
William Dalrymple hat ein "umfangreiches, ungewöhnliches, schwieriges und ambitioniertes Buch gelesen, eine Mischung aus Memoiren, Reisebeschreibung, philosophischer Studie und spiritueller Suche" -
Pankaj Mishras "
An End to Suffering: The Buddha in the World". Mishra will,
schreibt Dalrymple, "nicht nur eine
Einführung in den Buddhismus geben und die Geschichte seiner eigenen Suche nach Bedeutung erzählen, sondern zeigen, warum Buddhas Philosophie, die in einer Phase drastischer Veränderungen und
sozialen Aufruhrs entstand, auch in unserer schwierigen Gegenwart relevant ist, wie sie Antworten auf Fragen persönlicher Identität, Entfremdung und vor allem Leiden liefern kann." Wer, wenn nicht
Mishra, der kluge Essayist, renommierte politische Kommentator und ausgezeichnete Prosaist, sollte das schaffen, fragt Dalrymple und ist traurig, vermelden zu müssen, dass es dennoch nicht gelungen ist - trotz einer thematischen Breite, die von
Hobbes bis bin Laden reicht und alles von den Veden bis zu Borges einschließt. Möglicherweise gerade deshalb: zu viele Namen, zu wenig Ordnung.
Ansonsten ist es eine Ausgabe der leichten Lektüre: Smita Guptas
Titelgeschichte ist
erstklassischer Tratsch, der nach einem Schlüsselroman über die kulturelle und politische Elite Indiens schreit. Denn seit 1987 sind der mächtigste politische Clan - die
Gandhis - und die Familie von
Amitabh Bachchan, dem größten Filmstar des Subkontinents,
verfeindet, nachdem sie vorher eine bis in die vierziger Jahre zurückreichende Freundschaft verband. Das wissen die Inder natürlich längst, doch was genau die Gründe waren, darüber wurde immer nur gemunkelt. Kürzlich ist die
Fehde erneut aufgeflammt - Grund genug für
Outlook, die höchst komplizierte Geschichte der Feindschaft noch einmal aufzurollen.
Weitere Artikel: In den vergangenen Monaten gab es einige Ereignisse, die unter
indischen Filmschaffenden eine Debatte pro und contra
Zensur ausgelöst hat. Die meisten,
berichtet Sanghamitra Chakraborty, sind dagegen, aber so einfach ist es nicht: Es geht nicht allein um
Redefreiheit vs.
politische Zensur, sondern auch um
hate speech und
Gewalt. Sugata Srinivasaraju
schreibt über den Tod des Banditen
Koose Munisamy Veerappan, der auf vier Jahrzehnte krimineller Karriere zurückblicken konnte, als er vor zwei Wochen erschossen wurde. Und Hari Menon
hat interessante Neuigkeiten für
Himalaya-Fans: Der Fall des geheimnisvollen
Skelette von Roopkund, einem See in 5054 Meter Höhe, ist aufgeklärt - ein Hagelsturm hat den massenhaften Tod verursacht, und zwar im 9. Jahrhundert.