
Der Schriftsteller und Unternehmer
Ernst-Wilhelm Händler legt einen Parforceritt durch die Geschichte der ökonomischen Theorie vor, von der Neoklassik zur Verhaltensökonomik, und ist sich am Schluss nicht mehr sicher, ob
Simmels Theorem von der
Indifferenz des Geldes für die heutigen Finanzmärkte noch stimmt. Das Geld nimmt Form an, die Tauschewigkeit geht zu Ende: "Die Finanzmärkte in ihrer bestehenden Form fördern zuerst die Interessen derjenigen Teile der Gesellschaft, die unmittelbar vom technischen Fortschritt profitieren. Indem sich das Geld kumuliert, wo der technische Fortschritt vollzogen wird, schafft es Identität. Wo der technische Fortschritt erlitten wird, zerfällt Identität, wird anonymisiert. Die
Finanzmärkte zerstören - man kann es nicht anders formulieren - diejenigen Gesellschaftsteile, die dem technischen
Fortschritt entgegenstehen."
Georg Stanitzek hebt zur Ehrenrettung der vielgescholtenen
Fußnote an, die allerdings in der
Wikipedia ein "unverhofftes Reservat" gefunden hat: "Dabei bleiben ihre möglichen Funktionen strikt limitiert; sie sollen die im Artikel gegebenen Informationen belegen. Diskursive,
Reflexionen oder Abwägungen entfaltende Anmerkungen sind unerwünscht.
Gatekeeper, die so etwas sichten, werden es in der Regel streichen und ihr Motiv mit dem Kürzel '
TF' signalisieren: Es steht für das Urteil, hier sei '
Theoriefindung' versucht worden."
Außerdem: Die Übersetzerin Katy Derbyshire
erzählt, wie sie sich an
Christa Wolfs "August" die Zähne ausbiss. Jürgen Kaube
räsoniert über habituelle Unterschiede in den Vorträgen von Natur- und Geisteswissenschaftlern. Robin Celikates liest mit großem Interesse, aber recht kritisch
Luc Boltanskis Schrift "Rätsel und Komplotte".