Magazinrundschau - Archiv

Outlook India

338 Presseschau-Absätze - Seite 17 von 34

Magazinrundschau vom 28.02.2006 - Outlook India

Freund oder Feind? Angesichts des Bush-Besuchs am 1. März widmet sich das Titeldossier den Beziehungen zwischen Indien und den USA. Während ein Beitrag sich des indisch-amerikanischen Reizthemas "Kernwaffen" annimmt, warnt ein Artikel von Prakash Karat vor einer Vereinnahmung seines Landes für amerikanische Hegemonie-Bestrebungen im westasiatischen Raum und vor ökonomischer Ausbeutung: "Indien muss auf der Hut sein vor einem Amerika ... das unter dem Vorwand, Demokratie und freie Märkte zu bringen, eine imperialistische Politik betreibt."

Naturgemäß positiver sieht das Treffen Karl F. Inderfurth, seinerzeit Asien-Experte in der Clinton-Administration: "Clinton 2000, Bush 2006, das bedeutet eine Kontinuität in der Politik über nur demokratische beziehungsweise republikanische Interessen hinaus. Es bedeutet, dass wir unsere Beziehung zu Indien auf lange Sicht ausbauen."

Außerdem stellt das Magazin die "Gewinner" des Follywood Film Award in den Kategorien "Zero Hero", "Worst Film", "Worst Story" und "Fashion Disaster" vor. Und Sheela Reddy bespricht eine Monografie über den indischen Maler, Bildhauer und Architekten Satish Gujaral.
Stichwörter: Hegemonie, Fashion, Ausbeutung

Magazinrundschau vom 21.02.2006 - Outlook India

Mädchen unerwünscht! Das Titeldossier befasst sich mit der im Punjab weit verbreiteten Praxis der Geburtenselektion. Wegen der horrenden Mitgift, die eine Frau mit in die Ehe bringen muss, werden die Mädchen abgetrieben. Den historischen Ursprung dazu erläutert ein Beitrag von Khushwant Singh: "Das geht zurück auf die Zeit der muslimischen Invasionen aus dem Nordwesten, als die Soldaten die Mädchen entführten - zum eigenen Vergnügen oder um sie als Sklavinnen zu verkaufen ... So entstand die Polyandrie im Punjab - aus Frauenmangel."

Eine negative Seite des allenthalben geforderten Denkens in Zusammenhängen erkundet ein Artikel von Pratap Bhanu Mehta anhand der Karikaturen-Kontroverse: "Wir können nicht einfach einen bestimmten Zeitungsmacher als idiotisch bezeichnen, einen bestimmten Zeichner als geschmacklos oder einen bestimmten Bösewicht als missgeleitet. Jede Handlung eines Einzelnen wird auf eine Metaebene gehievt: Der Kampf der Kulturen, Kunst contra Banausentum, Freiheit contra Religion."

Außerdem: Anuradha Raman berichtet, wie überall im Land winzige private Radiostationen entstehen. Gesendet werden Yogasendungen für Senioren und Tipps für Landwirte. Amir Mir weiß, warum Pakistan indische TV-Sender boykottiert: Angeblich verletzen sie die sozio-kulturellen und religiösen Werte der islamischen Republik. Mario Miranda stellt uns den ersten indischen Sex-Comic vor. Und Khushwant Singh begrüßt ein Buch, das Indira Gandhis dunkle Seite zeigt.
Stichwörter: Islamische Republik, Senioren

Magazinrundschau vom 14.02.2006 - Outlook India

Die Mohammed-Karikaturen - eine Geschmacksfrage? Ein Beitrag von Sanjay Suri dokumentiert die rechtlichen Implikationen: "Der Fall entwickelt sich von einer Medienkontroverse hin zu einer Debatte über den Konflikt zwischen Gesetzen, die die freie Meinungsäußerung garantieren, und solchen gegen Blasphemie. Eine Menge Gesetze gegen religiöse Hetze galten hitzigen Imamen ... Die Gerichte könnten sich schon bald mit dem pikanten Fall 'friedliche Moslems gegen provokante europäische Presse' konfrontiert sehen."

