
Der
Iran steht nicht am Rande einer Revolution, sondern am Rande der Erschöpfung,
meint der israelische Nahostexperte
Menahem Merhavy. "Im heutigen Iran sind Akte stillen Widerstands Teil des Alltags geworden. In den großen Städten des Landes sieht man unverhüllte Frauen an öffentlichen Orten. Protestlieder sind weit verbreitet. Die dramatischen Ereignisse von Ende Dezember und Januar mit erneuten Konfrontationen und einer gewaltsamen Reaktion des Staates haben das
Gefühl der Krise noch verstärkt. Doch selbst in dieser Zeit erhöhter Spannungen gibt es keinen anhaltenden Massenaufstand, keine konsolidierte revolutionäre Führung, keinen klaren Bruch mit der politischen Ordnung, die das Land seit fast einem halben Jahrhundert regiert. Die Wahrheit könnte einfacher und beunruhigender sein. Der Iran steht keineswegs vor einem revolutionären Moment. Er tritt in eine längere Phase des
politischen Niedergangs ein, in der die Macht fortbesteht, auch wenn die Legitimität schwindet, in der sich die Politik nicht durch dramatische Brüche, sondern durch Erosion entwickelt - zunächst langsam, dann, wie in den letzten Jahren, in immer schnellerem Tempo."
In
Mauretanien gibt es ziemlich hohe
Scheidungsraten, es ist normal, dass Frauen einen Mann nach wenigen Monaten wieder verlassen, wenn der es (zum Beispiel finanziell) nicht bringt,
schildern Oliver Dunn und Josef Skrdlik in
Newlines. Das Land ist islamisch geprägt, für viele ist die Ehe schlicht Voraussetzung, sich auch sexuell ausprobieren zu können. Die islamische Praxis der
Sirriya, eine geheime Ehe, bietet da eine Art Schlupfloch, denn sie kann schon mit dem dreifachen Ausspruch des Satzes "Ich bin von dir geschieden" aufgelöst werden: "Samia, eine dreifache Mutter in ihren späten Zwanzigern, ist viermal geschieden, die letzten beiden Ehen waren Sirriya. Die geheimen Arrangements, beide haben nur ein oder zwei Monate gehalten, waren finanziell lukrativ - Goldarmbänder, Bargeld in Höhe von insgesamt 12 500 Dollar und ihre Miete wurde für ein Jahr bezahlt. Als nun freie Frau ist sie auf der Suche nach einem wettbewerbsfähigen Mann. 'Ich will jemanden, der
ein Bossmann ist', sagt sie. 'Jemanden, der einen großen Schwanz hat, jemanden, der Moslem ist. Ich kann
alle Sexstellungen.' Wird sie gefragt, ob sie sich ein eher lockeres Arrangement vorstellen kann - eines, das nicht durch einen Imam abgesegnet ist - ist ihre Antwort ein definitives Nein. 'Das wäre haram', betont sie. Der Bemerkung, dass eine Ehe auch durch Liebe zustande kommen könnte, wird mit ähnlichem Spott begegnet. '
Ich kann dein Herz nicht essen. Es wird mir keine Kleidung kaufen', gibt sie zu verstehen. Die Sicht auf Sirriya ist sehr unterschiedlich. Nech (eine weitere mauretanische geschiedene Frau, Anm. d. Red.) zum Beispiel sieht kaum einen Unterschied zwischen Sirriya und Prostitution. 'Ich habe einen Bild von einem Schwein gesehen, auf dem der Stempel halal prangte. Das ist das gleiche. Das macht es nicht halal', findet sie. Viele aber verteidigen diese Arrangements hartnäckig. Für Mohamed, einen lokalen Politiker, macht die
Zustimmung des Imams den Unterschied:'Lockerer Sex und Sirriya, das sind komplett unterschiedliche Dinge.'"
Außerdem einen Blick wert: Phineas Rueckert
besucht den ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der Kommunistischen Partei Chiles,
Daniel Jadue, einen Chilenen palästinensischer Herkunft, der heute wegen Korruption angeklagt ist.