichtigste investigative Reporter des Spiegel war und von der dortigen Wahrheitskommission beschuldigt wird, er sei in den Recherchen zu Wolfgang Grams und Bad Kleinen zumindest fahrlässig einer falschen Quelle aufgesessen - Leyendecker hatte in einem spektakulären Spiegel-Titel 1993 behauptet, der RAF-Terrorist Grams sei von der Polizei regelrecht hingerichtet worden.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 29.10.2020 - Medien

Trotz vier Jahren Trump geht es der New York Times, der Washington Post und CNN besser als je zuvor, sagt New-York-Times-Kolumnist Ben Smith im SZ-Gespräch mit Willi Winkler, in dem er sich auch dagegen ausspricht, dass Twitter oder Facebook Inhalte sperren: "Natürlich kann man eindeutige Lügen, offensichtliche Verleumdung und Aufhetzung blockieren. Ich bezweifle aber, dass Twitter und Facebook überhaupt über die Voraussetzungen verfügen, um beurteilen zu können, was eine verlässliche Nachricht ist und was nicht. Dafür braucht es Journalisten, die das gründlich recherchieren. Allerdings gäbe es die Möglichkeit, dass sie, statt bestimmte Websites zu blockieren, etablierte Medien, von deren Verlässlichkeit sie überzeugt sind, auf eine weiße Liste setzen und sie damit nach vorn spielen."

In der FR berichtet Sebastian Borger, wie Boris Johnson die BBC unter Druck setzt: "An der dauerhaften Feindseligkeit des populistischen Premierministers und seiner engsten Crew besteht kein Zweifel. Medienprofessorin Jean Seaton von der Uni Westminster grub kürzlich einen Blog von Johnsons Chefberater Dominic Cummings aus dem Jahre 2004 aus: Schon damals wurde 'die Unterminierung der Glaubwürdigkeit der BBC' als strategisches Ziel ausgegeben. Nach dem klaren Wahlsieg im vergangenen Dezember verfügte Cummings einen Boykott des Senders." Im FR-Interview mit Borger spricht die Medienexpertin Jean Seaton außerdem über Johnsons Umgang mit der BBC.

Ingo Dachwitz und Alexander Fanta haben bei der Otto-Brenner-Stiftung eine Studie zur Medienfinanzierung durch Google vorgelegt ("Medienmäzen Google", unsere Resümees). Bei Netzpolitik erläutern sie die Ergebnisse ihrer Studie. Google hat vor allem Projekte von Medien wie die FAZ, den Spiegel, die Zeit finanziert: "Die typischen Empfänger des Google-Geldes waren also etablierte große Medienunternehmen aus Westeuropa. Auch Regionalverlage und journalistische Neugründungen sind unterrepräsentiert, so dass der DNI-Fonds den Wettbewerbsvorteil etablierter Großverlage weiter gestärkt hat. Die Liste der deutschen Mittelempfänger:innen liest sich wie ein Who's Who der hiesigen Verlagsbranche. 28 Großprojekte mit einem Volumen zwischen 300.000 und einer Millionen Euro hat Google hier gefördert."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 27.10.2020 - Medien

Alexander Fanta und Ingo Dachwitz haben für die Otto-Brenner-Stiftung eine Studie über die Beeinflussung von Medien durch Google veröffentlicht (unser Resümee und Link zur Studie): Google schenkt kooperationswilligen Medien wie der Zeit, dem Spiegel oder der FAZ über Programme wie die "Google News Initiative" oder das eine Milliarde Dollar schwere "Google News Showcase" Hunderte von Millionen Dollars. Einer der Schwerpunkte dieser Charme-Offensive, an die keine inhaltlichen Ansprüche geknüpft sind, ist Deutschland: "Für die Studie führten wir mehr als zwei Dutzend Gespräche mit Digitaljournalist:innen und Top-Manager:innen deutscher Nachrichtenmedien wie Der Spiegel, Zeit Online oder der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Wie heikel die Kooperation ist, zeigt sich daran, das fast alle Gesprächspartner:innen auf Anonymität bestanden. 'Sie achten schon sehr genau darauf, was man über die Kooperation sagt', erklärte ein Geschäftsführer, sobald wir das Mikro abschalteten."

