Magazinrundschau - Archiv

Odra

13 Presseschau-Absätze - Seite 1 von 2

Magazinrundschau vom 13.07.2010 - Odra

Im März dieses Jahres starb in Frankreich die polnische Schriftstellerin und Übersetzerin Zofia Romanowiczowa. Das Kulturmagazin veröffentlicht erstmals die Aufzeichnung eines Gesprächs von 2002 (online leider nur ein kleines Fragment). Darin spricht sie über ihr Leben im Pariser Exil, ihre Arbeit für die Zeitschrift Kultura und über ihre Erfahrungen im Konzentrationslager. Wie Imre Kertesz sagt sie, dass sie alles, was sie weiß, im Lager gelernt hat, aber anders als etwa Tadeusz Bowrowski (mehr hier) sieht sie im Lager kein Abbild der Welt: "Das eine waren die Lager für Frauen, das andere die Lager für Männer. Ich war mit Piotr Rawicz befreundet, der in Auschwitz war. Dort gab es viele Päderasten. Die Alten hielten sich junge und so. Piotr war Jude und wie durch ein Wunder entkam er Auschwitz. Er erzählte uns von schrecklichen Erlebnissen. Etwa von diesem Schlesier so um die vierzig, der sich erst einen Jungen hielt, dann zehn... Na, solch schreckliche Sachen. Dagegen im Frauenlager... Nein. Es gab auch lesbische Fälle. Aber die Frauen hatten doch immer einen mütterlichen Instinkt. Ich war eine der Jüngsten, ich hatte ungeheures Glück."

Abgedruckt wird außerdem ein Gespräch aus dem französischen "Philosophie Magazine" zum nicht ganz unwichtigen Thema "Wer wird die Menschheit retten?". Der Umweltwissenschaftler Ludwik Tomialojc kommentiert: "Dieses Gespräch wird in unserer, durch den Antiökologismus ruhiggestellten Gesellschaft wahrscheinlich ein geringes Echo finden. Schade, denn es zeigt deutlich, dass der Ökologismus als Weltanschauung (im Unterschied zur Ökologie als Wissenschaft) sich nicht nur auf wissenschaftliche und materialistische Argumente stützt, sondern auch auf ethische. (...) In keiner anderen Sprache als der polnischen wurde der Begriff 'Ökologe' von der Bezeichnung für einen Wissenschaftler in die für einen Aktivisten umgewandelt - wohl, um die Gesellschaft leichter zu spalten."

Magazinrundschau vom 01.06.2010 - Odra

Anna Markowska skizziert den Werdegang des angesagten Video-Künstlers Artur Zmijewski. Sie sieht ihn auf dem Weg zum Celebrity-Künstler, was im krassen Gegensatz zu seinem Image als radikaler Künstler stehe. "Der geräuschlose Eintritt ins internationale Kuratorenbusiness bestätigte, was seit einiger Zeit offensichtlich ist: Zmijewski interessiert sich weder für das polnische Publikum noch für die gesellschaftliche Rezeption seiner Werke." Seine neuesten Projekte im Ausland sollen eher durch ihre "Exotik" anziehen als der Begegnung mit dem Fremden dienen und die Realität benennen. Sie dienen der Produktion von Galerieobjekten, so Markowska. "Es ist ein Produkt, das von Anfang für den Export gedacht ist, deshalb hat es Züge von kulturellem Neokolonialismus", schreibt sie.

Im Rezensionsteil wird Andrzej Stasiuks nicht mehr ganz so neuer Roman "Taksim" (deutsche Übersetzung steht noch aus) besprochen. "Es ist ein Recycling-Buch", meint Slawomir Nosal zu all den Anspielungen auf frühere Bücher des Autors, "ein kompliziertes Buch, die uns zu Irrungen durch all die Fragmente zwingt und dabei die Pfade verliert. Aber dank der Intertextualität zeigt es uns den Weg. Vielleicht sollte man 'Taksim' als Versuch begreifen, Erfahrungen zu verinnerlichen, einen Sinn zu schaffen. Und vielleicht ist das der einzig mögliche Weg, denn wir setzen uns aus unsortierten Erinnerungen, Sehnsüchten und Obsessionen zusammen."

