Umberto Eco vermittelt im Streit um das
intelligente Design, das die USA und nun auch Italien beschäftigt. Schöpfung und Evolution sind miteinander vereinbar, es kann Plan und Zufall gleichzeitig geben, meint Eco und verweist auf die
Kunst der Renaissance. "Denken wir an die edelste Idee, die wir von einem intelligenten Design haben, denken wir an ein Werk der Kunst. Es ist
Michelangelo, der uns in einem seiner berühmten Sonette sagt, dass der Künstler, wenn er vor einem Marmorblock steht, nicht von Anfang an die Statue vor sich sieht, die daraus hervorgehen wird. Vielmehr unternimmt er Versuche, erprobt die
Widerstände im Material, versucht das 'Überflüssige' wegzunehmen, um nach und nach die Staue von dem Material freizulegen, das sie gefangengehalten hat."
Der Economist-Chefredakteur
Bill Emmott liest der italienischen Politik im Nachrichtenteil die Leviten und erklärt Annalisa Piras (parallel zu einer
Artikelserie im eigenen Blatt), warum Italien in Europa am langsamsten wächst, warum es
so wettbewerbsfähig wie Botswana ist und warum die dritthöchste Schuldenquote der Welt bald zum Zusammenbruch führen könnte. Gianluca Di Feo
erfährt aus einem
Interview, das der ehemalige Luftwaffenchef Basilio Cottone einem Online-Forum gegeben hat, dass der
libysche Scud-Angriff auf Lampedusa 1986, der bis dato einzige Raketenangriff auf ein westliches Land, vermutlich eine Fälschung war. Und zwar von europäischen und
amerikanischen Geheimdiensten, die Italiens Offenheit gegenüber Libyen störte.
In der Titelgeschichte
berichtet Riccardo Bocca über
Aids in Italien, das mittlerweile vor allem im heterosexuellen Bürgertum wütet.