Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Literatur

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.04.2026 - Literatur

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"Ich bin zurück in der Fiktion, und es fühlt sich sehr gut an", freut sich Salman Rushdie im SZ-Gespräch gegenüber Nora Zukker mit Blick auf seinen neuen Erzählband "Die elfte Stunde". Zuvor hatte er mit dem Essay "Knife" den Anschlag auf sein Leben aufgearbeitet. Vor dessen Fertigstellung war es ihm "unmöglich gewesen, an Belletristik zu denken. Aber als ich damit fertig war, konnte ich an den Erzählungen arbeiten. Als hätte ich eine kleine Tür geöffnet, und die Fantasie wäre wieder hereingetreten. ... Es ist, als würde mir meine eigentliche Arbeit wieder in die Hände fallen. Ich wollte mein Leben lang Dinge erfinden, aber die Umstände haben mich gezwungen, mich mit Nichtfiktionalem zu beschäftigen. Der Attentäter hat mir viel genommen, aber nicht meine Fantasie." 

In der FAZ kommt Nikolai Ott auf den Fall von Mia Ballards "Shy Girl" zu sprechen: Nachdem der Horrorroman zunächst im Eigenverlag veröffentlicht und via Goodreads und TikTok ein großer Erfolg wurde, hat die Hachette Book Group sich das Buch vertraglich gesichert - nur um von einer Veröffentlichung dann doch wieder abzusehen, nachdem auf Reddit und Youtube Vorwürfe laut wurden, denen zufolge das Buch über weite Strecken per KI verfasst worden sei. Kurios findet Ott daran nicht nur, dass der Roman durch einander ähnelnde Communities erst hochgejubelt und dann zu Fall gebracht wurde, sondern auch, "dass es eine KI braucht, um die Nutzung von KI festzustellen. ... So groß die Skepsis gegenüber Internet-Newcomern seitens der Verlage fortan sein dürfte, so frappierend ist die Tatsache, dass dieser 'KI-Slop' ein derart großes Publikum gefunden hat. Die Erzählung (...) hat die Horror-Gemeinde trotz - oder gerade wegen? - des KI-Schreibstils überzeugt. Die Lust am Text, sie gilt scheinbar auch jenen künstlich generierten Mittelmaß-Werken, die mittlerweile Amazon fluten."

Außerdem: "Ich bin in einem Zustand der völligen Lethargie und Lähmung", sagt Navid Kermani im NZZ-Porträt von Leonie C. Wagner mit Blick auf die momentane Lage des Iran. Besprochen werden unter anderem Navid Kermanis "Sommer 24" (NZZ), Octavia E. Butlers "Verbunden" (FR), Henning Ahrens' "Inventur eines Dinosauriers" (FR), Niels Schröders Comic "Blindes Vertrauen. Otto Weidt, ein 'Gerechter unter den Völkern'" (taz) und neue Sachbücher, darunter Peter Sloterdijks "Der Fürst und seine Erben. Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.04.2026 - Literatur

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Im Perlentaucher stellt Angela Schader Devika Reges im Jahr 2014, also im Jahr von Narendra Modis Machtantritt, angesiedelten Debütroman "Die rastlosen Jahre" vor, für den die indische Autorin über mehrere Jahre lang recherchiert hat, um ganz tief ins politische und gesellschaftliche Gewebe ihrer Heimat vorzudringen: Den Rahmen hat Rege also, "den Realitäten ihres Landes entsprechend, weit gesteckt. Vom Hindutva-Aktivisten bis zum Unternehmensberater, der mit Kalkül und Ellbogen um seine Karriere kämpft; von den unbemittelten muslimischen Familien und den Dalits, die - eine erzwungene Schicksalsgemeinschaft - vom Gesellschaftssystem fast buchstäblich auf die Müllhalde gedrängt werden, bis zu den beflaggten Bühnen, auf denen schillernde Parteigrößen trotz ihrer laufend wechselnden Allianzen zu überzeugen versuchen; vom homosexuellen parsischen Schauspieler bis hin zum in der Wolle gefärbten Kommunisten, der als Investigativreporter sein Leben aufs Spiel setzt: So weit reicht das Figurenspektrum, und damit ist noch nicht einmal das ganze Ensemble vorgestellt. Die Devise, auf die sich die Autorin dabei verpflichtete, war: Nicht vorverurteilen, sondern auf dem Boden der Realität das Gespräch mit Vertretern dieser Gruppierungen aufnehmen. Zuhören und dabei versuchen, die Erfahrungen und Denkungsarten zu ergründen, die hinter einer Haltung stehen, auch wenn man diese als falsch oder gefährlich betrachtet."

