
Für
Umberto Eco scheint der bisherige Wahlkampf - links wie rechts - einem Drehbuch von
Groucho Marx entsprungen zu sein. "Es scheint so, dass die Angehörigen eines Lagers hauptsächlich damit beschäftigt sind, schlecht über die eigene Gruppierung zu sprechen und die
inneren Streitigkeiten zu betonen. Das betrifft nicht nur die
Union, die einen wahren Sport daraus gemacht hat, sondern auch die
Casa delle Liberta, für die Freiheit einzig darin besteht, sich gegenseitig zu zerfleischen." Ein weiteres Merkmal dieses Wahlkampfes sei der
Krieg der Prognosen. "Prinzipiell müsste jeder, der eine Prognose macht, sie geheim halten, weil er etwas weiß, das der Gegner nicht weiß. Aber heutzutage hat die Prognose die Funktion einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung: sie soll die Unentschiedenen mobilisieren, ausgehend von der Überzeugung, dass man es hier mit einer Horde von
Unterentwickelten zu tun hat, deren einziges Bedürfnis es ist, auf der Seite der Gewinner zu sein - oder auf der Seite derer, die sich im Vorfeld großreden."
Jan-Hendrik Stahlbergs auf der Berlinale gezeigte Satire
"Bye Bye Berlusconi" hat noch keinen italienischen Verleih gefunden,
berichtet Cesare Balbo. Der Film sei eher "auf ein ausländisches Publikum zugeschnitten", lautet die Begründung. Peter Gomez und Marco Lillo
fragen sich im Titel, wie
Waffen der italienischen Polizei im Irak wieder auftauchen konnten - auch in den Händen der Aufständischen.