Netzpolitik-Gründer Markus Beckedahl kommentiert: "Die gute Nachricht ist, dass es keine Belege für Interventionen von Google in die direkte Berichterstattung gibt. Allerdings, und hier kommen wir zu der schlechten Nachricht, äußerten mehrere befragte Journalist:innen die Sorge, dass diese Förderungen zu 'Beißhemmungen' und 'Selbstzensur' führen könnten."

Zu den Verlagen die sich nicht von Google sponsorn lassen, gehört sicher Springer, der Hauptlobbyist für das Leistungsschutzrecht. In der Welt berichtet Christian Meier über die Studie. Er sieht sich bestätigt, "dass Google keineswegs als weitgehend uneigennütziger Mäzen des globalen Journalismus agiert, sondern als interessengeleiteter Konzern, der darauf aus ist, wichtige Leitmedien zu vereinnahmen".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.10.2020 - Medien

Die Autoren Ingo Dachwitz und Alexander Fanta haben für die Otto-Brenner-Stiftung eine Studie über den "Medienmäzen Google" erarbeitet (hier kostenlos zu lesen), die belegt, wie großzügig Google prominente Medien, auch in Deutschand, mit Geld versorgt, natürlich ohne jeden Hintergedanken (es wirs interessant sein zu sehen, wie intensiv diese Medien über diese Studie berichten werden): Zu diesen Medien gehört laut  Ulrike Simon bei Horizont "allen voran der Spiegel mit 689.000 Euro allein  für das Projekt 'Read the Game', das nach eigener Beschreibung mit Datenanalyse und Künstlicher Intelligenz Fußballberichterstattung verbessern soll. Hinzu kommen 850.000 Euro für die Entwicklung einer Voice-Infrastruktur, um die Produktion, Publikation und Monetarisierung von Audioinhalten zu erleichtern. Dahinter folgen die Wirtschaftswoche mit 650.000 Euro (allein für die Entwicklung eines Virtual-Reality-Clubs für Abonnenten) sowie ihr ebenfalls bei DvH Medien erscheinender Schwestertitel Tagesspiegel mit 550.000 Euro für seine Stadtteil-Newsletter 'Leute'. Jeweils eine halbe Million Euro erhielten das gemeinnützige Recherchenetzwerk Correctiv, die FAZ sowie die Funke Mediengruppe."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.10.2020 - Medien

Die Medienimperien der Oligarchen kontrollieren in der Ukraine die Fernsehsender und Internetinformationsdienste, kritische Medien leben überwiegend von Zuschüssen westlicher Botschaften, von Stiftungen, von Spenden oder westlich geführten Investmentfonds, berichtet Florian Hassel in der SZ. Und auch der unter Wolodomir Selenskij vorgelegte Entwurf eines Desinformationsgesetzes soll die Pressefreiheit weiter einschränken: "Eine staatlich kontrollierte Journalistenvereinigung (soll) geschaffen werden, die künftig als einzige Presseausweise ausgeben darf. Möglichkeiten zur Sanktionierung widerspenstiger Medien sollen erheblich erweitert werden, durch die von Präsident und Parlament kontrollierte Staatskommission für Fernsehen und Radio und einen neuen 'Informationskommissar' - was Kritikern zufolge Zensur ermögliche."