Außerdem: Mia Eidlhuber erzählt im Standard von ihrem Besuch bei der zuletzt mehrfach preisgekrönten Schriftstellerin Dorothee Elmiger in New York. Ebenfalls im Standard spricht die Literaturagentin Anna Webber, die die beiden letzten Booker-Prize-Träger Samantha Harvey und David Szalay über ihre Arbeit in einem gewandelten Literaturbetrieb. Dass ihr Roman "Heimsuchung" in diesem Jahr Pflichtlektüre für die Abiturprüfung in Deutsch ist, hat wohl auch damit zu tun, dass er "in kurzer Form durch die verschiedenen Kapitel der deutschen Geschichte des letzten Jahrhunderts geht und vielleicht ein bisschen nachfühlbarer und anschaulicher macht, was den Menschen zu unterschiedlichen Zeiten widerfahren ist", sagt Jenny Erpenbeck im ZeitOnline-Gespräch mit Volker Weidermann. Denis Scheck habe ihre Bücher zwar schon immer in der Luft zerrissen, was sie jedoch nie groß gekümmert hat, schreibt die Schriftstellerin Ildikó von Kürthy auf Zeit Online, aber dass der TV-Kritiker ihr neues Buch "Alt genug" nun als "Nachrichten aus der Schnatterzone der Damentoilette" bezeichnet hat, diese "Respektlosigkeit" und "Verachtung der lesenden und schreibenden Frauen" will sie nicht mehr hinnehmen. Niels Bossert berichtet in der NZZ, dass die Hachette Book Group von der Veröffentlichung von Mia Ballards zuvor im Eigenverlag publiziertem und über Social-Media-Dynamiken sehr erfolgreich gewordenem Roman "Shy Girl" nun doch absieht, da sich die Hinweise verdichten, dass es sich zu beträchtlichen Teilen um ein KI-Werk handeln dürfte. Im Literaturfeature von Dlf Kultur befasst sich Helmut Böttiger mit dem Einfluss von Jazz auf die deutsche Nachkriegsliteratur.

Besprochen werden Madame Nielsens "Das Zeitgeisterhaus" (NZZ), Yang Lians Essaysammlung "Im Einklang mit dem Tod" (online nachgereicht von der NZZ), Cristina Morales' "Letzte Tage mit Teresa von Ávila" (Standard), der zweite Teil von Chloé Chruchaudets Comicserie über die Haushälterin von Marcel Proust (Standard), Christoph W. Bauers Novelle "Lärm" (Standard), Monika Marons "Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig. Tagebücher 1980-2021" (FR), Sama Maanis "Besuch bei Onkel Napoleon" (Standard),  Federica Manzons "Alma" (online nachgereicht von der Welt) und neue Kriminalromane, darunter Dave Zeltsermans "Alles endet hier" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 04.04.2026 - Literatur

In der FAZ befragt die deutsche Schriftstellerin Marica Bodrožić Texte des Jugoslawen Danilo Kiš, der Türkin Ece Temelkuran und der Russin Marina Stepanova auf deren literarischen Umgang mit Exil, Vertreibung und Heimatlosigkeit. Bei Kiš etwa erkennt sie dessen "Verfahren der 'ironischen Distanz' ..., stets im Dienst der Erinnerung, die, trotz seines großen politischen Sensoriums mit sogenannter 'engagierter Literatur' nichts zu tun hat. In den besagten 'Ratschlägen für einen jungen Schriftsteller' fordert Kiš sogar dazu auf, zum Thema der 'engagierten Literatur' stumm wie ein Fisch zu bleiben und dieses Feld den Professoren zu überlassen. 'Letztlich ist alles, was dem Schriftsteller zustößt, das Böse und das Gute, ein Teil seines literarischen Schicksals (und ein anderes hat er nicht).'"

Die FAZ bringt außerdem den Vortrag des Literaturwissenschaftlers Stefan Willer, der anlässlich der Aufnahme von Goethes handschriftlichem Nachlass ins UNESCO-Weltdokumentenerbe über das Konzept eines "Welterbes" nachdenkt: "'Welterbe' ist der Name für einen kulturpolitischen Dissens und, wie ich hinzufügen möchte, auch für eine eigentumsrechtliche Herausforderung. Denn es geht hier um Kollektivität, um Gemeinschaftseigentum." 

