
Ständig und in rauen Mengen verfügbare
Internetpornografie ist nichts mehr Neues. Längst lässt sich das Phänomen
historisieren, lassen sich Phasen, Trends und Wellen beschreiben,
erklärt Maureen O'Connor in einem so unterhaltsamen wie sachkundigen Artikel. Und die Allverfügbarkeit von Pornografie strahle längst auch auf die Popkultur und das gesellschaftliche Leben ab: "Vögeln wir, wie wir vögeln, weil wir es in den Pornos sehen - oder sehen Pornos so aus, wie wir vögeln? Oder vögeln würden, wenn unsere Ärsche nur so fest wären, unsere Penisse derart standfest und wenn wir wüssten, wie man solch elaborierte Knoten bindet?" Einen großen Anteil daran, welche
Porno-
Meme und neuen Praktiken - wussten Sie, dass es so etwas wie "Docking" gibt, bei dem Männer mit ihren Vorhäuten einander die Eicheln umhüllen? - sich durchsetzen, hat der Streaminganbieter
PornHub, der hinsichtlich der Vorlieben seiner Nutzer wie
Netflix über enorme Daten verfügt - eine "
Datenbank der Gelüste", sozusagen. "Frauen, die Bilder von weiblichem sexuellen Vergnügen sehen wollen, lernen es, solche Videos anhand des Begriffs 'Massage' zu suchen, was eine
Feedbackschleife in Gang setzt, die ihnen mehr Massage-Videos anbietet und Produzenten dazu anregt, mehr Massage-Videos zu drehen. 'Wir lizenzieren Material auf Grundlage unserer Nutzerinteressen', sagt
PornHub-Vize Corey Price. 'Aus unseren Berichte, mit denen wir unsere Contentpartner regelmäßig versorgen, gehen die beliebtesten Suchbegriffe in bestimmten Regionen hervor. So können sie die Nutzer besser bedienen.'"