Experten vermuten, dass in Deutschland
tausende Menschen vorgeben,
jüdisch zu sein, obwohl sie es nicht sind, schreibt Dennis Pohl im
Tagesspiegel. Dieses sogenannte
Wilkomorski-
Syndrom hat oft mit einer narzisstischen Suche nach Aufmerksamkeit zu tun, erklärt Pohl der Psychiater
Claas Hinrich-
Lammers. Aber: "Es wird schwierig, wenn sie aus der Position als angebliche Juden heraus Dinge über das jüdische Leben oder Israel behaupten", ergänzt der Rabbiner
Walter Rothschild. Die Historikerin
Barbara Steiner sieht das ähnlich: "'Dadurch entstehen
Zerrbilder, Ideen vom Judentum, die nicht echt sind, sondern Klischees', sagt die Historikerin. 'Und wenn sie einmal in der Welt sind, lassen sie sich nicht mehr so leicht ausräumen.' Vielleicht ist das auch nur Teil eines größeren Problems, wie Steiner sagt. Denn die Bilder, die Menschen mit falscher Identität produzieren, hätten sich seit der Nachkriegszeit mit dem jeweils grassierenden
Antisemitismus gewandelt. 'Zu Beginn waren es Überlebensgeschichten, die zu Vergebung führten', sagt sie. 'In letzter Zeit, also mit zunehmenden antisemitischen Tendenzen in unserer Gesellschaft, waren es Leute, die Israel und das Judentum offensiv kritisierten.'"
Tobias Schröers beleuchtet für die
FAZ die Arbeit der
Bundeszentrale für politische Bildung, die ins Gespräch kam, nachdem Bundesinnenministerin Nancy Faeser, der die bpb untersteht, eine Mittelkürzung von immerhin
20 Millionen Euro vorsieht. Dafür muss man wissen, dass es für die Behörde zuletzt gut lief, so Schröers: "In den vergangenen zehn Jahren ist das Budget kontinuierlich gewachsen, von 39,3 Millionen Euro im Jahr 2013
auf 96 Millionen in diesem Jahr. Im Jahr 2024 soll das Budget auf 76 Millionen Euro gekürzt werden. Auch die Zahl der Mitarbeiter nahm zu. (...) Im Jahr 2013 zählte die Zentrale 210 Beschäftigte, derzeit gibt es 408 in Bonn, Berlin, Gera und für ein Projekt im baden-württembergischen Friedrichshafen. Dort soll in drei Jahren das in den Siebzigerjahren von Terroristen entführte Lufthansa-Flugzeug Landshut als Lernort dienen." Dafür fördere die bpb
zivilgesellschaftliche Arbeit, und sie tritt "ebenso selbst als Veranstalterin von Seminaren und Bildungsreisen auf, macht etliche multimediale Angebote wie den Wahl-O-Mat oder Videoformate und gibt zahlreiche Printprodukte für
verschiedenste Zielgruppen heraus. Für Kinder gibt es eine Comicwelt, in der Hasen, Nilpferde und Säue gemeinsam eine Demokratie aufbauen."
Porsche musste aus religiöser Rücksicht
ein Werbevideo korrigieren,
berichtet Oranus Mahmoodi bei
hpd.de. Das Video zeigt eine im Vorüberfahren aufgenommene Silhouette von Lissabon, aber die grauenhaft faschististoide "
Christo Rei"-Statue, die nur einen Moment zu sehen war, wurde herausretuschiert. Daraufhin brach ein Shitstorm los: "Der Automobilhersteller aus Stuttgart hat den
Clip ohne Jesus zurückgezogen und eine Version mit Christo Rei hochgeladen. Porsche hat sich unter dem YouTube-Video entschuldigt: 'In einer zuvor hochgeladenen Version des 911 S/T Einführungsfilms wurde ein Wahrzeichen entfernt. Dies war ein Fehler, und wir entschuldigen uns für jede Beleidigung.' Porsche habe keine religiösen Gefühle verletzen wollen, teilte der Autobauer in Stuttgart mit. Die Macher des Werbeclips hätten
Jesus aus ästhetischen Gründen entfernt." Als wäre das nicht ein Argument!
Floridas "
Don't say gay"-
Gesetz geht weit über das Entfernen von Kinderbüchern, die Homo- oder Transsexualität oder Rassismus thematisieren, hinaus,
schreibt Nadine A. Brügger in der
NZZ: Lehrpersonen ist verboten , "Kinder mit anderen Pronomen anzusprechen als denen, die dem
Geschlecht auf ihrer Geburtsurkunde entsprechen. Selbst wenn die Kinder und Jugendlichen das ausdrücklich wünschen." Neu zugelassen wurden hingegen
Lehrvideos der Prager University, eine Non-Profit-Organisation, die Videos zu politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen produziert, so Brügger weiter. Hier wird nicht nur gelehrt, dass
Sklaverei "
keine große Sache" gewesen sei, auch
Geschlechterrollen werden den Kindern vorgegeben: "In einem Beitrag ... für Elf- und Zwölfjährige sagt eine hübsche Frau in die Kamera: '
Ziehe dich schön an, lerne, dich zu schminken, und gewöhne dich an den Gedanken, eine Ehefrau und eine Mutter zu sein. Erlaube es dir, zu Hause zu bleiben und deine Kinder großzuziehen.' (...) 'Aber zeige nicht die Körperteile, mit denen du
eine falsche Botschaft über dich aussenden würdest.' (...) Auch für die Buben gibt es ein Lehrstück.
Maskulinität sei nötig gewesen, um
Nazi-
Deutschland im Zweiten Weltkrieg zu bezwingen. Heute sei Männlichkeit wichtig, um ein starkes Land zu haben."