Weitere Artikel: Der israelische Dirigent Omer Meir Wellber zählt in der Literarischen Welt seine zehn Lieblingsbücher auf, darunter Daniel Kahnemanns "Schnelles Denken, langsames Denken" und Olga Tokarczuks "Die Jakobsbücher". 

Besprochen werden unter anderem Viktor Jerofejews "Die neue Barberei" (LitWelt), Sergej Lebedews "Die Beschützerin" (FAZ), Barbara Honigmanns "Mischka" (FR), Benjamin Reichs Bildband "Jerusalem Berlin" (intellectures) und Thomas Hettches "Liebe" (taz). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

In der Frankfurter Anthologie schreibt Jan Wilm über Henning Ahrens "Brief":

"Der Flug der Vögel lässt auf Deutung warten.
Das Haus, umblüht von Flieder, schweigt..."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.04.2026 - Literatur

Marko Martin erinnert in der Welt an den Schriftsteller Edgar Hilsenrath, der heute hundert Jahre alt geworden wäre, weshalb Dlf Kultur ihm kürzlich auch eine "Lange Nacht" widmete. Besprochen werden unter anderem Sabine Lidls Kino-Porträtfilm "Dance Around the Self" über die Schriftstellerin Siri Hustvedt (FD) und Armin Nassehis "Anmerkungen zum Antisemitismus. Die Funktion der Judenfeindschaft und das westliche Selbstverständnis" (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 01.04.2026 - Literatur

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Dass mit den Übersetzungen von Daniel Kehlmanns "Lichtspiel" und Shida Bayzars "Nachts ist es leise in Teheran" in diesem Jahr gleich zwei deutsche Romane für den International Booker Prize nominiert sind, überrascht Gerrit Bartels vom Tagesspiegel insbesondere im zweiten Fall: Bayzars ursprünglich 2016 erschienener Debütoman wurde erst im letzten Herbst von einem britischen Verlag aufgegriffen. Sie erzählt "eine autobiografisch grundierte persische Familiengeschichte vom Sturz des Schahs 1979 bis ins Jahr 2009" und erzielte damit "einige Achtungserfolge hierzulande". Doch "anders als Kehlmann oder auch Jenny Erpenbeck ist der Name von Bayzar außerhalb des Literaturbetriebs nur wenigen ein Begriff. ... Das kann sich nun über den Umweg des Vereinigten Königreichs und des International Booker Prize ändern, auch weil vor dem Hintergrund der Ereignisse in Iran Shida Bayzars Roman viel aktuelle Brisanz bekommen hat und die Verhältnisse dort und in der iranischen Diaspora besser verstehen lässt."

Weitere Artikel: Der Tagesspiegel meldet, dass Boualem Sansal Schirmherr des Internationalen Literaturfestivals Berlin wird. Johanna Adorján erzählt in der SZ von ihrem Treffen in Wien mit dem Booker-Preisträger David Szalay. Der Übersetzer Frank Heibert blickt auf Tell auf zehn Jahre Tell zurück. Katrin Hörnlein spricht in der Zeit mit dem US-Jugendbuchautor Jason Reynolds, der in seinen Büchern bewusst gesellschaftspolitische Themen anspricht - und im aktuellen Buch "24 Sekunden ab jetzt" von einem verunsicherten Jungen schreibt, der mit Liebe und Sex ziemlich überfordert ist. Die Zeit präsentiert ab diesem Monat alle vier Wochen die besten Kinder- und Jugendbücher, Katrin Hörnlein erklärt dies auch als Maßnahme dagegen, dass immer mehr Kinder nach der Grundschule keine ausreichenden Lesekenntnisse haben. Auf der ersten Liste auf Platz Eins ist Elin Lindells "12 Süßigkeiten und 2 Todesfälle".

Besprochen werden unter anderem Navid Kermanis "Sommer 24" (taz), Jacqueline Harpmans "Ich, die ich Männer nicht kannte" (FR), Xaver Bayers "Hauch" (Standard), Tomer Gardis "Liefern" (FAZ), Monika Marons Tagebuch "Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig" (Zeit) und Sabine Lidls im Kino gezeigter Porträtfilm "Dance Around the Self" über die Schriftstellerin Siri Hustvedt (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 31.03.2026 - Literatur

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Ulf Lippitz unterhält sich für den Tagesspiegel mit Siri Hustvedt, die mit "Ghost Stories" an ihren 2024 verstorbenen Ehemann Paul Auster erinnert. Unter anderem geht es darum, dass man selbst im liberalen Kulturmilieu New Yorks als Witwe doch immer noch etwas distanzierter behandelt wird als ein Witwer - und warum sie Ratgeber- und Self-Help-Bücher bei der Trauerarbeit ablehnt: "Es gibt die weitverbreitete Vorstellung, dass ein Mensch, der die richtigen Werkzeuge besitzt, sich durch die Einhaltung einfacher Regeln zu jemand Besserem machen kann. Ich halte das für Unsinn. Wir alle werden aus dem Körper einer anderen Person geboren, sind als Kinder völlig abhängig von anderen Menschen und in unterschiedlichem Maße auch im Erwachsenenalter. Es gibt eine Grenze für unsere Kontrolle über äußere Umstände."