Magazinrundschau vom 11.05.2010 - Odra

"Warum ist Bogdan Wojdowski vergessen?", fragt Konrad Oprzedek. Er erinnert an den Schriftsteller (hier ein kurzes Porträt auf Englisch), der als Holocaustüberlebender "in einen Abgrund von Fremdheit, Einsamkeit und Schweigen fiel. Er schaffte es jedoch, dieses Schweigen zu durchbrechen, indem er die individuelle Erfahrung der Vernichtung in Textform brachte. Wenn wir seine Prosa lesen, tauchen wir ein in das Wesen des größten zivilisatorischen Traumas - wir entdecken den Holocaust nicht als historisches Ereignis, sondern als universelle Erfahrung." Wojdowskis ganzes Schaffen sei der Versuch gewesen, eine Erzählweise für das Unbeschreibbare zu finden, so Oprzedek. Für die Erinnerung reicht Geschichte allein nicht aus, "wir brauchen Literatur, die uns hilft, uns der Zeit zu widersetzen, also Menschen in der Vergangenheit zu begegnen. Dabei hilft uns Wojdowski, der selbst kaum noch in Erinnerung ist."

Online lesen darf man die Rezension einer Anthologie zum deutschen Sonderweg, bzw. den deutschen Debatten darüber, die der polnische Germanist Hubert Orlowski kürzlich herausgab. Nach seiner Lesart handelt es sich dabei um keine Diskussion für oder gegen etwas, sondern um ein verinnerlichtes Identitätsdilemma, so die Rezensentin.
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Magazinrundschau vom 02.03.2010 - Odra

Das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe der Breslauer Monatsschrift sind Medien. In seinem (leider falsch verlinkten) Beitrag überlegt Marcin Adamczak, inwieweit Piraterie hilft, die Kulturindustrie weiterzuentwickeln. Er greift die These auf, Internetnutzer seien mittlerweile fester Bestandteil von Vermarktungsstrategien der großen Unterhaltungskonzerne. "Die große Zahl von Usern, die auf YouTube falsche oder parodistische Filmtrailer platziert, Untertitel oder Synchronstimmen austauscht, mit Photoshop Plakate verändert oder Filme in Blogs und Portalen beschreibt, wirkt - ähnlich wie Internetpiraterie - in Wahrheit im Rahmen des Systems, das von der Medienindustrie bestimmt und kontrolliert wird. Das Gejammer und die Piraterie werden von den Konzernen ausgenutzt. (...) Wehe dem, der auf YouTube nicht parodiert wird!".

Ewa Stachniak ist in zweierlei Hinsicht eine Grenzgängerin. Die in Kanada lebende Polin überschreitet in ihren Büchern die Grenze zwischen Geschichte und Literatur und rechnet sich zudem zu den wenigen Autorinnen, die explizit eine "herstory" schreiben wollen. "Für mich ist das eine natürliche Konsequenz meines Bedürfnisses, polnische Geschichte aus meinem, also auch weiblichen Blickwinkel zu überdenken. Ich sehe Geschichte als eine Erzählung, in der wir dauernd fragen, wer wir sind. Indem wir antworten, bestimmen wir nicht nur unser Verhältnis zur Vergangenheit und ihren Einfluss auf die Gegenwart, sondern entdecken damit auch die Bedingungen und Grenzen unserer Identität. Diese Definition von Geschichte setzt die Relativität der Erfahrung voraus und ein stetes Bedürfnis nach Neuinterpretation der Vergangenheit, insbesondere aus anderen als den traditionellen Perspektiven. Und wir haben viele geerbt: aus dem Schulunterricht, universitären Vorlesungen, politischen Wirrungen, bis zu den Erzählungen unserer Eltern und Großeltern. Sie sind keine festen Werte, haben ihre Beschränkungen. Und deshalb sind sie es wert, überdacht, revidiert oder ergänzt zu werden um andere, vergessene oder übergangene Stimmen, auch von außerhalb."

