
Soll man sich der
Globalisierung widersetzen? Diese Frage
diskutieren anlässlich des zehnten Geburtstags von
Attac dessen Gründerin und heutige Ehrenvorsitzende
Susan George und der Wirtschaftswissenschaftler
Elie Cohen. Auf die Frage, ob die Globalisierung den Armen nütze oder schade meint George: "Niemand bestreitet, dass eine gewisse Anzahl von Chinesen, die gestern noch von der Konsumwirtschaft
ausgeschlossen waren, jetzt davon profitieren. Aber überall auf der Welt sehen wir die Zunahme von
Ungleichheiten. (...) Außerdem kann man in einer begrenzten Welt nicht mit dem Verbrauch wie im 19. und 20 Jahrhundert weitermachen. Leider hat sich das indische und chinesische Wachstum entschieden, unseren
schlechten Beispiele zu folgen, statt direkt ins 21. Jahrhundert überzugehen, was möglich gewesen wäre." Zur Frage, wer die Weltmärkte beherrsche, meint Cohen: "Mich wundert, dass Sie den
Multis noch immer eine so furchtbare Macht zusprechen. Die Welt hat sich verändert. Hätten Sie mich vor zehn Jahren gefragt, wer das mächtigste Unternehmen der Welt ist, hätte ich schlicht geantwortet: Exxon. Aber Exxon und Total sind heutzutage
Zwerge in der Ölproduktion, ihre Führungsrolle ist passe. Die Welt wird von den Förderländern beherrscht, die ihre Produktion selbst kontrollieren, die multinationalen Ölkonzerne kontrollieren dagegen nur noch zwischen 15 und 20 Prozent. Wenn Sie sich die Börsennotierungen anschauen, werden sie feststellen, dass sich auf den ersten Rängen chinesische und arabische Ölfirmen finden. Die Welt hat sich wirklich
von Grund auf gewandelt."