Weitere Artikel: Frank Nienhuysen porträtiert in der SZ die nach Bayern ausgewanderte russische Schriftstellerin Natalja Kljutscharjowa, die für ihr Heimatland alle Hoffnungen aufgegeben hat: "Jeden Tag erhöht sich der Anteil des Absurden", sagt sie. Jan Wiele (FAZ) und Jan Küveler (Welt) resümieren Michel Houellebecqs offenbar wie üblich muffig-patzigen Auftritt beim Literaturfestival "Eventi Letterari" auf dem Monte Verità in Ascona.

Besprochen werden unter anderem Lukas Rietzschels "Sanditz" (FR), Josef Winklers "Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht" (NZZ), Helene Bukowskis "Wer möchte nicht im Leben bleiben" (Intellectures),Ben Lerners "Transkription" (Standard) und neue Sachbücher, darunter Stefan Müller-Doohms "Frankfurt als geistige Lebensform" mit "Erinnerungen und Essays" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.
Stichwörter: Hustvedt, Siri, Trauerarbeit

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.03.2026 - Literatur

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Manfred Rebhandl unterhält sich im Standard mit der Kunsthistorikerin Gabriele Goffriller über den Sonderling Joseph Kyselak, der im frühen 19. Jahrhundert quer durchs österreichische Kaiserrreich wanderte, dabei nach Manier heutiger Graffiti-Künstler seinen Nachnamen als Signatur an Wänden und Bergen hinterließ und schließlich über seine Abenteuer ein Buch verfasste, das Goffriller nun neu herausgegeben hat. Die Schriftstellerin Daniela Emminger erzählt im Standard, warum sie für eine Romanrecherche nach Grönland gezogen ist. Dem Schriftsteller Paul Auer wird es im Standard nostalgisch warm ums Herz, wenn er sich an seine Zeiten als jugendlicher Interrail-Reisender in den Neunzigern erinnert. Außerdem präsentiert die NZZ "hundert Bücher, die die Welt veränderten".

Besprochen werden Lukas Rietzschels "Sanditz" (NZZ), Olivier Guez' "Die Welt in ihren Händen. Die Abenteuer der Gertrude Bell in Mesopotamien" (Standard), ein von Ulrike Schuldes herausgegebener Band mit den "schönsten Gedichten" von James Krüss (FR) und Jennette McCurdys "Half His Age" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.03.2026 - Literatur

Der früher engagiert putinkritische, heute aber rigoros kremltreue Schriftsteller Sachar Prilepin rennt mit seinem Vorschlag einer russischen Antwort auf den Literaturnobelpreis - natürlich als angeblich "antikoloniales" Projekt - bei Putin offene Türen ein, berichtet Stefan Scholl in der FR. Kein Wunder, "Prilepin bedient eine der Lieblingsideen Putins: Russland als geistig moralischer Führer des 'globalen Südens'. Dahinter stehen nach Ansicht des Exilsatirikers Viktor Schenderowitsch aber auch massive finanzielle Ambitionen des Starautors: 'Ein neuer Literaturpreis, das bedeutet auch ein neues, voluminöses Budget, den Zugriff auf neue Immobilien und Arbeitsplätze.'"

Hannes Stein berichtet in einer Reportage für die Welt von seinem Besuch im Hunter College in Manhattan, wo der Literaturwissenschaftler Yakov Klots eine Bibliothek mit verbotenen russische Bücher in der Sowjetunion gegründet hat. Viele der Bücher wurden seinerzeit von der CIA gedruckt und dann in den Ostblock geschmuggelt, erzählt Klots. Dabei kamen auch Ballons zum Einsatz. "Natürlich schafften sie es nicht bis in die Sowjetunion, aber mit ihrer Hilfe schwebten Bücher als Himmelsgeschenke bis nach Rumänien, und von dort wurden sie dann weitergereicht. ... Vielleicht war dies die einzige echte Heldentat der CIA im Kalten Krieg: Sie hat sich unsterbliche Verdienste um die Literatur erworben. 'Anders als die östlichen Behörden hat die CIA nie ideologische Vorgaben gemacht', sagt Klots. Tatsächlich hat sie in den Fünfzigerjahren ja auch hervorragende Zeitschriften finanziert: Encounter in London, den Monat in Berlin, das Forum in Wien."

