In der
SZ blickt Alexander Menden auf die "Mutter aller Restitutionsdebatten", den Streit um die
Rückgabe des Parthenon-Fries, den der britische Botschafter Lord Elgin einst in einem Handel mit den osmanischen Besatzern von der Athener Akropolis abtransportieren ließ. Die Unesco hat sich im September hinter die Forderung Griechenlands nach Rückgabe gestellt. Bemerkesnwert, welche Gegenargumente das British Museum hinter vorgehaltener Hand auffährt. Zum Beispiel: "Dass man die politisierende Parteinahme der Unesco mit ihrer Fixierung auf
nationalstaatliche Eigentumsrechte als ahistorisch und einseitig betrachte. Doch offiziell schweigt sich das British Museum bis dato aus."
Im
Börsenblatt möchte Deniz Yücel als neuer PEN-Präsident die Freiheit des Wortes auch für
rechte Verlage gelten lassen (die er allerdings nicht genauer definiert oder von rechtsradikalen oder rechtsextremen abgrenzt). Aber, meint er in der Diskussion um die Buchmesse: "Einen größeren
Propaganda-Dienst als ihren Rauswurf kann man diesen Leuten gar nicht erweisen, woran ein Antifaschismus, dem es nicht um die narzisstische Selbstinszenierung, sondern um eben die Bekämpfung des Faschismus geht, kein Interesse haben kann. Das entbindet die Veranstalter nicht von aller Verantwortung. Und weil sie in dieser Frage mehrmals Taktgefühl vermissen ließen, hier als Merksatz: Platzierung neben Blauem Sofa - nicht machen; Platzierung zwischen
Besenkammer und Herrenklo - ja, passt."
Nach dem neuen Ärger um die rechtsradikale Gesinnung des Großspenders
Ehrhardt Bödecker hat die Stiftung Humboldt Forum die Plakette zu seinen Ehren entfernen lassen, nicht das Kreuz auf der Kuppel (
unser Resümee). Im
Tagesspiegel quälen jetzt Christiane Peitz Fragen über Fragen: Was ist zum Beispiel mit Bödeckers Frau, die sich bei der Flüchtlingshilfe engagiert und die mit auf der Plakette stand? Und: "Was ist etwa mit
Rudolf-August Oetker, der sich zeitlebens gegen die Aufarbeitung der NS-Verstrickung seines Unternehmens gewehrt hatte? Die Großspende datiert dem Vernehmen nach aus der Zeit nach seinem Tod 2007, sie erfolgte über die gleichnamige Kunst- und Kulturstiftung.
Alles in Ordnung? Dass aktuelle Rechtsextreme und Revanchisten als Spender fragwürdig wären, ist klar. Aber welches Geld aus deutschem Firmenerbe ist unbelastet, welches nicht? Welche Ehrentafeln in welchen deutschen Kultureinrichtungen stehen demnächst zur Debatte?" Berliner Kulturpolitik ist ein Graus!