
Das Pentagon geht massiv gegen die
Blogs von Soldaten im Irak vor, in denen diese unverblümt vom Krieg berichten,
schreibt Alessandro Gilioli. "
Colby Buzzel, 28 Jahre, erstes Bataillon, 23. Regiment, versuchte von einer Schlacht zu erzählen, die er selbst an vorderster Front erlebt hat: jene um
Mosul, im August des vergangenen Jahres. Viele grausame Details, das Geständnis,
Zivilisten erschossen zu haben, bis hin zur Anfechtung der von
CNN gemeldeten Gefallenenzahlen (es wurde von nur zwölf gesprochen). Schließlich erreichte Colby eine Anweisung des Pentagons, das Blog bis zu seiner Entlassung aus der Armee zu schließen. Nun hat er es wieder aufgenommen, und wer
dorthin klickt, findet ganz oben ein Bild, das die Meinung des Ex-Soldaten Colby schnell deutlich macht:
Guernica , Picassos
Bild von den Massakern während des spanischen Bürgerkriegs."
Umberto Eco beschäftigt sich in seiner Kolumne mit
Maurizio Ferraris philosophischer Abhandlung über das Handy und stellt fest, dass ein Teil der Wirklichkeit, nämlich die der
sozialen Objekte, mittlerweile fast auschließlich derart vermittelt konstituiert wird. In der Titelgeschichte
zitiert Riccardo Bocca genüsslich aus einer jetzt aufgetauchten
geheimen Datenbank der Post, die dokumentiert, wie ausführlich die Protagonisten aus Wirtschaft und Politik in Italien sich gegenseitig
Posten zuschachern und mit sensiblen Informationen versorgen. Andrea Visconti
unterhält sich mit
Bret Easton Ellis über den neuen Roman
"Lunar Park" und erfährt, wie Ellis arbeitet: "Ich lasse mir Zeit zum Nachdenken, gehe in meinem Büro hin und her, schaue CNN, um auf Ideen zu kommen, beantworte die Post. Ich benutze
Papier und Stift und keinen Computer." Im Gesellschaftsteil
stellt Monica Maggi zwei neue
Fetisch-Hochglanzmagazine vor, mit denen die Szene in Italien endlich auf deutschem und britischem Niveau informiert wird.