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Weitere Artikel: "Ich lebte in diesem Viertel in Zeiten, die mir heute unschuldig erscheinen", schreibt der Schriftsteller Moshe Sakal in "Bilder und Zeiten", nachdem eine Rakete in besagtem Viertel in Tel Aviv eingeschlagen ist, "und doch lässt sich nicht leugnen, dass die heutige Gewalt und ihre Ausmaße ... gewaltig und apokalyptisch geworden sind". Leonie C. Wagner unterhält sich in der NZZ mit Leïla Slimani über deren aktuellen Roman "Trag das Feuer weiter". Für das Literaturefeature im Dlf Kultur erkundet Katharina Teutsch, wie Leif Randt, Helene Hegemann und Joshua Groß über die Liebe in Zeiten der Polykrise schreiben. Die Kinderlosigkeit ist vielleicht keine Erfindung des Feminismus, wie manche glauben, sondern eher eine der männlich geprägten Weltliteratur, glaubt Nikolai Ott im "Literarischen Leben" der FAZ. Marc Zitzmann erklärt in "Bilder und Zeiten" der FAZ anhand eines Streifzugs durch die Literatur, warum er Marseille verachtet - aufgrund der grassierenden Gewalt, des organisierten Verbrechens und nicht zuletzt aufgrund des Wahlverhaltens der Bürger der Stadt, wo fast jeder zweite den rechten Rassemblement National gewählt hat. Mathias Mayer schlägt für "Bilder und Zeiten" nach, wie Ingeborg Bachmann über die Oper nachgedacht hat. In der "Langen Nacht" von Dlf Kultur erinnert Helmut Braun an den Schriftsteller Edgar Hilsenrath. Sophia Coper porträtiert in der FAS die Schriftstellerin Hannah Häffner. Lars von Törne schreibt im Tagesspiegel zum Tod des Manga-Meisters Yoshiharu Tsuge, der vor wenigen Jahren auch in Deutschland wiederentdeckt wurde.

Besprochen werden unter anderem Dana von Suffrins "Toxibaby" (taz), Ádám Bodors "Waldohreule" (taz), Ozan Zakariya Keskinkılıçs "Hundesohn" (Intellectures), Nadine Schneiders Roman "Das gute Leben" (FAZ) und Christoph Peters' "Entzug" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

In der Frankfurter Anthologie schreibt Gerhard Stadelmaier über Eduard Mörikes "Karwoche":

"O Woche, Zeugin heiliger Beschwerde!
Du stimmst so ernst zu dieser Frühlingswonne ..."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.03.2026 - Literatur

Michael Moorstedt blickt in der SZ darauf, wie Fanfiction den Literaturmarkt umkrempelt: Wer heute Bestseller landen will, muss aus der Fan-Szene kommen und auf deren Bedürfnisse eingehen. Leonard Hillmann erinnert im Tagesspiegel an den vor allem für seine Dagobert-Duck-Comics bekannten Zeichner und Autor Carl Barks, der vor 125 Jahren geboren wurde. Besprochen werden unter anderem Thomas Hettches "Liebe" (NZZ), Percival Everetts "Ausradiert" (FR) und Simon Chevriers "Foto auf Anfrage" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.03.2026 - Literatur

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Zelda Biller erzählt in der Zeit von ihrem Besuch bei der Schriftstellerin Barbara Honigmann in Straßburg. "Ich glaube, meine prophetischen Gaben werden eh überschätzt", sagt Michel Houellebecq im NZZ-Gespräch mit Lucien Scherrer. Wo soll sie künftig ihre Romane schreiben, fragt sich die Schriftstellerin Eva Menasse in der Zeit nach der Ankündigung, dass die Berliner Staatsbibliothek ab 2030 wohl für elf Jahre schließen wird (mehr dazu hier).

Besprochen werden unter anderem Ulrich Woelks "Hellere Tage" (NZZ), Dana von Suffrins "Toxibaby" (FR), Ben Lerners "Transkription" (Zeit), Christoph Peters' autobiografischer Roman "Entzug" (FAZ) und Jacqueline Harpmans "Ich, die ich Männer nicht kannte" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr.