Magazinrundschau - Archiv

Outlook India

338 Presseschau-Absätze - Seite 29 von 34

Magazinrundschau vom 05.05.2003 - Outlook India

Eine ganze Ausgabe im Zeichen von Bollywood! Und warum auch nicht, fragt Sandipan Deb im Aufmacher: "Wer kann schon die Wahrheit gebrauchen? Her mit jenen Schatten auf weißer Leinwand in einem dunklen Saal, jederzeit - auf dass sie uns Geschichten erzählen, die in Licht und Zeit geschrieben sind. Geschichten von Heldenmut und Feigheit, Liebe und Hass, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Geschichten von normalen Menschen in außergewöhnlichen Umständen. Und sollte es ein Hindi-Film sein, her mit dem Glyzerin und her mit Bäumen, um die getanzt wird, her mit weißen Saris im künstlichen Regen und dem anschwellenden Crescendo von hundert Geigen."

25 führende Regisseure hat Outlook nach ihren Lieblingsstreifen gefragt, und herausgekommen ist die definitive Rangliste des indischen Films. Und hier ist er, der beste Hindi-Film seit der Unabhängigkeit. Außerdem gibt es eine Würdigung von Guru Dutt, dem legendärsten und vielleicht größten aller Bollywood-Regisseure, einen Text über die obsessive thematische Hingabe des Hindi-Films an den tragischen Tod und eine schier endlose Reihe von Listen - der "Ultimate Bollywood Fan Poll": Welcher Star hat den besten Körper? Wer ist der/die Beste, Schönste, Überschätzteste? In welchem Film wurde am meisten geweint? Was ist das beste Liebeslied der letzten zehn Jahre?

Im schmalen kinofreien Rest widmet sich V. Sudarshan ausführlich den jüngsten Annäherungen zwischen Indien und Pakistan.

Magazinrundschau vom 28.04.2003 - Outlook India

Indische Frauen, verkündet Outlook India in der Titelgeschichte, meistern eine weitere männliche Spezialität: die außereheliche Affäre. Die Götter - nicht nur Krishna, sondern auch Radha - haben es schließlich vorgemacht. Soutik Biswas berichtet von gelangweilten Ehefrauen, die sich holen, was sie wollen, und von "Cyberwitwern", die den Treulosen Detektive an die Fersen heften; von den Segnungen der neuen Technologien und der Lust auf besseren Sex. Fremdgehen, meint er, ist nicht mehr, was es mal war: "Ehebruch 2003 - das steht dafür, dass Frauen vorangehen. Außerdem ist der Ehebruch in der Mittelklasse angelangt, zu einer alltäglichen und sogar faden Angelegenheit geworden. Die liaison dangereuse war einmal der Aristokratie und dem Pöbel vorbehalten. Für alle dazwischen, für die Mittelschichten, gab es den moralischen Keuschheitsgürtel - nur ihre Fantasien konnten frei umherwandern. Oder sie blieben in der Familie, die außerehelichen Tändeleien. Jetzt verbleicht der scharlachrote Buchstabe mit großer Geschwindigkeit: Das Stigma wird zunehmend passe und für immer mehr Menschen sind Schuldgefühle nicht mehr als ein leichtes Zucken."

Weitere Artikel: Sheela Reddy klärt Hinduisten auf, dass ihr wichtigstes religiöses Symbol - Trishul, der Dreizack Shivas (mehr hier) - im vedischen Indien nicht bekannt war, dafür jedoch umso besser im antiken Griechenland. Seema Sirohi stellt Fareed Zakaria (mehr hier) vor: in Indien geboren, in den Vereinigten Staaten zu großem Einfluss als Intellektueller und politischer Kommentator gelangt, laut Esquire "einer der 21 wichtigsten Menschen des 21. Jahrhunderts". Und nach Meinung vieler Experten und Bewunderer zukünftig der erste muslimische Außenminister Amerikas. Und abschließend noch ein gepflegter Boulevard-Spaziergang: Manu Joseph nimmt den indischen Liebhaber der Schauspielerin Elizabeth Hurley (mehr hier) unter die Lupe.

Magazinrundschau vom 22.04.2003 - Outlook India

Der Krieg ist vom Titel verschwunden, doch Sanjay Suri fragt noch mal nach: Massenvernichtungswaffen im Irak? Amerikaner und Briten, berichtet er, haben zwar weder welche gefunden, noch sind sie damit attackiert worden, sie haben aber nach Ansicht von Menschenrechtsgruppen selbst illegaleWaffensysteme verwendet und gegen die Genfer Konvention verstoßen. Wird sie jemand dafür zur Verantwortung ziehen? Nein, natürlich nicht.

