Magazinrundschau - Archiv

Outlook India

338 Presseschau-Absätze - Seite 16 von 34

Magazinrundschau vom 06.06.2006 - Outlook India

Das Titeldossier zur WM stellt klar: Indien liebt den Fußball (wenn's auch keinen Blumentopf gewinnt). G. Rajaraman schätzt die Zahl der TV-Zuschauer auf 120 Millionen!

Dass Bollywood nicht nur dem indischen Bruttoinlandsprodukt gut tut, weiß ein Beitrag von T. R. Vivek. Das Ausland schmiert indischen Filmproduzenten ordentlich Honig ums Maul - ohne allzu selbstlos zu sein, versteht sich: "Die Tourismuszentralen in Ländern wie Malaysia, Neuseeland, Südafrika oder Kanada locken mit Steuererleichterungen, logistischer Unterstützung und frei verfügbaren Schauplätzen, um ihr Land einem 17-Millionen-Publikum zu präsentieren ... Denn wo immer Bollywood ist, lässt der indische Tourist nicht lang auf sich warten."

Weitere Artikel: Namrata Joshi bespricht den Film "Fanaa" mit dem umstrittenen Schauspieler Aamir Khan. Und Chander Suta Dogra hält das in einigen indischen Staaten von der christlichen Minderheit angezettelte Verbot des Hollywoodstreifens "The Da Vinci Code" für politisches Kalkül.

Magazinrundschau vom 30.05.2006 - Outlook India

R. K. Mishra dokumentiert den Fall des Schauspielers Aamir Khan, dessen neuester Film "Fanaa" im nordwestindischen Gujarat von offizieller Seite wie von Filmverleihen und Kinobesitzern vom Spielplan gestrichen wurde, nachdem der Schauspieler sich kritisch über die hindunationale Partei BJP geäußert hatte. In einem Interview zeigt sich Khan unbeeindruckt: "Wenn der Grund der ist, dass ich die Opfer des Genozids in Gujarat (2002) nicht in Hindus und Moslems einteile, meinetwegen ... Aber hier geht es um Demokratie. Niemand in Gujarat braucht sich meinen Film anzusehen, doch die Leute zu zwingen es nicht zu tun, ist falsch."

Weitere Artikel: Seema Sirohi erklärt, wie italienische Modemarken den indischen Markt erobern wollen. Pavan K. Varma bespricht eine "unakademische" Studie über die indische Familie (Gitanjali Prasad: "The Great Indian Family"). Und Khushwant Singh wünscht sich Pradip Krishens Botaniker-Buch "Trees of Delhi" in jedes Bücherregal.
Stichwörter: Filmverleih, Delhi, Bjp, Genozide

Magazinrundschau vom 16.05.2006 - Outlook India

Der Banane geht's schlecht. Seema Sirohi nimmt die im Juni in Madrid stattfindende Konferenz zum Thema "Pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft" zum Anlass, die durch das Aussterben wilder Arten bedrohte viertwichtigste Nutzfrucht zu preisen: "Wilde Bananen verfügen über robuste Gene, werden als Faserlieferant, Medizin, Tiernahrung und zur Herstellung von Bier verwendet. Seit 2400 Jahren ist die Banane integraler Bestandteil indischer Kultur und Religion." Eine Reduzierung der Artenvielfalt, warnt Sirohi, hätte gravierende Folgen nicht nur für die Genießer von Banana Daiquiris.

Außerdem: Im Titeldossier erörtern Smita Gupta und Anuradha Raman die triumphalen Erfolge der Kommunisten bei den Parlamentswahlen in fünf indischen Bundesstaaten. Madhavi Tata erklärt die kulturhistorischen und die zweckmäßigen Implikationen der Bigamie. Und Madhu Jain hält den Versuch Aziz Kurthas, den indischen Maler Francis Newton Souza im Kontext westlicher Kunst zu sehen, für zu konstruiert.
Stichwörter: Ernährung, Landwirtschaft, Banat

Magazinrundschau vom 09.05.2006 - Outlook India

Anjali Puri macht sich Gedanken über die "cut-and-paste"-Generation und die wild wuchernde Plagiatskultur in Literatur und Wissenschaft, deren Pflege im indischen Bildungswesen anscheinend hohe Priorität besitzt: "In der Schule gelten ein fotografisches Gedächtnis und die Fähigkeit, anderer Leute Sätze 'zu übernehmen' als beneidenswertes Talent ... Die Universitäten ermutigen nicht zum Plagiieren, doch missbilligen sie es auch nicht." Anders im Internet, das über eine Art Selbstschutzmechanismus verfügt: "Und wenn sich jemand bei einer noch so unbekannten Winkelpublikation bedient, die Blogosphäre schlägt Alarm."

