Italien gedenkt in diesem Jahr des
Widerstands gegen Mussolini. Angesichts ihrer verfallenden Gesellschaft sehen die Italiener durchaus einen Bezug zu heute,
erzählt Barbara Villiger Heilig in der
NZZ. "Vom
Armistizio im September 1943, das de facto eine bedingungslose Kapitulation der italienischen Faschisten bedeutete, bis zur Befreiung Italiens im Frühjahr 1945 formierte sich die kleine Minderheit der Partisanen zum
asymmetrischen Kampf gegen Nationalsozialisten und Agitatoren der Repubblica sociale italiana. Ausschlaggebend für die moralische Aufrüstung des Landes war der
große Rückhalt im Volk, auf den diese meist blutjungen Burschen zählen konnten - und mit ihnen alle weiteren Verfolgten, ob Juden, Kommunisten, Deserteure oder sonstige Regimegegner. Man versteckte, ernährte, bekleidete sie."
Geschichtsrelativismus ist die Moral der WK 2-Schmonzetten wie "Unsere Müter, Unsere Väter" und jetzt "Das Zeugenhaus" im
ZDF,
meint Georg Diez in seiner
Spiegel-Online-Kolumne: "Der Holocaust aber wird in diesem Film vollkommen ausgeblendet, so wie er auch schon in "Unsere Mütter, unsere Väter" ausgeblendet wurde. Die Verbrechen dort waren Verbrechen der Soldaten, einzelne Taten, grausam und unerklärlich oder aus der Logik des Krieges heraus zu sehen. Nach diesem Prinzip funktioniert nun auch "Das Zeugenhaus":
Wehrmacht böse,
Deutsche gut."
Yomiuri, die größte japanische Zeitung, hat sich - auch
hier in ihrer englischen Ausgabe - dafür entschuldigt, mit Blick auf meist
koreanische Zwangsprostituierte im Zweiten Weltkrieg von "
Sexsklavinnen" gesprochen zu haben, berichtet
Associated Press (
hier in
Mashable). Der Hintergrund: "Premierminister Shinzo Abe und andere konservative Politiker und Aktivisten führen seit langem eine Kampagne gegen den Begriff "Sexsklavinnen" und behaupten, die Frauen seien nicht gezwungen worden. Zwar hatte eine Regierungsstudie in den frühen neunziger Jahren geschlossen, dass die Frauen "gegen ihren Willen" festgehalten wurden und "im Elend in Bordellen lebten"... Die Konservativen argumentieren aber damit, dass die Studie keine Belege in
offiziellen Dokumenten gefunden hatte."
Weitere Artikel: Claudia Schwartz
sah für die
NZZ schon mal den
ersten Teil der vom ZDF produzierten
Deutschland-Saga, durch die der Historiker
Christopher Clark führt.