Magazinrundschau vom 02.02.2010 - Odra

Was nützt Literatur in einem Land, in dem sechzig Prozent der Menschen angeben, nichts zu lesen? Der Dichter und Literaturkritiker Jaroslaw Klejnocki (hier ein älterer Artikel auf Deutsch) gibt sich realistisch: "Die formierende Rolle der Literatur ist für die Jugend von heute kein Thema mehr. Die Konsequenzen werden in fünfzehn Jahren zu Tage treten, wenn diese Generation das Steuer übernimmt. Lesen kann wieder zum elitären Zeitvertreib werden, wie vor einigen hundert Jahren. Ich weiß nicht, wie das die Poesie beeinflussen wird, aber wenn die Gesellschaft endlich das anvisierte materielle Niveau erreicht, werden die Menschen vielleicht etwas vermissen, und vielleicht wird der eine oder andere die Zeit finden, um etwas zu lesen. Es ist aber aussichtslos darauf zu hoffen, dass Poesie in Polen massenhaft gelesen wird. Dichter wurden in diesem Land nie gelesen, sie werden jetzt nicht gelesen, und werden es auch in Zukunft nicht." In dieser Situation käme es darauf an, die Qualität der Sprache zu pflegen, statt um die Gunst der Massen zu buhlen, so Klejnocki.

Ein ganzer Textblock ist Berlin heute gewidmet, unter anderem als Nachgang zum künstlerischen Teil der Ausstellung "Wir, Berliner!" und zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Thematisch schließt Bartek Konopkas Dokumentarfilm "Mauer Hase" (der polnische Titel heißt wortwörtlich übersetzt: "Kaninchen a la berlinois") an, der auch für den Oscar nominiert wurde. Bei Youtube kann man ihn in mehreren Teilen sehen. "Mauer Hase" und Izabela Plucinskas Animationsfilm "Esterhazy" zeigen eine ungewöhnliche doppelte Außenseiterperspektive, schreibt Marta Brzezinska. "Das deutsche Kino sucht nach einer Formel, um die jüngste Geschichte zu erzählen. Noch schafft man es nicht, einen distanzierten Blick darauf zu werfen, die Kaninchenperspektive einzunehmen". Diesen Versuch haben nun zwei junge Polen unternommen.

Magazinrundschau vom 08.12.2009 - Odra

In der polnischen Kulturzeitschrift Odra geht die Auseinandersetzung mit der Literatur seit 1989 weiter (wir berichteten). Diesmal schreibt der Schriftsteller und Literaturkritiker Jacek Gutorow, der die stürmischen neunziger Jahre vermisst, als die Poesie noch etwas "glücklich Zufälliges" hatte und der Markt "wundersam dereguliert" war. "Zum einen stabilisierte sich der Buchmarkt, zum anderen wird die Idee des literarischen Umbruchs nicht mehr so fetischisiert. Drittens habe ich das Gefühl, dass viele Leser nach Jahren der schwierigen Poesie jetzt nach etwas Konformistischem, Glattem verlangen. Das mediale Überangebot, die Vielzahl an Preisen, Stipendien und Übersetzungen, meterlange Biografien der Autoren und die Konzentration auf den Kulturseiten der großen Zeitungen - das alles wirkt dick aufgetragen, und erschafft eine virtuelle, pseudokünstlerische Atmosphäre, die mir nicht so recht passt."
Stichwörter: Buchmarkt, Umbruch

