Mit dem ihm eigenen Furor
erklärt Hamed Abdel-Samad in der
Welt die Friedfertigkeit der Mehrheit der Muslime zu einer reinen Mär und sieht die
Islamverbände als Teil des Problems, nicht der Lösung: "Genau diese Verbände bieten sich als Partner des Staates für Integration und Kampf gegen die Radikalisierung an. Dabei sind sie die letzten, die daran Interesse haben, dass Muslime sich in die deutsche Gesellschaft integrieren. Denn
sie leben von der Kluft, die zwischen Muslimen und Andersgläubigen bzw. Nichtgläubigen immer größer wird. Genau in dieser Kluft liegt ihre
Existenzberechtigung und ihr Angebot an die Muslime - vom Halal-Fleisch bis hin zum Islamic Banking."
Neulich porträtierte die
SZ einen deutschen Kämpfer der IS-Bande (unser
Resümee), heute ein
ähnliches Porträt eines Franzosen aus Toulouse mit dem Kampfnamen Abu Mariam, in
Slate.fr: "Für ihn ist der syrischer Konflikt kein Krieg, sondern ein Mittel, seinen Glauben und seine
islamische Ergebenheit zu erproben. Der Dschihad ist der äußerste und reinigende Ausdruck des Glaubens, seine Apotheose sind das Martyrium und die himmlische Belohnung. "Ich bin nur ein Glied in der Kette der islamischen Eroberung, erklärt Abu Mariam, "und ich kann es kaum erwarten, um Allahs willen
das Paradies zu erreichen. Wir Muslime sind dem Paradies versprochen, denn wir haben das Wort Allahs gehört. Der Islam ist wirklich eine
außergewöhnliche Religion."
Die
deutschen Kirchen haben zwar immer weniger Mitglieder, aber sie wissen bald nicht mehr,
wohin mit ihrem Geld, berichtet Markus Günther im gestrigen Aufmacher der
Sonntags-FAZ. Grund ist, dass die Kirchensteuer prozentual an Aufkommen der Lohn-, Einkommen- und Kapitalertragsteuern gebunden ist, die im Moment sprudeln. Besonders stark profitiert etwa das Bistum Münster: "In Münster werden vor allem Rückstellungen für die Ruhestandsbezüge der Priester und kirchlichen Mitarbeiter gebildet. In vielen anderen Bistümern wird auch
massiv in Immobilien investiert. Damit Mieteinnahmen eines Tages ausgleichen können, was an Steuereinnahmen fehlen wird." Schön ist, dass das Geld nicht mehr für
überflüssiges Gepränge eingesetzt werden muss: "Die stark steigenden Kirchensteuereinnahmen stehen schon jetzt in einem krassen Missverhältnis zum kirchlichen Leben. Auf katholischer Seite sind praktisch alle Sakramente rückläufig: Eucharistiefeier, Taufe, Firmung, Beichte und Ehe sind immer weniger gefragt."
Weiteres: In der heutigen
FAZ widerspricht
Wolfgang Huber, ehemaliger Ratsvorsitzender der EKD, einem Artikel
Friedrich Wilhelm Grafs (unser
Resümee), der den Ursprung der
religiösen Gewalt in der Religion vermutete.