2014 haben erstmals weniger als die Hälfte der Deutschen Bücher gekauft. Insgesamt ist die Zahl der Buchkäufer zwischen 2013 und 2017 um
fast achtzehn Prozent zurückgegangen. Der Umsatzrückgang konnte größtenteils durch höhere Buchpreise aufgefangen werden. Schuld ist natürlich
das Internet, wie eine Studie des Börsenvereins ergab, berichtet Sandra Kegel in der
FAZ: "Die Flut einstürzender Informationen, die blinkend und piepsend unentwegt Aufmerksamkeit einfordern, führe zu einem
Gefühl der Abhängigkeit und des Ausgeliefertseins, sagen die Exleser, eben weil es ihnen kaum noch möglich sei, sich aus der digitalen Dauerbeschäftigung loszureißen", so Kegel. "Teile der potenziellen Buchkäufer leiden unter einem kollektiven Aufmerksamkeitsstörungssyndrom",
diagnostiziert Volker Breidecker in der
SZ.
In
Georgien wächst der Buchmarkt unterdessen stetig - nicht zuletzt, weil die georgische Gesellschaft nach Jahrzehnten der
Zensur und der Gerüchte wissen will, was national und international passiert,
weiß Claudia Mäder in der
NZZ. Und auch mit Blick auf
Frauen in Führungspositionen ist der georgische dem deutschen Buchmarkt voraus: "Anders als etwa im deutschsprachigen Buchwesen, wo ein Heer von Mitarbeiterinnen die Presse- und Administrationsarbeit der meist von Männern geleiteten Verlage erledigt, wird in Georgien nicht nur der größte Verlag, sondern auch das nationale Buchzentrum, das Literaturhaus und der Buchhändler- und Verlegerverband von einer Frau geführt."
Weitere Artikel: In der
NZZ hat Judith Leister mit der neuen Direktorin des NS-Dokumentationszentrums in München,
Mirjam Zadoff,
gesprochen, die das Haus thematisch öffnen will, auch für Zielgruppen, "die das Land vielleicht erst in Zukunft mitprägen werden, wie die Migranten der jüngsten Zeit. Hier gelte es, Erfahrungen wie
Flucht und Diktatur in den gesamtgesellschaftlichen Diskurs zu integrieren."