Nur den Mindestlohn erhalten Zeitungszusteller - und auch der ist Verlagen noch zu hoch. Kein Wunder, dass kaum noch jemand als Zusteller arbeiten will, konstatiert Kai-Hinrich Renner in der Berliner Zeitung. Anfang Juni gab der Bundestag zwar "220 Millionen Euro für Verlage frei, von denen bereits 20 Millionen in den Haushalt des laufenden Jahres eingestellt wurden. Allerdings soll mit dem Geld nun nicht mehr nur die Zeitungszustellung, sondern vor allem die Digitalisierung der Medienhäuser finanziert werden. Das ergibt Sinn: Denn warum sollte der Staat ein Pressevertriebssystem fördern, das ohne Subventionen nicht überlebensfähig ist? Das Problem ist nur, dass kein Zeitungsverlag ein tragfähiges Digitalkonzept hat, das die Verluste im analogen Leser- und Anzeigenmarkt auch nur ansatzweise kompensieren könnte."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.10.2020 - Medien

Es musste gar nicht erst das Internet kommen. Vorher gab es schon Fox News und davor eine ganze Reihe reaktionärere amerikanischer Medien, die den Konsens von wahr und falsch längst auflösten, schreibt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen in der Zeit: "Mit der fortwährenden Rede von einem 'liberal bias' popularisierten die konservativen Kritiker von damals ein wirkmächtiges Narrativ, das es ihnen erlaubte, sich zu Opfern und zu Repräsentanten einer schweigenden Mehrheit zu stilisieren. So konnten sie, egal wie mächtig sie wurden, eine Außenseiterposition behaupten und gegen das 'Establishment' trommeln - und alles, was ihrer Weltsicht widersprach, als verzerrende Darstellung linksliberaler Meinungsmacher abtun. Schon die Herkunft einer Nachricht genügte als vermeintlicher Beleg dafür, dass es sich um eine Desinformation handeln müsse."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.10.2020 - Medien

Hilmar Klute trifft für die SZ den Kolumnisten Jan Fleischhauer, der sich beim Boeuf Tartare im Café des Münchner Literaturhauses als "einen der letzten Mainstream-Journalisten" darstellt. Klutes Porträt ist nicht ohne Sympathie geschrieben, aber er beschreibt auch treffend den Zustand der Öffentlichkeit, wo die Protagonisten ihre Haltung wie eine streng durchgestylte Marke vor sich hertragen: "Der eine ist linksliberal, der andere reaktionär, die journalistische Familienaufstellung ist eine schon schwer abgepellte Dramaturgie im Gewerbe, und wie oft denkt man, dass auch Anne Will selbst doch grad irre gelangweilt den Handpuppen in ihrer Sendung lauscht?"

In der NZZ vergleicht Felix Graf, CEO der NZZ-Mediengruppe und Physiker, Auseinandersetzungen in der theoretischen Physik mit jenen im Journalismus, konstatiert allseits "ein Aussterben des Ideen-Wettbewerbs nicht nur in der Forschung, sondern auch überall, wo es um Lösungsvorschläge für die vielfältigen Herausforderungen unserer Zeit geht", und behauptet, die NZZ sei das Medium , das "Querdenker" zulasse. Der Text flankiert die neueste Werbekampagne der NZZ, die mit dem recht einfachen Slogan "Journalismus." auch auf den deutschen Markt zielt (mehr hier).

Die Berliner Zeitung engagiert offenbar den Condé-Nast-Manager Bernd Runge als CEO oder anderweitigen Spitzenmanager, meldet Matthias Oden in Meedia (allerdings noch nicht betonfest, Meedia nennt es ein Gerücht). "Pikant an der Sache ist, dass der Berliner Verlag mit Runge zwar einen ausgewiesenen Medienfachmann bekäme - aber auch einen mit Stasivergangenheit. Nachdem bereits Verleger Friedrich mit einem verheimlichten Stasi-Kapitel in seiner Biografie für eine schwere Belastung sorgte, wäre Runge in dieser Hinsicht eine weitere Hypothek."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 09.10.2020 - Medien

