In der
SZ wärmt
Christoph Schwennicke, Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft Corint Media, unverdrossen das Märchen von den Verlagen auf, die ihre "
Inhalte"
kostenlos an Google und Co abgäben. Tun sie natürlich nicht, aber das weiß Schwennicke vielleicht nicht, sonst würde er die Verlage nicht mit
Bob Dylan,
Bruce Springsteen oder
Sting vergleichen, die ihre Verwertungsrechte für Milliarden Dollar an den Vermögensverwalter Blackrock verkauft haben: "Sie alle haben begriffen,
wie viel Geld sich mit den Rechten an ihren Schöpfungen verdienen lässt." Sicher, nur wollen die Zeitungen nicht wie die Musiker ihre Verwertungsrechte verkaufen, sondern Geld dafür bekommen, dass ihre hinter einer Bezahlschranke versteckten Artikel in den
Suchergebnissen von Google gelistet werden. Schwennicke ficht das nicht an, er hofft auf das neue
Presseleistungsschutzrecht: "Es sollte die Digitalmonopolisten zwingen, für die Presseinhalte pauschal zu bezahlen, mit denen sie bislang gratis ihr Geschäftsmodell zum eigenen Vorteil betrieben. Dieses Recht ist das schärfste Schwert, das die Presse bislang im Überlebenskampf gegen die Digitalkonzerne von der Politik an die Hand bekommen hat." Vorausgesetzt, die Verlage vereinigten sich gegen Google und Co, so Schwennicke.
Der
Börne-Preis, einst eine renommierte Institution, ging an den Chefredakteur der
NZZ,
Eric Gujer, der das Blatt kräftig nach rechts gerückt hat.
Leon de Winter spricht in seiner natürlich in der
NZZ abgedruckten Laudatio viel über das angeblich grassierende Klima der
Hysterie und ein wenig über Eric Gujer, dessen Artikel eine "tragisch-heroische" Qualität auszeichne. Der Börne-Preis wurde übrigens von dem Frankfurter Unternehmer
Michael Gotthelf gestiftet, dem wir auch den
Schirrmacher-Preis verdanken - und der ging im letzten Jahr an den Trump-Fan
Peter Thiel.