
"Das wird ganz sicher die Wut der
indischen Nationalisten entfachen",
kommentiert Sanjay Suhri
Niall Fergusons dokumentarischen
Sechsteiler über den Rückzug der
britischen Kolonialmacht aus
Indien. Der Professor aus Oxford vertrete die These, nicht den Briten sei dieser Rückzug zu verdanken, und schon gar nicht der friedlichen Widerstandsbewegung um
Mahatma Gandhi, sondern schlicht und ergreifend den
USA, die das ruinierte
britische Empire nicht kaufen wollten, und somit seine Auflösung bewirkt hätten. Und überhaupt, argumentiere Ferguson, sei das
britische Selbstverständnis mit langfristiger Kolonialpräsenz nicht vereinbar gewesen, denn "sobald eine kolonisierte Gesellschaft die von den Briten mitgebrachten Institutionen übernommen hatte, wurde es sehr schwierig für die Briten, ihr die
politische Freiheit zu verweigern, die für sie selbst so wichtig war". Und das, kommentiert Suhri, "scheint Fergusons Fazit gegen Gandhi zu sein: dass
satyagraha (der friedliche Widerstand) sein Stil war, dass aber der Wunsch nach satyagraha ein sehr
britischer Wunsch war". Das führt Suhri ihrerseits zu einem Fazit: "Wenn einem Oxford-Professor
verrückte Gedanken kommen, können sie ohne weiteres veröffentlicht und verfilmt werden."
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