Magazinrundschau vom 10.11.2009 - Odra

Die interessantesten Beiträge der polnischen Kulturzeitschrift sind diesmal nicht online nachzulesen. Dazu gehört das Gespräch mit dem Literaturkritiker Piotr Sliwinski über die letzten zwanzig Jahre seit dem Umbruch. Von einer einheitlich literarischen Epoche könne nicht die Rede sein, eher vom Ende von etwas Altem und dem Anbahnen von etwas Neuem. "Das Alte war dominiert vom Streben nach Authentizität, dem Fokus auf existenzielle Fragen, dem Abwenden von der Idee einer großen Nationalliteratur. Das Neue hat andere Ziele: Sich wiederfinden in der Künstlichkeit, Identität als Spiel zu begreifen, das Schreiben, das Schriftstellersein als Performance zu begreifen". In den letzten Jahren habe sich eine neue Autorengeneration zu Wort gemeldet, die weder mit dem Kommunismus kämpfen noch die Freiheit begrüßen musste, keine Schreibmaschinen kannte und sich nicht für den Besitz eines Handys schämen musste. Die Literatur werde dadurch nicht automatisch besser oder schlechter, aber unterhalb von "Recycling, Pastiche, Cover" liegt eine Wahrheit, die nur herausragende Schriftsteller aufzeigen können, so Sliwinski.

Alan Weiss erinnert an den Schriftsteller Stanislaw Vincenz, einen seinerzeit einflussreichen, aber heute fast vergessenen Homer des Huzulen-Landes in der heutigen Ukraine. "Das Lesen seiner Bücher erinnert an eine Fahrt in der dritten Klasse eines ukrainischen Zuges von Ivano-Frankivsk ins Cernohora-Gebiet. Ein Zug, aus dem man nach einer Stunden aussteigen möchte, den man nach einer gewissen Zeit aber vermisst. Man sehnt sich nach den langsam vorbeiziehenden Landschaften, nach der harten Holzbank, nach den Verkäufern im Zug. So ist Vincenz Schaffen - unauffällig und manchmal unbequem, aber es ist unmöglich, nicht wieder danach greifen zu wollen."

Magazinrundschau vom 11.08.2009 - Odra

In einem Interview erzählt der Künstler Jerzy Kosalka, wie verstörend seine Kunst auf ihn zurückwirkte, als sie mit der Realität in Berührung kam: "Während eines Breslauer Festivals wollte ich am Bahnhof eine Skulptur ausstellen, die 'Kybernetischer Bettler' hieß. Es handelt sich dabei um die Nachbildung einer Hand auf einem Stock, die mithilfe eines Walkman-Motors bewegt wird. Ich kam fünfzehn Minuten, bevor es anfangen sollte, postierte mich an einem Tunnel, und als gerade die Menschen aus dem Zug kamen, sah ich einen Mann im Rollstuhl mit Hirnlähmung. Er bettelte, seine Hand zitterte, mehr noch, hinter seinem Rücken standen seine selbstgemalten Bilder. Eine Künstlerkollege! Ich bekam Panik, schweißüberströmt rannte ich davon. Die Sache schien offensichtlich - ich würde diesen Menschen mit meiner künstlerischen Geste verspotten. Wenn er diese Bilder nicht dabei gehabt hätte, wäre ich vielleicht da geblieben. Später erfuhr ich, dass er von meinem Happening wusste und die Chance nutzen wollte, seine eigenen Bilder loszuwerden."

Nur im Print: Es scheint, als ob das Thema polnisch-jüdischer Beziehungen in den Medien wieder verstärkt aufgegriffen wird. Das mag weniger als Nachhall der Bücher von Jan T. Gross interpretiert werden (wir berichteten), und schon eher als Reaktion auf den hierzulande heiß diskutierten Spiegel-Artikel über Hitlers europäische Helfer, aber vor allem gibt es dazu eine Reihe von neuen Publikationen, von denen Magdalena Bajer zwei vorstellt. Der Sammelband "Polacy i Zydzi - kwestia otwarta" (eine Übersetzung des 2006 erschienenen "Rethinking Poles and Jews") und die Essaysammlung der bekannten Literaturhistorikerin Maria Janion (hier eine ausführliche Besprechung) machen bewusst, "wie wenig wir eigentlich über die Quellen der Stereotype, Phobien und Sensibilitäten, die normale Beziehungen zwischen Polen und Juden erschweren oder gar vereiteln", so Bajer.
Stichwörter: Breslau, Walkman

