Neulich wertete die Islamwissenschaftlerin und Theologin
Katajun Amirpur einen Brief konservativer Islam-Gelehrter an den Islamischen Staat als Beweis, dass der Islam sich sehr wohl von der Gewalt zu distanzieren wisse. Peter Mathews
wendet sich in einer Erwiderung im
Perlentaucher allerdings gegen ihre rein
theologische Lesart der Sache: "Nichts gegen die Idee, den Koran und die Schriften im Sinn der Menschlichkeit und der Gleichberechtigung zu interpretieren. Anders - mit Ignoranz der Moderne und der
Orientierung auf das Alte (salaf) - würde der Islam auf Dauer zu einer dumpfen Religion von Verlierern werden. Nur kann man den sogenannten fortschrittlichen Muslimen nicht ersparen, dass sie sich an den philosophischen, rechtlichen und politischen
Fortschritten der Menschheit orientieren."
Chris Ip
wundert sich in der
Columbia Journalism Review über das dezidiert progressive Bild, das Medien von dem
neuen Papst zeichnen: "Der Papst ist progressiv, gewiss, aber
in seinem Gebaren, nicht in seiner katholischen Lehre. Er küsst und wäscht die Füße von einem Dutzend Gefängnisinsassen - zwei davon Muslime - er tauscht den Apostolischen Palast gegen eine Zweizimmerwohnung und setzt sich damit gegenüber seinen Vorgänger ab. Die Kirche, so seine Idee, soll
zum Volk gehen, sich nicht in die moralische Festung zurückziehen und warten, dass das Volk kommt. Keine dieser Refomen ist "links" im politischen Sinn und tiefe gesellschaftliche Fragen wie etwa die
Homoehe werden in einer Kirche, die strukturkonservativ ist, schlicht nicht gestellt. Franziskus hat darauf bestanden, dass nur Mann und Frau heiraten können und ist gegen ein Adoptionsrecht schwuler Paare."
In Frankreich hat sich eine Initiative von
Eltern und Angehörigen gebildet, die versuchen, ihre nach
Syrien und Irak abgewanderten Kinder wiederzufinden und zurückzuholen. Geholfen wird ihnen von der Anthropologin
Dounia Bouzar, die eine Hilfsorganisation gegründet hat. Julie Hamaïde
erzählt in
Slate.fr etwa die Geschichte Foads, der seine
rückkehrwillige Schwester nach Frankreich holen wollte. "Foad begibt sich auf die Suche, findet den Emir seiner Schwester und reist alleine zu ihnen. Er wird seine Schwester innerhalb von sieben Tagen nur zweimal sehen und muss ohne Nora heimkehren. "Sie haben mich nicht ermordet, angeblich, weil sie ihren Ruf nicht beschädigen wollten" sagt er mit olympischer Ruhe. "Die
Jungs sind ihnen egal, sie wollen die
Mädchen behalten, um sie zu heiraten.""