Magazinrundschau - Archiv

Der Spiegel

163 Presseschau-Absätze - Seite 14 von 17

Magazinrundschau vom 21.10.2002 - Spiegel

Der Anfang war das Wort, lautet - nicht ganz bibelfest - die Titelschlagzeile. Es geht um die Entstehung der menschlichen Sprache und die neuesten Erkenntnisse zu ihrer physiologischen Verortung im menschlichen Gehirn. Im Internet ist das Paket, wie stets, nur für Geld zu haben.

Gratis dagegen ist das Interview mit Rudolf Augstein, der sich zum 40jährigen Jubiläum der SPIEGEL-Affäre äußert, sich an Franz-Josef Strauß erinnert und an dessen minder liebenswerte Charaktereigenschaften: "Draufhauen, Verschwörungsbesessenheit, Geheimdienst-Anbeterei, Rechtsverachtung, Skrupellosigkeit, Unfähigkeit zu jeder Selbstkritik, dazu eine außergewöhnliche Fähigkeit, sich und anderen in die Tasche zu lügen." Ganz anders dagegen Adenauer: "Und Adenauer durfte ich kurz vor seinem Tod besuchen. Er war der beeindruckendste Politiker, dem ich je begegnet bin. Wir haben uns umarmt und versöhnt. Ich war sehr bewegt, sentimental sogar, aber er auch."

Außerdem gibt es Neues von und zu Kurt Cobain (mehr hier). Auf einer jetzt erscheinenden Best-of-Nirvana-Compilation gibt es einen bisher unveröffentlichten - wenngleich schon seit einiger Zeit durchs Internet schwirrenden - Song. Der geht so: "Dann kracht es ungeheuer, und der Mann schreit nur noch: 'Pain, pain, pain, pain'. Extrem gedehnt: 'Paaaiiin'. Nach dreieinhalb Minuten ist der Spuk vorbei." Vorgestellt werden auch die neuesten Versuche, dem wahrscheinlich schlimmsten Übel des Internets beizukommen: Spam.

Nur im Print: ein Interview mit Joschka Fischer über Staatsschulden und Reformpläne. Amy Pascal, Chefin des Hollywood-Studios Columbia, spricht über die Berechenbarkeit von Kinohits. Peter Homann (mehr hier) schreibt über den Märtyrerwahn der RAF. Und ein Interview mit Wladyslaw Szpilman, dem realen Vorbild von Roman Polanskis "Der Pianist" .

Magazinrundschau vom 14.10.2002 - Spiegel

"Versenktes Geld" lautet der Spiegel-Titel und es geht nicht um die Kosten für das Titelpaket, sondern um eine andere Dimension von Peanuts: die internationale Bankenkrise. Im Zentrum ein Interview mit dem Präsidenten des Bundesverbands deutscher Banken, Rolf Breuer, und ein Bericht über die Citigroup, der ihre Größe zum Problem wird.

Wie sehr sich die USA von den geltenden Regeln eines Rechtsstaats entfernt haben, wird am Beispiel eines deutschlandstämmigen Türken geschildert, der nach Afghanistan ging, die Taliban zu unterstützen, dort von den USA geschnappt wurde und seither in Guantanamo einsitzt: "Noch immer hat der Häftling aus Deutschland, der türkischer Staatsbürger ist, keinen Anwalt gesehen und nicht mit seiner Familie sprechen dürfen. Ihm ist noch nicht einmal gesagt worden, was gegen ihn vorliegt. So haben die Amerikaner ausgerechnet auf Kuba das geschaffen, was sie Fidel Castro immer vorwarfen: ein Niemandsland, in dem nicht Recht und Gesetz gelten, sondern die Interessen des Militärs."

Außerdem: Frankreich hat einen Literaturskandal, berichtet Romain Leick. Es geht um Pädophilie. Der Fall ist interessant vor allem als Symptom der Säuberungsanstrengungen der neuen Rechtsregierung: "Nächstes Ziel ist das vollständige Verbot von so genannter Pornografie im Fernsehen, sogar in verschlüsselten Pay-TV-Sendern." Und: Schlechter als schlecht geht's dem HSV.