Magazinrundschau vom 02.06.2009 - Odra

Den diesjährigen Preis der Kulturzeitschrift Odra erhält die polnisch-jüdisch-dänische Schriftstellerin Janina Katz. Die Autorin und Übersetzerin polnischer Literatur ins Dänische verließ Polen in den Wirren von 1968 (hier ein Hintergrundartikel zu den Protesten von damals und den anschließenden antisemitischen Säuberungen). "Janina Katzs Roman 'Pucka' gehört zu den wenigen Büchern, die die komplizierte und weiterhin unverdaute Ära der Volksrepublik thematisieren. Wie kaum ein anderes Buch berührt 'Pucka' auf eine sehr gezielte und direkte Art, man kann sagen: ohne Selbstzensur, kontroverse Aspekte unserer Nachkriegsgeschichte", schreibt Mieczyslaw Orski.

Einen weiteren Schwerpunkt, zeitlich passend, bilden die sechziger und siebziger Jahre in Musik, Kunst und Lebensstil. Anlass ist wohl Kamil Sipowiczs Dokumentation über die Hippies im sozialistischen Polen. Der Künstler und Musiker beschreibt auf breiter Quellenbasis - u.a. Interviews mit den Zeitgenossen - die Entwicklung und den Niedergang der Bewegung in einer etwas surrealen Umgebung. "Diese zwei Welten trennte ein riesiger Graben: hier die rebellierende Jugend, dort eine Gesellschaft von Sklaven, gesteuert von einem degenerierten Establishment", schreibt Jacek Dobrowolski. In diesem angespannten, von Neurosen beherrschten Land war schon das Lächeln der Hippies eine Provokation, auf die viele agressiv reagierten. Ein sehr verdienstvolles Buch, findet der Rezensent (ebenfalls Hippie-Veteran), nur leider schlampig recherchiert und redigiert.

Magazinrundschau vom 28.10.2008 - Odra

In einem sehr anregenden Essay erklärt Anna Nasilowska, warum postmoderne Theorie und Literatur eine so schwierige Rezeption hatten. "Die polnische Postmoderne kam nicht nach der Moderne, sondern nach dem Realsozialismus. Es fehlte dadurch nicht nur der Bezug zur einheimischen Modernetradition, sondern auch das Bewusstsein einer Kontinuität der ästhetischen Wandlungen". Hier bringt Nasilowska Stanislaw Lem ins Spiel, der sich in beiden Welten bewegte: "Er ist ein beißender Kritiker der Postmoderne, der mit postmodernen Ästhetik-Konzepten spielt. Sein Schaffen belegt dieses polnische Paradox der Postmoderne-Rezeption: Die Polemik kommt vor der eigentlichen Aufnahme, und erst recht vor dem Versuch, die durch diese Strömung angebotenen Interpretationen auf polnische Realitäten anzuwenden. Die postmoderne Ästhetik wurde verwässert - als sie nach Ende des Realsozialismus benutzt werden konnte, war sie nicht mehr neu."

Außerdem: Marta Mizuro bespricht die polnische Ausgabe von Jonathan Littells "Die Wohlgesinnten". Sie hält dem Autor zugute, seinen Helden als wenig vertrauenswürdig konstruiert zu haben: "Es ist ein großartiger Roman, weil unvollkommen. Man kann kaum erwarten, dass das Geheimnis des Genozids und seiner Vollstrecker ein für allemal gelöst wird. Maximilian Aue versucht es zwar, aber der Leser traut ihm nicht. Das macht Littells Buch glaubwürdiger." Und Arkadiusz Zychlinski denkt über Slavoj Zizek nach, von dem in Polen 2008 drei Bücher erschienen sind: "Hinter der Maske des Ultra-Linken versteckt sich ein gemäßigter Sozialdemokrat im westeuropäischen Sinne."