Sheela Reddy erzählt, wie der Lesehunger in den indischen Provinzen findigen Verlegern einen Goldregen beschert: "Die Leute wollen wissen, wer dieser 'Harry Potter' ist, auch wenn sie kein Englisch verstehen." Kleinere Regionalverlage wie Prabhat Prakashan kaufen die Übersetzungsrechte für Hindi oder Marathi. Dass die so publizieren West-Bestseller den regionalsprachigen Autoren schaden könnten, ist indes nicht befürchten: "Damit verhält es sich wie mit Holly- versus Bollywood: Solche Bücher ersetzen nicht das Lokalkolorit."

Weitere Artikel: Namrata Joshi stellt die heiß diskutierte Bollywood-Produktion "Rang De Basanti" vor: "Ein Film über den Verlust nationaler Identität." Mit ungewöhnlicher PR: "Der Regisseur wendet sich an sein Publikum in Internet-Foren und Chatrooms." Besprochen werden Joseph Stiglitz' "Fair Trade For All" - ein ambitionierter Versuch, das fragwürdige Prinzip der Reziprozität im Welthandel aufzuheben, findet Pratap Bhanu Mehta. Sowie ein laut Manohar Singh Gill nicht weniger als die Geschichte des unabhängigen Indien karikierender Band des Cartoonisten R. K. Laxman.

Magazinrundschau vom 07.02.2006 - Outlook India

In der Titelgeschichte befasst sich Anjali Puri mit dem Kliniktourismus, der Indien neuerdings verstärkt heimsucht. Oder muss es heißen: beglückt? Der durch positive Berichterstattung in westlichen Medien angeheizte Gesundheitsbasar lockt vor allem Patienten aus den USA, Kanada und Großbritannien, wo eine gute Krankenversorgung für viele inzwischen unerschwinglich geworden ist: "Solange der Preis stimmt und die Qualität reisen sie für eine Hüft-OP oder eine Zahnbehandlung tausende Kilometer weit in ein sogenanntes Cholera-Land." Mit anvisierten 2,3 Milliarden US-Dollar Umsatz ein echter Aufschwungfaktor für die indische Wirtschaft. "Nach unglaublichen Tempeln, unglaublichen Tigern und unglaublichem Yoga, werden es bald schon unglaubliche Ärzte sein, unterstützt von unglaublicher Technologie, die in den Tourismuskatalogen zu sehen sein werden." Fragt sich, was schlecht versorgte indische Patienten tun sollen. In den Westen reisen?

Weitere Artikel: Rana Dasgupta ärgert sich über Upamanyu Chatterjees Satire "Weight Loss" über einen so desillusionierten wie zynischen Zeitgenossen, den die Lebensumstände und, wie es aussieht sogar der Autor selbst, in den Selbstmord treiben: "Den Leser überkommt das bedrückende Gefühl, dass die Moral des Autors genauso niedrig ist wie die seiner Figur." Und Sanghamitra Chakraborty überlegt, ob das Buch zum Thema Mutterschaft, das sie uns vorstellt, seine Zielgruppe auch erreicht: Mütter haben schließlich gar keine Zeit zum Lesen.
Stichwörter: Kanada, Satire, Mutterschaft, Cholera, Yoga

Magazinrundschau vom 31.01.2006 - Outlook India

Chander Suta Dogra erzählt, wie die Götter im Himalaya dem Ford-Erben Alfred Ford einen Strich durch die Rechnung machen. Ford nämlich möchte im Himalaya ein Skidorf bauen - im ganz großen Stil:. Zukünftiger Austragungsort der olympischen Winterspiele und Arbeitsstätte für mindestens 3000 Menschen aus der Region. Stellt er sich vor. Die Götter aber, vertreten durch ansässige Seher, wollen nicht. Die Einheimischen verlören Wasser- und Weidenutzungsrechte, die Umwelt würde zerstört und überhaupt: "Wie könnte ein ausländischer Investor die heiligen Berge kaufen?"