Nur im Print: Ein Gespräch mit dem amerikanischen Soziologen Richard Sennett über den Verfall der US-Gesellschaft und das Vorbild Europa und eines mit dem Büchner-Preisträger Wolfgang Hilbig über literarische Vorbilder und das Leben in der DDR.

Magazinrundschau vom 07.10.2002 - Spiegel

Auf dem Titel ist nach den Wahlwochen jetzt Politpause, man beschäftigt sich dafür ausführlich mit dem nie und immer aktuellen Thema Schönheitsoperationen. Im Netz gibt's davon, wie üblich, nichts umsonst.

Vom eher kläglichen frei verfügbaren Rest am interessantesten das Interview mit New Yorks Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani, der unter dem Titel "Leadership" ein soeben ins Deutsche übersetztes Buch geschrieben hat. Im Gespräch äußert er sich zu Bin Laden, dem er gerne mit Selbstjustiz beigekommen wäre: "An dem Tag kam der Präsident zum ersten Mal nach dem Anschlag nach New York. Ich holte ihn vom Helikopter ab. George W. Bush fragte: 'Gibt es irgendwas, was ich für Sie tun kann?' Und ich sagte: 'Ja, wenn Sie diesen Kerl Bin Laden kriegen, wäre ich gern derjenige, der ihn tötet.'" In Sachen Sozialstrukturen erweist er sich als leuchtendes Vorbild der Hartz-Kommission: "Ich habe das soziale Modell, das die Stadt 50 Jahre beherrschte, in Frage gestellt. Als ich Bürgermeister von New York wurde, bekamen unglaublich viele New Yorker Sozialhilfe. Ich wollte diese Kultur der Abhängigkeit ändern. Also machten wir die Sozialhilfebüros zu Arbeitsbeschaffungsagenturen. Als ich das Amt verließ, hatten wir 650.000 Sozialhilfeempfänger weniger." Und was seine Zukunftspläne angeht, hält er sich erst mal bedeckt: "Ich glaube, als Bürgermeister von New York bist du am Ende froh, wenn du nicht im Knast landest und lebendig aus der Stadt herauskommst."

Porträtiert wird, nicht ohne Respekt, der denkbar undiplomatische Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin, der seine Rolle als gnadenloser Insolvenzverwalter der ruinierten Stadtkasse nicht ohne Vergnügen spielt. Geteilt aber wird dieses Vergnügen von kaum einem, sei es politischer Freund oder Feind: "Ein Berliner SPD-Bundestagskandidat kündigte sogar intern an, bei einer Wahlniederlage werde er dem Finanzsenator 'eigenhändig links und rechts eine runterhauen'." Apropos Haushalt: EU-Finanzkommissarin Schreyer hat soeben ihre Chefbuchhalterin gefeuert, weil die lautstark Kritik geübt hat an den Buchhaltungsmethoden in Brüssel. Ein Rechnungshof-Experte gibt ihr freilich ganz recht: ""An den Bilanzen der Kommission stimmt hinten und vorne nichts". Außerdem: Ein Einblick ins zunehmend bizarre Paralleluniversum namens Rudolf Scharping.

Magazinrundschau vom 30.09.2002 - Spiegel

Im kostenpflichtigen Titelpaket geht es diesmal um das angespannte Verhältnis mit den USA. So befürchtet etwa der amerikanische Publizist Jeffrey Gedmin eine neue transatlantische Eiszeit, während Alexander Osang von den Deutschen in New York berichtet, die um ihren guten Ruf bangen.

Gratis zu lesen gibt es unter anderem Artikel über die skandalöse Heiligsprechung des Opus-Dei-Gründers Josemaria Escriva (mehr hier), die Angst vor einem Jahrzehnt der weltwirtschaftlichen Stagnation, die Rebellion der Strauß-Anhänger in der CSU sowie ein Gespräch mit dem Schachweltmeister Wladimir Kramnik vor seinem Duell mit dem stärksten Computerprogramm der Welt. Besprochen wird Nelly Arcans Roman "Hure" (hier die Website dazu).

