
In den Kampagnen für die
Europawahl geht es vordergründig um innenpolitische Themen. Vielen ist auch nicht ganz klar, was die EU macht und ob das überhaupt wichtig ist. Trotzdem sollte man zu den
Wahlen zum Europäischen Parlament gehen,
meint Balint Szlanko: "Eines unserer Grunderlebnisse hinsichtlich der EU ist, dass sie fern, unerreichbar und nicht zu beeinflussen ist. Das beste Mittel zur Überbrückung der Kluft zwischen Regierenden und Regierten ist aber die
Stimmabgabe. Tatsache ist, dass es dem Europäischen Parlament bislang nicht gelang, diese Kluft zu überbrücken. Dennoch sollten wir wählen gehen, weil die streckenweise ziemlich realitätsferne EU mit der Wirklichkeit am ehesten noch durch das Parlament verbunden ist - trotz der vielen Possen, die in seinen Sälen gerissen werden. Der schwerfällige, sich im Labyrinth der Diplomatie regelmäßig verirrende
Europarat und die seit einem Jahrzehnt mit einer Identitätskrise kämpfende
EU-Kommission allein sind nicht regierungsfähig. Das Parlament nimmt die Ideale der EU ernster als die Beamtenriege der EU-Kommission oder die Mitgliedsländer, die sich über ihre provinziellen Interessen oft nicht hinwegsetzen können. [...] Seine Selbstsicherheit,
seinen Schwung verdankt es gerade dem Umstand, dass es gewählt wird. Es ist ein wirklicheres und nützlicheres Parlament als das im sinnlosen Widerstand von Regierungspartei und Opposition erstarrte Abgeordnetenhaus in Ungarn, aus dem die wirkliche Politik längst ausgezogen ist. Die EU wird eine immer größere Rolle in der Regierung von Europa spielen. Daher ist es wichtig, dass ihre
demokratische Kontrolle stabil ist. Das Europa-Parlament leistet gute Arbeit. Seien Sie so nett, und unterstützen Sie es mit guten Parlamentariern!"