Sehr
beeindruckt ist Andreas Breitenstein vom neuen
Museum für die Geschichte der polnischen Juden in Warschau, vor allem dass
Polin als jahrhundertealte Heimat der Juden endlich ins rechte Licht gerückt wird, imponiert ihm. Aber er hat auch Kritik an der Ausstellung anzubringen: "Der Blick wird nicht geführt, sondern verzettelt sich in der
Überfülle der Inszenierungen. Selbst wenn nach 1900 die Originale dichter und aussagekräftiger werden, will es mit der Staffage kein Ende haben. So hat man
in Disney-Manier eine gepflasterte jüdische Straße um 1930 nachgebaut."
Im Blog der
NYRB berichtet Shelley Salamensky dazu von einem Ausflug in den Südosten Polen, ins einst überwiegend jüdische
Galizien, wo die Botschaft der Toleranz, die vom Museum ausgehen soll, noch nicht ganz angekommen ist: "In einer mittleren Stadt
nahe Sanok kam ich in einem Café mit einer Gruppe Polen mittleren Alters ins Gespräch. Sie erklärten allen Ernstes, dass Polen heute so arm sei, weil "ihnen die Juden
alles Geld gestohlen hatten"."
Klaus Hillenbrand
besucht für die
taz die Ausstellung "Deutschland 1945" in der
Topografie des Terrors, die zeigt, wie das NS-Regime seinen Terror in den
letzten Kriegsmonaten noch auf seine eigenen Anhänger ausweitete: "Tausende Menschen fielen in den letzten Kriegsmonaten
Standgerichten zum Opfer. Zehntausende starben in zu "
Festungen" erklärten Städten wie in Breslau oder bei sinnfreien
Kommandoaktionen der Wehrmacht. Man musste kein Widerstandskämpfer gewesen sein, um zu hängen."