Weitere Artikel: Aruna Roy stellt ein Buch vor über die sogenannten economic hit men, hochbezahlte Leute, die weltweit Staaten um Trillionen von Dollar beschummeln, die Weltbank erleichtern und alles in die Hände riesiger Konzerne und einiger mächtiger Familien umleiten (Leseprobe). Und wir lesen über die Erwartungen an die am Wochenende eröffnete Weltbuchmesse in Delhi.
Stichwörter: Wasser, Delhi

Magazinrundschau vom 17.01.2006 - Outlook India

Hindu-Mädchen in Pakistan leben gefährlich, wenn man der Titel-Reportage von Mariaana Babar glauben darf. Sie ist nach Sindh gereist, wo noch viele Hindus leben und wo immer wieder Entführungsfälle bekannt werden. Mädchen im Alter von 13 Jahren werden gezwungen, zum Islam überzutreten und einen Muslim zu heiraten: "Wo immer ich hingehe, erzählen Hindus von 'vermissten Mädchen'. Entführung, Bekehrung und Heirat kommen in diesen Erzählungen immer wieder vor. Die Mädchen erscheinen dann vor Gericht, um zu behaupten, dass sie freiwillig zum Islam übergetreten sind. Alle Verbindungen zur Herkunftsfamilie und -gemeinschaft werden abgebrochen. Für ihre Familie sind sie für immer verloren."
Stichwörter: Heirat

Magazinrundschau vom 10.01.2006 - Outlook India

Sandalwood Simhasana stellt das kleine indische Örtchen Mysore vor, das sich zu einer wahren Yoga-Pilgerstätte für Begeisterte aus aller Welt gemausert hat und geschickt auf der "zweiten Welle einer westlichen Anwandlung, den Orient zu verstehen" schwimmt, bei der allerdings mehr der Körper als der Geist im Mittelpunkt steht. Das sind dann oftmals geradezu nach Fitness, wenn auch mit Weisheits-Aura, aus: "Drei Frauen aus drei Kontinenten sitzen auf einer Bank vor einem Haus hier in Kuvempunagar und essen ihren Frühstücks-Snack aus gestoßenem Reis (poha), über den kunstvoll fein gehackter Koriander gestreut ist. Falls Sie denken, dass poha für diese Frauen lediglich Frühstücksessen ist, dann täuschen Sie sich: Es symbolisiert die Leichtigkeit des Seins. Jede der Frauen balanciert eine zarte grüne Kokosnuss auf ihren Knien - ein neuer Ersatz für Mineralwasser. Die schwache Morgensonne wirft einen Glanz auf ihre leicht schwitzende Haut - der Glanz des Wohlbefindens, den das Yoga ihnen schenkt. Und wenn Lara, Kyra und Cassandra sprechen, runden sich ihre Lippen automatisch, als wäre jede Silbe ein 'Om'."
Stichwörter: Tausch, Orient, Yoga, Schwimmen

Magazinrundschau vom 27.12.2005 - Outlook India

Indien wurde in diesem Jahr von vielen Katastrophen heimgesucht, vom Tsunami an der Ostküste, über die Überschwemmungen in Bombay, das Erdbeben in Kaschmir bis zu den Bombenanschlägen in Neu Delhi. Darum, so Rohit Brijnath im Lead Essay, ist das letzte Heft des Jahres den "Helden" gewidmet, die sich als Helfer in den Katastrophen hervortaten: "Wir sehen eine Bombe, wir fliehen. Diese Reaktion ist nicht feige, so funktioniert unser Selbsterhaltungstrieb. Aber Kuldip Singh, der Busfahrer in Govindpuri, flieht nicht, sondern hält inne, und das macht ihn ungewöhnlich. Wie Ralph Waldo Emerson sagte: 'Ein Held ist nicht mutiger als ein gewöhnlicher Mensch, er ist nur fünf Minuten länger mutig.'"