Die Ausgabe macht mit einem ausführlichen Rundgang über den "großen indischen Schulbasar" auf: Noch nie, schreibt Soma Wadhwa, haben Eltern so viel Geld für die Bildung ihrer Kinder ausgegeben, und noch nie hatten sie so viel Auswahl. Wie Pilze schießen überall Schulen aus dem Boden, die mit Exklusivität, erstklassiger Ausstattung und internationalem Prestige werben. Schulen sind zu einem lohnenswerten Geschäft geworden. "Die Booms von Immobilien, Informationstechnologie und Biotechnologie sind vorbei. Jetzt haben wir einen Schulboom", sagt einer, der damit gutes Geld verdient. Die Frage ist nur: Ist die Ausbildung von derselben Qualität wie die Swimmingpools, Cricketplätze und Mediencenter, für die wohlhabende Eltern enorme Gebühren zahlen? Und: Was haben jene 110 Millionen indischen Kinder von der florierenden Schulindustrie, die nie eine von innen gesehen haben?

Weitere Artikel: Saba Naqvi Bhaumik stellt zwei Politikerinnen der Hindu-Partei BJP vor, die einiges gemeinsam haben: Beide sind Spitzenkandidatinnen in ihren Bundesstaaten und beide mussten sich gegenWiderstände männlicher Politiker der eigenen Partei durchsetzen. Der Unterschied: Die eine ist eine waschechte Prinzessin, die andere entstammt einer unteren Kaste und hat nur sechs Jahre lang die Schule besucht.

Namrata Joshi hat sich "The Hero", den teuersten indischen Film allerZeiten angeschaut, in dem besiegte pakistanische Schurken den Weg eines stolzen indischen Patrioten pflastern. Ein Flop wird es wahrscheinlich trotzdem werden. Und B. Raman hat ein Buch über eine offenbar so abenteuerliche wie geheime Hochgebirgsexpedition gelesen: CIA und indischer Geheimdienst versuchten 1962, im Himalaya ein Anlage zur Überwachung chinesischer atomarer Aktivitäten zu installieren, die von einem Nukleargenerator betrieben wurde.

Magazinrundschau vom 07.04.2003 - Outlook India

"Endgame" hat Outlook India seine Titelgeschichte zum Irakkrieg überschrieben und erwartet für den Kampf um Bagdad das Eintreffen einer von drei Möglichkeiten: "einen dramatischen Zusammenbruch, ein langsames Ersticken durch Belagerung oder die Mutter aller Schlachten." BBC-Berichterstatter Paul Danahar ist in der verdunkelten Stadt, sieht Missiles, vor denen keine Sirenen mehr warnen, in längst geräumte Militäreinrichtungen einschlagen und und berichtet von Angst, Wut und der größten amerikanischen Fehlkalkulation: Denn "gegen Saddam sein bedeutet nicht für Amerika sein."

Jumana Al-Tamimi beobachtet in Amman tausende irakische Emigranten - viele von ihnen Gegner des Regimes - in ihr Heimatland zurückkehren, um gegen die Amerikaner zu kämpfen. Sanjay Suri widmet sich dem Hollywood-Sprech der alliierten Propaganda und hat eine Vermutung zu den krassen Fehleinschätzungen der irakischen Gesellschaft durch ihre selbst ernannten Befreier: Diese haben begonnen, ihre eigenen Lügen zu glauben.

Weitere Artikel: Soutik Biswas berichtet aus der neuesten indischen Boom-City - der Stadt mit der florierendsten Ökonomie, einer Top-Universität, den meisten ausländischen Studenten, den coolsten Clubs und den entspanntesten Behörden: Pune, zwei Autostunden von Mumbai entfernt. Mohit Sen stellt die zweibändigen "Essential Writings" des Mannes vor, den er von den großen Staatsmännern des 20. Jahrhunderts für den größten Künstler hält: Jawaharlal Nehru. Und Nilanjana S. Roy bespricht den Roman "One Day" von Ardashir Vakil: Dieser versuche "für das multikulturelle London der Gegenwart das zu sein, was Virginia Woolfs 'Mrs. Dalloway' in einer vergangenen Epoche war", könne aber nicht mehr als höflichen Beifall hervorrufen. Und dann diese englischen Kritiker! Erst, spottet Roy, "haben sie vergessen, wie man Romane schreibt, jetzt vergessen sie auch, wie man sie rezensiert".