Magazinrundschau vom 23.09.2002 - Spiegel

Wer wissen will, warum in Deutschland die Reformen einfach nicht vorankommen, braucht 85 Cent für die Titelgeschichte. Im Preis enthalten ist ein Interview mit Ralf Dahrendorf über unsere fatale Sehnsucht nach dem Konsens.

Zum Nulltarif gibt es eine Geschichte über die unlauteren Geschäftspraktiken der Zeitarbeitsfirmen, ein Gespräch mit Amr Mussa, dem Generalsekretär der Arabischen Liga, über Amerikas Irak-Problem sowie einen Artikel über Müllprobleme im antiken Rom.

Magazinrundschau vom 16.09.2002 - Spiegel

Wer das Titeldossier lesen will, sollte 85 Cent bereithalten, um sie in den Münzschlitz seines Computers zu werfen. Es handelt in fünf Artikeln vom "Comeback des Kanzlers".

Wer kein Kleingeld parat hat, darf immerhin Folgendes lesen: Thomas Tuma beschreibt den "Krieg der jungen Milden" in der Springer-Presse für Edmund Stoiber. Im Wissenschaftsteil fragt Gerhard Traufetter nach "einem der letzten Geheimnisse der Cheops-Pyramide", nämlich der Frage, was hinter der "mysteriösen Steinplatte" im Südschacht des Pharaonengrabs steckt, die jetzt mit Roboterhilfe beantwortet werden soll. Leider nicht online gestellt wurde Peter Schneiders Essay über den "mangelnden Reform-Mut der Deutschen".

Magazinrundschau vom 09.09.2002 - Spiegel

Von der Spiegel-Titelseite prangt heute schwarz und weiß auf blutig rotem Untergrund: "Der angekündigte Krieg". Für die Käufer gibt es ein "Dossier Saddam", ein Gespräch mit dem irakischen Oppositionsführer - der für den Krieg gegen Saddam ist - und eines mit dem irakischen Außenminister. Nichts von alledem für den zahlungsunwilligen Internet-Leser. Und leider auch nicht viel Interessantes aus dem Rest des Heftes.

Einen erschreckenden Bericht gibt es zur Lage in den Niederlanden. Nach dem Mord an Pim Fortuyn hat sich die Atmosphäre radikal verändert. Politiker erhalten Morddrohungen, aber nicht nur sie. Jeder, der prominent und der Sympathie für die Rechte nicht verdächtig ist, muss damit rechnen, Briefe mit Pistolenkugeln in der Post vorzufinden: vor allem Fußballtrainer wie Frank Rijkard oder Roeland Oltmans sind gefährdet.

Im Interview erzählt John David Morley von seiner Zeit als Hauslehrer der Kinder von Liz Taylor bei ihr und Richard Burton Anfang der siebziger Jahre. Klingt mal wieder nicht so, als gäbe es viel Grund, die Reichen und Schönen zu beneiden: "Nun ja, Richard und Liz waren schwere Alkoholiker, da war der Umgang nicht immer angenehm. Außerdem hatte Richard mit inneren Dämonen zu kämpfen. Ich nehme an, dass er eine Art Todessehnsucht in sich trug. Eines Abends saßen wir auf der Terrasse der Casa Kimberley beim Abendessen, Richard trank unzählige Tequila und begann auf einmal 25 Strophen eines Klagelieds zu deklamieren: Timor mortis conturbat me - die Todesangst quält mich." Morley selbst ist es allerdings gar nicht so schlecht gegangen: "Allein durch meine Nähe zu den Berühmtheiten wurde auch ich begehrenswert. Reiche Leute luden mich auf ihre Yachten ein, Frauen wollten mit mir schlafen."

Und TUI-Chef Michael Frenzel gibt im Interview Entwarnung: die Leute fliegen wieder. "Natürlich hat Djerba die Angst vor dem Terror verstärkt. Aber wir können an unseren Buchungskurven sehen, dass solche Ereignisse nur kurzfristig wirken. Der 11. September hat das Verhalten der Konsumenten nicht grundlegend geändert."