Magazinrundschau vom 06.12.2005 - Outlook India

Die 19-jährige indische Tennisspielerin Sania Mirza ist Muslimin. Islamische Geistliche haben eine Fatwa gegen ihr Spieldress (Bild, Bild) erlassen. Sie sei ein "Nationalschatz", schreibt Vinod Mehta in ihrer (oder seiner?) wöchentlichen Kolumne, und man solle sie gefälligst in Ruhe lassen: "Statt sie über ihren schwachen zweiten Aufschlag oder ihre Probleme mit der Rückhand zu befragen, werden wir sie bald zu ihrer Meinung über die Fatwa gegen Rushdie interviewen, oder zur Frage, ob der Erzengel Gabriel ein muslimischer oder jüdischer Heiliger war, oder ob die Scharia die Scheidung per SMS erlaubt. Um Himmels willen, sie ist eine Tennisspielerin und kein Imam aus Deoband!""

Die Titelgeschichte widmet sich der Inflation der Fatwas in Indien: "Alle Muslime, mit denen Outlook sprach, waren unglücklich mit diesen lächerlichen Fatwas, auch wenn niemand die bürgerliche Freiheit und die Meinungsfreiheit ihrer Autoren einschränken will. Sie sagen alle, dass muslimische Institutionen eine Art Direktive erlassen sollten, um die Fatwa-Epidemie zu stoppen. Das Problem ist allerdings, dass nicht jeder Dorf-Mufti solche Direktiven anerkennt. Er ist eine unabhängige Instanz, die sich frei äußern darf."

Magazinrundschau vom 29.11.2005 - Outlook India

Diese Ausgabe ist ganz den indischen Frauen gewidmet, die auf dem Subkontinent immer einflussreicher werden. So schaffen arbeitende Mütter eine Mama-Industrie, weiß Saumya Roy, weil sie ihr Geld vor allem in ihre Kinder investieren, von vedischen Mathekursen (Wikipedia) bis zu riesigen Geburtstagsfeiern. "In Delhi bieten Partyunternehmen eine ganze Reihe an Attraktionen an, von einem Riesenrad für 6.000 Rupien (111 Euro) bis zu einem Darsteller, der für 3.500 Rupien Hindi-Filmschauspieler nachmacht. Der Geburtstagspartymarkt ist groß genug, dass Cartoon Network, der größte Kinderkanal, einsteigen will. Ab nächstem Jahr wird der Sender Power Puff Girls und Dexter Cartoon Partys anbieten, mit Comicfiguren, Deko, Geschirr, und Geschenken für alle, mit Preisen ab 13.000 Rupien für eine Feier mit 30 Kindern." Da gibt es noch genug kleine Kunden.

In die Riege der 12 beliebtesten Frauen wurden eine Tennisspielerin, zwei Schauspielerinnen und ansonsten nur ernstzunehmende Unternehmerinnen, Aktivistinnen und Wissenschaftlerinnen gewählt. Bei den Männern dominiert die Oberfläche: die öde Vorherrschaft der Schauspieler wird durch einen Fernsehjournalisten, drei Kricketspieler und einen Sänger nicht wirklich in Gefahr gebracht.

Langsam werden auch Künstlerinnen akzeptabel, meldet Pramila N. Phatarphekar, die deren Sinn für Details als Wettbewerbsvorteil ausmacht. Namrata Joshi stellt Unternehmerinnen vor, die mit sicherem Geschäftssinn und wenig Respekt vor Geschlechtergrenzen Sicherheitsfirmen und Flugschulen gegründet haben. Und Shobita Dhar beobachtet, dass reiche Frauen richtig viel Geld nicht mehr nur für Kosmetik ausgeben.