Magazinrundschau vom 31.03.2003 - Outlook India

Titelthema ist der Irakkrieg. Paul Danahar berichtet aus Bagdad. Er war in der Nähe, als in einem armen Wohnviertel ohne militärische Infrastruktur Bomben einschlugen und 17 Anwohner - "Menschen, von denen die Amerikaner sagen, sie kommen, um sie zu befreien" - getötet wurden. Zumindest den Kampf um die Sympathien, meint er, dessen Ausgang nicht nur für den Krieg, sondern auch die Zeit danach entscheidende Bedeutung haben wird, werde Amerika auf diese Weise verlieren.

Hani Sukrallah erinnert sich, dass Mark Twain vor mehr als hundert Jahren die amerikanische "Befreiung" der Philippinen als Eroberung entlarvte. Das "amerikanische Jahrhundert" begann. Ein weiteres, ist er überzeugt, wird es nicht geben: Die Iraker leisten Widerstand - wenn auch nicht aus Liebe zu ihrem Diktator -, und der Rest der Welt geht in Opposition. Und V. Sudarshan macht sich Gedanken über die neutrale Haltung der indischen Regierung zum Krieg.

Weitere Artikel: Prem Shankar Jha analysiert die Lage in Kaschmir nach dem jüngsten Terroranschlag vor wenigen Tagen. Mallica Singh kennt die Sorgen von Indiens Eltern: Was machen ihre verwestlichten Kinder, wenn sie nachts unterwegs sind oder tagelang wegbleiben? Woher kommen die Augenringe des Sohnes? Oder die schlechten Collegeleistungen der Tochter? Ihr drastischer Ausweg: Sie engagieren Detektive.

Und Namrata Joshi erklärt, wie die indische Filmindustrie sich anschickt, zum Global Player zu werden. Ein erstes Beispiel dafür war Shekar Kapurs Film "Elizabeth", der "auf dem Leben der britischen Königin basiert, die von einer australischen Schauspielerin gespielt wird, während ein indischer Filmemacher Regie führt und ein Hollywood-Studio die Produktion übernimmt". Bollywood, berichtet Joshi, drängt ins Ausland - mit internationalen Koproduktionen sollen die Märkte weltweit erschlossen werden. "Wir sind in der Werbephase", sagt ein britischer Produzent, "Heirat ist unausweichlich."

Magazinrundschau vom 24.03.2003 - Outlook India

Bis zuletzt wurde in den Redaktionsstuben der Outlook India der Atem angehalten, die neue Ausgabe musste warten - doch vergeblich. Sie haben es nicht geschafft, die Inder; die "Men in Blue" waren der "Supermacht" erlegen, und die heißt im Cricket Australien. Jetzt, nach der Finalniederlage am Sonntag, fragt sich Sandipan Deb: "Ist das australische Team menschlich? (...) Was sind das für Chips in ihren Köpfen, die darauf programmiert sind, mit extremer Strenge jeden Gedanken abzutöten, der auch entfernt in die Richtung eines schmutzigen Wortes mit fünf Buchstaben steuert, das mit einem "d" beginnt, ein stummes "b" enthält und mit einem "t" endet? Machen sich diese Typen auch manchmal Gedanken?" Und trotzdem glaubt er: "Sie waren schlagbar. (...) Wir haben sie gewinnen lassen."

Auch Manu Joseph hadert, analysiert, erlaubt sich ein bisschen Pathos und fragt: "Sollten wir weinen? Nein." Hoch das Haupt! Und egal, was irgendjemand jetzt sagt, immer daran denken: "Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Doch das heißt nicht, das sie richtig ist."

Weitere Artikel: Paul Danahar war in Bagdad, als die Hunde zu heulen begannen und wenig später die ersten Cruise Missiles einschlugen. Er kann sich nicht vorstellen, warum irgendjemand in der Stadt die Amerikaner für Befreier halten sollte.

Seema Sirohi hat einen Report zum Gesundheitszustand indischer Amerikaner gelesen und räumt auf mit dem "weichen und flauschigen" Mythos von der hochgebildeten und gut verdienenden Model Minority. Immigranten aus Indien bekommen öfter Krebs als der Durchschnitt der Amerikaner, fast ein Viertel von ihnen hat keine Krankenversicherung und die Rate häuslicher Gewalt gegen Frauen ist in ihren Familien überdurchschnittlich hoch. Die häufigste Todesursache bei 15 bis 24jährigen ist Selbstmord. Little India hat drastische gesundheitliche und soziale Probleme; es ist, schreibt Sirohi, "ein Mikrokosmos von Big India mitsamt seiner kulturellen Fragilitäten, Annahmen und Tabus."