Außerdem: Mani Shankar Aiyar bespricht das um die Zerstörung der Babri-Moschee kreisende Buch "Ayodhya" des Ex-Premiers P.V. Narasimha Rao. Pramila Phatarphekar kommentiert den Hype indischer Kinder-Tierbücher. Und Shuddhabrata Sengupta antwortet auf das neulich in Outlook betriebene Delhi-Bashing: "Wenn's so arg ist, warum wollen 14 Millionen Menschen da leben?"
Stichwörter: Wissenschaft, Hypes, Delhi, Pflege

Magazinrundschau vom 02.05.2006 - Outlook India

Vor 25 Jahren erschien Salman Rushdies Romandebüt "Midnight's Children". In einem langen Artikel erinnert sich Rushdie an einen steinigen Entstehungsprozess und die Diffamierungsklage, die Indira Gandhi (schließlich erfolglos) aufgrund eines einzigen, ihr skrupulöses Verhältnis zu ihrem jüngeren Sohn betreffenden Satzes gegen das Buch anstrengte: "Unsere Verteidigungsstrategie war riskant: Gandhis Verhalten während der indischen Notstandsjahre, so hätten wir argumentieren müssen, sei derart abscheulich gewesen, dass sie nicht mehr als loyale Person gelten und daher auch nicht diffamiert werden könne. Konsequenterweise hätten wir sie also für ihre Missetaten vor Gericht bringen müssen ... Das war natürlich nicht im Sinne der Anklage."

Außerdem: Der BBC-Korrespondent Paul Danahar berichtet über die Neugruppierung der Taliban und die Rolle, die dabei auch Iran und Pakistan spielen. Und Saumya Roy untersucht den Teufelskreis aus ökonomischer Not, Jugendehen und Ausbeutung unter Indiens Wanderarbeitern.

Magazinrundschau vom 25.04.2006 - Outlook India

Delhi ist toll! Delhi ist Indiens Wirtschafts-, Kultur- und Konsumhauptstadt. Doch wehe dem, der nicht Geld, eine dicke Haut oder gesellschaftliche Verbindungen hat. In der Titelstory stellt Anjali Puri klar, was dieser Moloch von Stadt auch ist: "Ein Meister der Klassifizierung seiner Einwohner nach Einkommen, Status, Stand - hinsichtlich ihrer Verwendbarkeit. Die Objekte der Begierde wechseln täglich. Namensschilder und Visitenkarten mit dem Aufdruck 'ehemalig' überall, Statusverlust der ultimative Albtraum... Überheblichkeit und Arroganz in allen Gesellschaftsschichten. Eine Welt, wo jeder eifrig versucht, nicht erreichbar zu sein, und die Wagenkolonnen hoher Tiere sogar Ambulanzen von der Straße drängen."

Außerdem: Rahul Bose hat sich von Sanjay Suris Buch "Brideless in Wembley" den Mythos britisch-asiatischen Multikultis ein bisschen entzaubern lassen. Und Pratap Bhanu Mehta findet, dass der Band "Holy Warriors" von Edna Fernandes seinem Thema, dem indischen Fundamentalismus, mangels historischer Tiefe und psychologischem Raffinement nicht gerecht wird.
Stichwörter: Geld, Delhi, Multikulti

Magazinrundschau vom 11.04.2006 - Outlook India

Dass Identität und Pluralität einander ergänzen können, hat Shuddhabrata Sengupta dem Essayband "Identity and Violence" von Amartya Sen entnommen. Sen entwerfe ein "nicht-solitaristisches" Selbst, das sich durch besondere soziale Fähigkeiten auszeichne, schreibt Sengupta: "Ein 'solitaristisches' Identitätskonzept sperrt Moslems, Hindus und Christen in einen 'zivilisatorischen Kerker'. So beraubt eine überkommene Idee davon, was es heißt, Moslem, Hindu oder Christ zu sein, die Identität all ihrer Möglichkeiten ... Als Gegengewicht zum Gerede um den 'Kampf der Kulturen' fordert Sen die Anerkennung kultureller Leistungen der islamischen Welt."