Die Corona-Pandemie hat der Medien- und insbesondere der Printbranche schwer geschadet, konstatiert Kai-Hinrich Renner in der Berliner Zeitung - aber die SZ begründet ihren "Kahlschlag" nicht mit Corona: "Mitte September wurde bekannt, dass dort bis zu 55 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Das sind rund zehn Prozent der redaktionellen Gesamtbelegschaft. Der Verlag lockt mit Abfindungen in Höhe von bis zu 134.000 Euro. Offenbar wird dieses Angebot gut angenommen. Wie es in Verlagskreisen heißt, sollen vor allem technische Mitarbeiter des SZ-Digitalauftritts von ihm Gebrauch machen, die kein Problem haben dürften, neue, gut dotierte Jobs zu finden. Gespart wird bei dem Blatt wohl noch an anderer Stelle: Nach Angaben aus Verlagskreisen will sich die SZ auch von nicht festangestellten Pauschalisten trennen, die keinen Anspruch auf eine Abfindung haben. Wie groß dieser Personenkreis ist, ist unklar. Der Verlag ließ eine Anfrage zu dem Thema unbeantwortet."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 05.10.2020 - Medien

Yannick Haenel berichtet bei Charlie Hebdo vom 24. Tag des Prozesses um die Morde vom Januar 2015. Am Samstag hat Farid Benyettou ausgesagt, der Mentor der Brüder Kouachi, die das Massaker in den Räumen der Zeitung begingen. Vor Gericht gab sich der charismatische Prediger reuig und sagte, er wolle den Dschihad nur noch im Nahen Osten, aber nicht mehr in Frankreich. Für Haenel ist das "Taqiya": "Diese strategische Kunst des Leugnens ist das Herz des radikalen Islam und eine Weise, den Krieg andauern zu lassen. In gewissem Sinn basiert der weltweite Dschihad darauf. Man weiß, was für ein ausgefuchster Theologe Benyettou ist, er weiß alles über Taqiya. Es war eveident für seine Zuhörer, dass er sie bei seiner Aussage am Samstag praktizierte. Richard Malka, der Anwalt von Charlie Hebdo, hat sogar die Frage gestellt: 'Wie soll man falsche Reue erkennen, wenn der Bereuende Taqiya praktiziert?' Die Frage ist so zutreffend, dass sie absurd wird, denn um sie zu beantworten, müsste sich die Verhüllung selbst enthüllen, was nicht geht."

Christian Humborg erzählt bei Netzpolitik, warum er in Münster ein lokaljournalistisches Internetmedium namens Rums gründet, das auf Abobasis funktionieren soll. Im Moment ist die vierte Gewalt in Westfalen etwas wacklig aufgestellt: "Seit sechs Jahren gibt es dort nur noch ein Verlagshaus, das Tageszeitungen herausgibt: den eigenen Titel Westfälische Nachrichten und die 2014 aufgekaufte und inzwischen als sogenannte Zombiezeitung betriebene Münstersche Zeitung, deren Redakteur:innen und Inhalte nahezu identisch sind. Das Monatsabo kann innerhalb eines ähnlichen Webseitendesigns einmal in rot für 41,90 Euro und einmal in blau für 40,90 Euro im Monat gebucht werden. Der Chef des Verlags ist auch Präsident der IHK Münster und Vorstandsvorsitzender des Vereins der Kaufmannschaft in Münster. Kein Wunder, dass sich auch viele Entscheidungsträger:innen in der Stadt Vielfalt und Unabhängigkeit im Journalismus wünschen."

Friedrich Schmidt, Moskau-Korrespondent der FAZ, porträtiert die Journalistin Irina Slawina, die sich in Nischni Nowgorod selbst angezündet hat, um gegen die Schikanen der Polizei zu protestieren: "Freunde und Kollegen beschrieben Irina Slawina als engagiert, mitfühlend, furchtlos. Letzteres ist die wohl wichtigste Eigenschaft für unabhängige Journalisten gerade in der russischen Provinz. Die Lage im Gebiet von Nischni Nowgorod beschrieb Slawina in einem Interview als 'totale Zensur'. Daher habe sie, als sie zum dritten Mal ihre Stelle verloren habe, im Frühjahr 2015 ihr eigenes Online-Medium gegründet, KozaPress. Es finanziert sich über Spenden, denn Leute wollen unabhängige Informationen."