
"Heute kann jeder ein Spielberg sein. Für tausend Dollar",
behauptet der Medienexperte
Edwin Bendyk. Dank Internetforen, Blogs und Seiten wie
youtube.com ("Broadcast yourself") kann jeder Filme drehen und im Netz veröffentlichen. Die Welt der Politik reagiert wie immer sehr langsam auf solche Phänomene, die Institutionen wie den Fernsehrat obsolet machen. "Für Nicht-Eingeweihte erscheint das Internet wie ein
großer Abfallkorb, wo sich nichts Wertvolles finden lässt. Dabei wissen Nutzer, dass in dieser Welt eine eigene Ordnung herrscht, die durch
pausenlose Kommunikation untereinander entsteht. Schlechte Filme haben da keine Chance, weil sie niemand weiterempfiehlt." Bendyk (der selbst ein
Blog führt) resümiert: Für die
traditionellen Medien, z.B. das Fernsehen, bedeutet dies noch nicht das Ende. Nur ist das jetzt ein Medium unter vielen, das im Netz weiter verwertet wird."
In Polen ist wieder ein Streit um die Bewertung der
kommunistischen Vergangenheit entbrannt. Nachdem die populäre Finanzministerin
Zyta Gilowska aufgrund von Vorwürfen wegen angeblicher Stasi-Mitarbeit zurücktreten musste,
diagnostizieren die Publizisten Mariusz Janicki und Wladysla Wladyka: "Für die regierende PiS ist jeder suspekt, der in der
Volksrepublik nicht auf persönliches Glück, Familie, Karriere und kleine Bequemlichkeiten verzichtet hat - so wie Jaroslaw Kaczynski". Dabei seien doch alle irgendwie
Komplizen gewesen. "Man las Bücher, die zensiert waren; man nahm Urlaub im staatlichen Erholungsheim in Anspruch; musste sich den Pass erschleichen. Das ganze Leben war eine
große Matrix, in der nichts so war, wie es sich nach außen gab". Vom Ideal des
einsamen Untergrundkämpfers auszugehen, und alles andere zu verdammen, sei töricht und gegen die Meinung der Mehrheit, so die Autoren. Stattdessen sollte man stolz sein auf das Erreichte nach 1989.
Der nächste
Literaturnobelpreisträger? Ist doch klar!
Haruki Murakami! Nicht nur, weil er in diesem Jahr den
Kafka-Preis bekommen hat - so wie Elfriede Jelinek 2004 und Harold Pinter 2005. Auch, und vor allem,
schreibt Aleksander Kaczorowski, "weil er so gar nicht der japanischen Tradition entspricht. Seine Helden sind keine fanatischen Workaholics. Es sind
Individualisten, die versuchen, so wenig wie möglich mit der Welt des Business, der Politik und der Werbung in Berührung zu kommen."