Magazinrundschau vom 02.09.2002 - Spiegel

Die Titelgeschichte, wie stets nur gegen Entgelt zu lesen, dreht sich, man ist früh dran, weil eine Serie draus wird, um den Jahrestag des 11. September. Hübsch reißerisch die Überschrift über ein Interview mit Bushs Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice: "Die Terroristen hassen auch Berlin."

Als Flop hat sich, so erfahren wir, das Green-Card-Angebot an indische IT-Experten erwiesen. Erst kamen sie nicht und dann brauchte man sie nicht mehr. Zum Beispiel Radja Sangpur: "'Die haben mich einfach entsorgt', sagt er jetzt. 'Wie ein Stück Dreck.' 300 Bewerbungen und vier Monate später ist Sangpur nun wieder in Indien. Seine Möbel hat er verkauft, seine Ersparnisse aufgebraucht, um noch ein paar Wochen zu überleben, bevor er das Rückflugticket kaufen musste, für sich und seine Frau. Manchmal, wenn die Wut kommt auf sich selbst, weil er seinen gut bezahlten Job in Indien aufgab, dann spricht er von der 'roten Karte' und von 'einer Tragödie, die alles ruiniert hat'. Weil sein Aufbruch nach Deutschland kein Schritt nach vorne war, sondern ein weiter Wurf zurück."

Ohne gewichtige neue Erkenntnisse endet der Versuch, Licht ins Intrigenspiel um Springer,WAZ und Leo Kirch zu bringen. Vor allem geht es, von allen Seiten, gegen Springer-Chef Mathias Döpfner. Leo Kirch zum einen: "Eines der letzten und größten Steinchen im Mosaik seiner Fehlentscheidungen, da ist sich der Alte sicher, trägt den Namen von Mathias Döpfner, Vorstandschef des Axel Springer Verlags, an dem Kirch auch nach dem Zusammenbruch seines eigenen Imperiums 40 Prozent der Aktien hält." Die WAZler zum anderen: "Die Spar-Manager der WAZ verfolgen argwöhnisch die neokonservative Byzantinistik bei Springer. In Essen kolportieren sie, dass die vier WAZ-Geschäftsführer zusammen nur ein Drittel dessen verdienten, was ihr Kontrahent Döpfner allein kassiere. Auch deshalb würde man ihm gern mal das Sparen beibringen, das in solchen Kreisen nur anders genannt wird: Suche nach Synergien."

Weitere Artikel: Die juristische Aufarbeitung der G8-Gipfel-Proteste in Genua hat ergeben: "Um brutale Prügel-Orgien zu rechtfertigen, haben Italiens Ordnungshüter gelogen und gefälscht." Michael Jürgs, Ex-Chefredakteur von Stern und Tempo, hat eine Günter-Grass-Biografie geschrieben (die nächste Woche erscheint), der Spiegel druckt einen Auszug, der Grass' Kriegsjahre beschreibt. Es ist, wie nicht anders zu erwarten bei Jürgs, nicht die Sorte Buch, bei der sich der Autor vornehm zurücknimmt: "Ob ich denn wisse, was ein Richtschütze sei, fragte mich Günter Grass, als er davon erzählte, und nuckelte an der Pfeife. Ich schüttelte den Kopf, keine Ahnung, Militärisches hat mich noch nie interessiert." Und interessiert uns das?

Nur im Print: Urs Jennys erster Bericht aus Venedig - eine ganze Reihe von Heiligsprechungen hat er erlebt, von Frida Kahlo bis Tom Hanks im ausgiebig gelobten Gangsterfilm "Road to Perdition". Steven Soderberghs Video-Jux "Full Frontal", in dem Brad Pitt und Julia Roberts sich selbst parodieren, ist für ihn allerdings ein "Schuss in den Ofen".

Magazinrundschau vom 26.08.2002 - Spiegel

Im Titeldossier lotet Jürgen Leinemann die Mentalitätsunterschiede des Kanzlers und seines Kandidaten aus.