Magazinrundschau vom 17.03.2003 - Outlook India

Die Cricket-WM ist weg vom Titel - oder doch nicht? Jetzt hat es nämlich die indischen Frauen und Mädchen erwischt, berichtet Sheela Reddy: Sie entdecken das gentleman's game für sich und machen schon jetzt fast die Hälfte der Fernsehzuschauer aus, stehen dabei den Männern in Sachen Patriotismus in nichts nach und verfallen sogar dem Wettfieber. Dabei ist ihr Interesse, glaubt man der Autorin, eigentlich aus der Verzweiflung entstanden: Die Männer kamen nicht mehr vom Fernseher los, also setzen sich die Frauen irgendwann dazu. Die Folge: "Cricket ist jetzt eine Seifenoper für die ganze Familie."

Weitere Artikel: Anita Pratap stellt in einem bissigen Kommentar klar, dass Hindu-Politiker mit ihren Kampagnen rund um die Heiligen Kuh vor allem auf Wählerfang sind, Prem Shankar Jha erklärt, warum die Voraussetzungen für eine Entspannung zwischen Indien und Pakistan seit langem nicht so günstig waren wie im Moment, und eine Rezension widmet sich dem neuen Buch des Ökonomen und Philosophen Amartya Sen "Rationality And Freedom".

Magazinrundschau vom 10.03.2003 - Outlook India

Im Outlook India ist die Cricket-WM zurück auf dem Titel. Die entscheidende Runde steht bevor. Indien liegt im Soll, und so lehnt sich Manu Joseph zurück und schreibt über die indische Mannschaft: "Das ist das Team, von dem die Menschen in Südafrika inständig hoffen, dass es endlich Australien in die Knie zwingt. Sollte es dazu kommen, wäre es ein Triumph der großen Geste über unbarmherzige Effizienz. In einer perfekten Welt schlägt Brasilien die Deutschen, und Kasparow hält Deep Blue in Schach. Ein weiteres Gipfeltreffen steht in naher Zukunft an."

Zwei Artikel gibt es zum Krieg: Vinod Mehta ist wütend, auch wenn er weiß, dass es nichts nutzt. Ihm bleibt nur, sich zu kneifen und zu fragen: Meinen Bush und die christlichen Fundamentalisten an seiner Seite das wirklich Ernst? Saddam eine Gefahr für den Weltfrieden? Ein Tyrann und Mörder, das ja, aber ein Eroberer? Nach zwölf Jahren systematischer Schwächung? Unsinn!

Nur online findet sich ein wütender Kommentar von Edward W. Said, der die amerikanische Regierung (eine "kleine Gruppe von Intriganten, die nie gewählt wurden"), die Medien, die Zionisten, fundamentalistische Christen und den militärisch-industriellen Komplex für den drohenden Irakkrieg verantwortlich macht: "Wenn diese Organisationen Iraks Missachtung von 17 UN Resolutionen zum Vorwand für einen Krieg nehmen, dann werden die 64 Resolutionen, die Israel ignoriert hat (mit Unterstützung der USA) nie erwähnt. Auch das menschliche Leid der Irakis in den letzten zwölf Jahren wird nie erwähnt. Was auch immer der so verabscheute Saddam getan hat, haben Israel und Scharon auch getan - mit amerikanischer Unterstützung. Dennoch sagt niemand etwas gegen die letzteren, während gegen den ersteren geschäumt wird."

Weitere Artikel: Mallica Singh hat Schönheitssalons von Mumbai bis Delhi besucht und weiß, was indische Frauen mit entsprechendem "Beauty-Budget" tun, bevor sie als perfekte Göttinnen auf einer Party auflaufen oder den Gatten beglücken - und was das alles kostet.