In einem anderen Beitrag untersucht Sheela Reddy den Boom literarischer Festivals und findet: Literaten könnten die neuen Rockstars sein - wenn sie nur das Agieren auf der Bühne beherrschen würden.

Magazinrundschau vom 04.04.2006 - Outlook India

Gibt es in Indien eine "Krise des Säkularismus"? Der Ökonomie- und Rechtswissenschaftler Jagdish N. Bhagwati (homepage) untersucht die komplizierte religiöse Gemengelage in einer ausdrücklich nicht-theokratischen Gesellschaft: "Ein kleiner reaktionärer Teil der Hindus, die immerhin 82 Prozent der indischen Bevölkerung stellen, glaubt, der weltliche Staat missachte seine Rechte, während er diejenigen der muslimischen Minderheit schütze." Die freie Ausübung der Religion zu gewährleisten, so Bhagwati, sei eine Sache. "Aber wir müssen auch beachten, was man positive Religionsfreiheit nennen könnte: dass keine Religion in der Öffentlichkeit bevorzugt wird und andere Glaubensrichtungen marginalisiert."

Außerdem: Shobitar Dhar berichtet über das boomende Geschäft mit der Online-Nachhilfe (indische Tutoren betreuen Schüler in den USA via Internet für 20 Dollar/Stunde). Ajai Shukla stellt ein Nachschlagewerk über Pakistans Terrornetze vor. Und Ruchir Joshi freut sich über den Krimi "The Page 3 Murders" von Kalpana Swaminathan, einer lang ersehnten indischen Agatha Christie, "besser als alles Vergleichbare aus Indien".

Magazinrundschau vom 28.03.2006 - Outlook India

Indien, wie geht's? Im Titeldossier erklärt der Wirtschaftswissenschaftler Bimal Jalan, dass "der indische Elefant sich zwar rührt" allerdings auf "abschüssigem Grund". Durch neue Qualifikations- und Technologiemaßstäbe, mehr Investitionskapital und eine insgesamt gestärkte Weltmarktposition habe sich Indiens Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Ins Rutschen gerate der Koloss durch das koloniale Relikt der "öffentlich-privaten Dichotomie". Sozial-, und Gesundheitswesen etwa seien nicht Sache eines florierenden privaten Sektors sondern des Staates. Für das angestrebte Wachstum von bis zu zehn Prozent empfiehlt der Ökonom dringend "Reformen bei der öffentlichen Hand, den Behörden und bei der Steuer."

Außerdem bespricht Shiv Visvanathan einen "klugen, unterhaltsamen" Essayband über die Bedeutung von Kaffee, Tabak und Cartoons in der tamilischen Kulturgeschichte. Und Devangshu Datta freut sich, dass mit "Goalless. The Story Of A Unique Footballing Nation" pünktlich zur WM ein Buch den indischen Fußball behandelt und die Frage, warum dieser, obgleich "überall gespielt und geschaut", noch immer kein Massensport ist.
Stichwörter: Cartoons, WM, Elefanten

Magazinrundschau vom 21.03.2006 - Outlook India

In einem Aufruf gegen die drohende politische und mediale Marginalisierung muslimischer Gruppierungen und ihrer Interessen durch das indische Establishment erklärt Sunil Menon, warum gerade dieser Weg der falsche wäre: "Das Absprechen politischer Mündigkeit, der Möglichkeit, als Volksgemeinschaft zu empfinden, aufzutreten und die Stimme zu erheben (wie in der Karikaturen-Kontroverse), die Reduktion auf die alte Raj-Kategorie des Mobs, der jenseits demokratischer Bedingungen agiert ... wird sie nur ins Abseits treiben und bei Gelegenheit wiederkehren lassen - als wirkliche zersetzende Kraft ... Ein 'Coming-out' böte die Möglichkeit, den eigenen sozialen und moralischen Kodex 'bei Licht' neu zu überdenken".

Weiteres: Das Titeldossier befasst sich mit indischer Mode, die als besonders farbenfroh und "demokratisch" gilt. Darin u. a. ein Ranking aktueller Topdesigner - und Fotostrecken (hier, hier und hier). Im Ressort "Buch" empfiehlt Khushwant Singh eine lebenspralle Biografie über die große indische Malerin Amrita Sher-Gil.