
In einem sehr lesenswerten Text
räumt Hannes Bajoh mit völlig veralteten Vorstellungen von
digitaler Literatur auf. Hypterext, Rhizome, nichtlineares Erzählen sind Schnee von gestern, und selbst die in die Bildende Kunst spielende
Google-Poesie,
Stephen McLaughlins Puniverse oder
Douglas Couplands in Acryl gemalte,
QR-Code-Lyrik bleiben spärliche Vorstöße: "Womöglich haftet
flarf und ähnlichen Experimenten, die das Internet zur Textproduktion heranziehen, wie etwa
twitlit, wo Twitter zum literarischen Operationsfeld wird, noch etwas
Allzuwörtliches an, das es leicht macht, sie zu ignorieren. Sie fischen nur die Oberfläche des Internet ab, ohne sich an die Untiefen des Digitalen zu wagen. Das Internet ist auch Google, ist auch das Stimmengewirr der sozialen Netze, aber darin erschöpft sich das Digitale nicht. Wie es in der Gegenwartskunst den Unterschied zwischen
net art und
digital art gibt, sollte man auch Netzliteratur von digitaler Literatur trennen. Das eine sind Schnappschüsse eines kulturellen, linguistischen und technologischen Augenblicks, der sich in der Geschwindigkeit verändert, mit der Meme und Plattformen auf- und wieder abtauchen; das andere sind Versuche, die Affektorganisation und
Weltwahrnehmung durch das Digitale überhaupt darzustellen."
Hat die
CIA das
Creative Writing erfunden? Eric Bennett erzählt die Geschichte des
Iowa Writers" Workshop, der in den dreißiger Jahren junge AutorInnen aus aller Welt in die USA holen sollte und den Boom für Kreatives Schreiben losgetreten hat: "Keinem anderen Programm wurde von der Asia Foundation, dem Außenministerium und der CIA solches Interesse entgegengebracht. Und der
Niedergang der Unternehmung "Kreatives Schreiben" muss zumindest teilweise von diesem Unterschied herrühren."
Weiteres: Jens Soentgen
erzählt die Geschichte der deutschen
Kunstgummi-Produktion. Edith Lynn Beer setzt ihre Erzählung aus der
Bukowina fort.