Magazinrundschau vom 03.03.2003 - Outlook India

"Der Rinderwahn von Mutter Indien wird mal wieder für die ganze Welt sichtbar ausgestellt", seufzt Outlook Indien. Doch die Frage, ob es ein nationales Verbot der Rinderschlachtung geben soll, ist so "todernst", dass Outlook der Debatte seinen Titel widmet. Die Frage um das Schlachtverbot sei zum Symbol eines Wettstreits um eine "ich bin ein besserer Hindu als du"-Politik zwischen den Parteien geworden, schreibt Bhavdeep Kang. Wie explosiv diese Debatte ist, ahnt man anhand der Reaktionen, die er schildert: "Wenn gesagt wird, Hindus fordern ein Schlachtverbot, dann bedeutet das, Dalits (mehr hier, d. Redak.) sind keine Hindus. Dalits lehnen es nicht ab, Kuhfleisch zu essen. Sie tun es zwar nicht im Hindu-Gürtel, weil sie dort getötet werden, wenn sie eine Kuh schlachten. Aber im Süden ist es eine ihrer wichtigsten Nahrungsquellen", wird der Kolumnist Chandrabhan Prasad zitiert. Und Amar Singh von der SP fragt: "Das ist die Büchse der Pandora. Was, wenn die Moslems fordern, dass der Verzehr von Schweinefleisch verboten wird. Wo soll das enden?"

Weitere Artikel: V. Sudarshan beschreibt die nicht allzu enge Verbindung zwischen Deutschland und Indien, und denkt über künftige gemeinsame Interessen nach: Wenn Deutschland auch eine Atommacht würde, stünde es Indiens Atomwaffenprogramm nicht so ablehnend gegenüber. Außerdem hätten beide Länder ein Interesse daran, als ständige Mitglieder in den Sicherheitsrat aufgenommen zu werden - Deutschland als europäisches Schwergewicht, Indien als Gegengewicht zu China.

Außerdem druckt Outlook einen Auszug aus den Memoiren des indischen Kommunisten Mohit Sen.

Stichwörter: Mutter, Schweinefleisch, Gürtel

Magazinrundschau vom 24.02.2003 - Outlook India

Die Cricket-WM ist vom Titel, der sich diese Woche anderen aufregenden Dingen widmet wie dem drohenden Irakkrieg. Dessen Aspekte werden in einem Bündel von Artikeln aufgerollt. Seema Sirohi rekapituliert für alle Cricket-Fans die Entwicklungen der vergangenen Wochen, legt die Interessen der USA dar und erklärt die Gegnerschaften zwischen den westlichen Verbündeten. Mehrere Texte beschäftigen sich mit den weltweiten populären Bewegungen gegen den Krieg: Sanjay Suri betrachtet die Situation in Großbritannien und erklärt, warum die dortige massenhafte Mobilisierung zum Zünglein an der Waage werden könnte: "Wenn irgendjemand George Bushs Kriegsmarsch bremsen kann, dann ist es Tony Blair. Die Macht des Volkes wiederum könnte Tony Blair bremsen." V. Sudarshan berichtet aus Berlin, und Anita Pratap kommentiert die Friedensbewegungen so: Die Kriegsgegner legten ein eindrucksvolles Zeugnis funktionierender Demokratie ab, aber genau deshalb sollte sich ihr Blick nunmehr weniger auf die USA als auf den Irak richten, wo ziviler Widerspruch unmöglich ist und wo Saddam sich weiterhin weigert, seinen Teil zum Frieden beizutragen.

Stephanie Nolen berichtet von einsamen Kriegsbefürwortern im Nordirak: den Kurden. Hier, schreibt sie, wäre alles andere als ein baldiger amerikanischer Militärschlag eine bittere Enttäuschung - auch wenn 1991 noch allzu gut in Erinnerung sei, als man von den Amerikanern schließlich im Stich gelassen wurde. Doch stärker sei die Hoffnung auf eine Befreiung vom Tyrannen Saddam Hussein. Schließlich geht es in zwei Artikeln um mögliche Kriegsfolgen im Irak: Nahlal Ayed prophezeit, dass eine militärische Auseinandersetzung den völligen Zusammenbruch von Nahrungsversorgung und medizinischer Betreuung zur Folge hätte, und Prem Shankar Jha entwirft für den Fall einer von den Amerikanern eingesetzten Regierung aus exilierten Regimegegnern gleichfalls düstere Szenarien.

Weitere Artikel: Madhu Jain berichtet, dass die Arbeiten bildender Künstler massenhaft gefälscht werden; je häufiger, desto bedeutender das Werk - und desto höher der Marktwert. Indische Gegenwartskunst boomt, und einige Künstler, so wird vermutet, mischen - und verdienen - selber bei dem Spiel mit. Manjira Majumdar kündigt einen ungewöhnlichen indischen Science-Fiction-Film an ("Patalghar - The Underground Chamber") und erklärt, warum sich damit ein Kreis schließt, der vor Jahrzehnten schon einmal durch Hollywood führte. Und Manu Joseph setzt seine Betrachtungen zur laufenden Cricket-WM fort.