Thema Flut. Im Interview erklärt der Ökonom Thomas Straubhaar (homepage), warum das Wasser rein wirtschaftlich gesehen trotz staatlicher Sub- und Investitionen ("Kobe-Effekt") kein Segen ist ("wir sind nach ersten Schätzungen wohl mehr als 20 Milliarden Euro ärmer geworden. Die Wirtschaft wird zwar wachsen, aber von einem niedrigeren Niveau aus") und schlägt vor, der Staat sollte jetzt am besten eine Anleihe zu Gunsten der Flutopfer zu marktgängigen Zinssätzen ausgeben, anstatt die Steuerreform zu verschieben. Und Julia Friedrich hat sich beim Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden über spektakuläre Kunstschatz-Rettungen erkundigt und ist dabei auf ein neues Ausstellungskonzept gestoßen: das wilde Sammelsurium.

Vom Ende der Gutmenschen in Hollywood handelt ein anderer Beitrag. Ob Harrison Ford oder Tom Hanks - zurzeit, heißt es darin, seien die größten Stars ganz versessen darauf, das Böse zu verkörpern: "Das Schlechte im Menschen, so scheinen sie zu glauben, bringt das Beste in den Schauspielern zum Vorschein." Ob's stimmt? Für den Zuschauer jedenfalls hat es so oder so Konsequenzen: "Brutalität wirkt auf der Leinwand noch eindringlicher, wenn sie von einem Menschen ausgeht, den der Zuschauer mag. Wenn Hanks jetzt (im demnächst anlaufenden "Road to Perdition") mit dräuender, regloser Miene erscheint, nimmt der Betrachter dahinter wie in einer Doppelbelichtung auch die früheren Gesichter des Schauspielers wahr - und glaubt auf einmal, Forrest Gump stehe mit einer MP vor ihm."

Desweiteren warnt Rudolf Augstein in einem Essay vor einem Präventivschlag gegen den Irak und eine fortgesetzte "uneingeschränkte Solidarität" mit den Bush-Kriegern; dazu passt ein Interview mit dem Uno-Waffeninspektor Hans Blix, der sich angesichts von Saddams möglichem Waffenarsenal durchaus besorgt zeigt, die Verhinderung eines Krieges durch neue Inspektionen im Irak aber für möglich hält. Gerhard Spörl schließlich berichtet vom wachsenden Widerstand gegen die Todesstrafe in den USA. Nicht online lesen dürfen wir einen Debattenbeitrag von Peter Schneider zum deutsch-amerikanischen Autorenstreit über den "gerechten Krieg".

Magazinrundschau vom 19.08.2002 - Spiegel

Für die Hauptsache, den Titel zur Flut, muss man zahlen. Unter den freigegebenen Artikeln finden sich nur Themen wie "Telekom-Krise" und "Mazda-Sportwagen mit Wankelmotor"!

Ein weiterer Artikel immerhin befasst sich mit neuen Anschlägen auf die freie Warenwelt durch den Gates-Kraken aus Redmond. Der bläst gerade zum Generalangriff auf den Welt-Datenverkehr: Streckeninformationsprogramme für PKW, Software für Organizer, Handys, Spiele, Musik etc. etc."Die Methode ist so simpel wie effektiv: Microsoft sattelt einfach auf jede neue Version des dominanten Windows-Betriebssystems zusätzliche Software-Komponenten huckepack drauf; diese landen dann fast von selbst auf dem Kundenrechner. So gebiert ein Monopol das nächste." Und der Verbraucher freut sich. Bis er merkt, das er eigentlich keine Wahl mehr hat. "Dann nämlich bestimmt nur noch der Gigant aus Redmond Geschäftsbedingungen (vulgo: Preise) und technische Details."

Nur gegen Bares zu lesen ist wie gesagt das Titeldossier zur Jahrhundertflut. Darin ein Interview mit Joschka Fischer über den Aufwind, den die Wassermassen Rot-Grün im Wahlkampf bescheren, und ein Gespräch mit Klimaexperten über unseren Anteil an der Zunahme extremer Wetterlagen. Und nur im Print verreißt Marcel Reich-Ranicki Robert Musils Klassiker "Mann ohne Eigenschaften", und Bruce Springsteen promoted sein schwülstiges neues Album "The Rising".