De Art und Weise, wie Trump und Musk anfangen, von Behörden wie etwa USAID Besitz zu ergreifen und die Beamten zu feuern,
erinnert an einen Putsch. Verfassungsgemäß ist sie ohnehin nicht, denn hier greift die Regierung in Befugnisse des Kongresses ein, erklärt Victor Loxen in der
FAZ: "Die
völlig neue Drastik der Situation begreift man aber erst, wenn man die Akteure nicht nur in ihren offiziellen Funktionen in den Blick nimmt, sondern auch in ihren persönlichen Verhältnissen. Elon Musk ist einer der
größten Subventionsempfänger und öffentlichen Auftragnehmer der USA. 2023 betrug der Wert seiner Geschäfte mit dem Staat gut drei Milliarden Dollar, wobei deren Großteil in den sensiblen Ressorts der Raumfahrt und Verteidigung getätigt wurde. Viele der von Musk mindestens potentiell unter Kontrolle gebrachten Behörden sind für die Aufsicht
über seine Unternehmen zuständig."
Die
Politikwissenschaftlerin Claudia Major hält es im
Tagesspiegel-Interview für unwahrscheinlich, dass die Amerikaner
die Nato verlassen werden: "Ich sehe dafür bislang keine Anzeichen. Sie können aber das Bündnis sehr schwächen, indem sie einfach keine Weisungen mehr an ihre Botschafter geben, Posten nicht mehr besetzen und bestimmte Fähigkeiten nicht mehr bereitstellen. In der ersten Trump-Amtszeit haben sie das so gemacht. Solange die USA Nato-Mitglied sind, können sie das Bündnis in ihrem Sinne nutzen, und sie können die Abhängigkeit der Europäer nutzen, um diese
zu erpressen und zu steuern. Sie können sagen: Wie, ihr wollt unsere Entscheidung etwa gegen China nicht mittragen? Lass uns doch nochmal über die Verteidigung in Europa reden. Und dann akzeptieren wir wahrscheinlich US-Entscheidungen, weil uns unsere militärische Lebensversicherung in der Nato wichtiger ist." Der einzige Weg, der Abhängigkeit zu entkommen, ist laut Major eine "starke europäische Verteidigung".
Peter Richter nimmt Donald Trumps Ankündigung, den
Gaza-Streifen zu übernehmen, in der
SZ zum Anlass, über den Begriff "
Riviera" nachzudenken, der in ihm "eine heile grünblaue Welt aus herausfordernd gekurvten Küstenstraßen, kleinen Stränden, Casinos,
Tennisplätzen neben Grandhotels" hervorruft: "Man muss Donald Trump lassen, dass er manche Begriffe scheinbar beiläufig, aber mit tödlicher Präzision ins Ziel führt. Das Bild, das er mit seiner 'Riviera of the Middle East' jetzt in den Raum gestellt hat, ruft all das natürlich vollständig auf (...) Er meint es als Versprechen. Anderen ist präzise das Gleiche eine Horrorvorstellung. Bemerkenswert ist, dass der amerikanische Journalist Chris Hedges schon am 1. Februar einen massiv israelkritischen Aufsatz auf seinem Substack-Kanal veröffentlicht hat, der mit einem Bild illustriert war, das im Stil einer
alten Werbung für die Riviera ein Paar mit der Vespa über eine Küstenlandschaft aus Totenschädeln hinwegrollen lässt: 'Explore Gaza'."
Der angehende Gesundheitsminister
Robert F. Kennedy Jr. trinkt ausschließlich
Rohmilch, weil er glaubt, pasteurisierte Milch sei giftig, weiß Jörg Häntzschel in der
SZ. Der Kampf um die Milch ist ein Beispiel dafür, wie sich Elemente einer esoterisch angehauchten, und vormals linken Umweltbewegung, nach rechts verlagern: "Als die Pandemie kam, erlebte man staatliche Gesundheitspolitik plötzlich auf drastische Weise selbst. Vom Impfen war es dann
nicht mehr weit zur Milch. Die Kampagnen der Rechten waren so erfolgreich, dass seit 2020 Iowa, Montana, North Dakota, Alaska, Georgia und Wyoming den
Verkauf von Rohmilch erlaubt oder Verbote gelockert haben, alles Bundesstaaten mit republikanischer Mehrheit. Dass Milch zum Gegenstand eines gesellschaftlichen 'Kriegs' wurde, liegt vermutlich an ihrer Symbolkraft ('War die Milch, die Sie von der Brust Ihrer Mutter getrunken haben, etwa pasteurisiert?', fragen Rohmilch-Gläubige). Aber auch daran, dass die Gesundheitspolitik in den USA seit Langem nicht nur dafür gesorgt hat, dass Milch frei ist von Krankheitserregern, sondern auch dafür, dass die Amerikaner viel mehr Milch konsumieren, als sie eigentlich wollen. Milch ist
amerikanisches Staatsgetränk." Und auch
Gourmets könnten sich freuen: Bisher ist der Import von
Rohmilchkäse aus Frankreich in die USA verboten.