
In der Titelgeschichte ("ausgespielt"), die wie immer nicht umsonst zu haben ist, geht der
Spiegel der
FDP an den Kragen - und das Bild aus den vergangenen Tagen einer
Männerfreundschaft auf der Titelseite zeigt schon die Richtung des Ganzen: Westerwelle, hier noch in trauter Zweisamkeit mit Möllemann, wird präsentiert als "
Parteichef auf Abruf".
Der
unauffällige Herr Bauer will sich die zentralen Teile der Insolvenzhinterlassenschaft von
Herrn Kirch einverleiben, mit dem er wenigstens das gemeinsam hat, dass man kaum etwas weiß über ihn. "Dennoch hatte Bauer außerhalb der Medienbranche bislang kein schlechtes Image - er hatte gar keines", heißt es im
Porträt der Person und der Firma, das ihn als
Medienmogul und Milliardär ohne Allüren vorstellt, der das Taxi der privaten Limousine vorzieht, und als strengen Protestanten ohne Skrupel, wenn es um die
Sexpostillen des eigenen Hauses geht. Die Branche nimmt die bevorstehende Übernahme dennoch
eher wohlwollend hin: "'Mit dieser Lösung kann man sehr gut leben', sagt etwa der Kölner Medienexperte Lutz Hachmeister. Auch der ehemalige RTL-Chef Helmut Thoma spricht 'von einer
ganz vernünftigen Entwicklung - immerhin hat Bauer immer bewiesen, dass er rechnen kann.'" Dieser letztere Aspekt ist es allerdings, der die
Mitarbeiter der Sender mehr als nur ein wenig besorgt stimmt.
Immer ein
dankbares Thema: Beerdigungsriten.
"Oma kam mit der Post" lautet der schöne erste Satz eines Artikels, der auf eine geplante Lockerung der Begräbnisvorschriften in Nordrhein-Westfalen aufmerksam macht. In Zukunft soll der
Friedhofszwang, den es in anderen Ländern der EU lange schon nicht mehr gibt, abgeschafft werden. Oma kann dann auch
im Vorgarten begraben (beziehungsweise ihre Asche auf dem Rasen verstreut) werden.
Weitere Online-Artikel: Nach Pisa folgt nun in einer Studie der OECD der
nächste Tiefschlag fürs
deutsche Bildungssystem: Kindergarten und Grundschule werden katastrophal vernachlässigt: Die Klassen sind zu groß, die Ausgaben des Staats sind, im Vergleich zu den erfolgreichen Pisa-Nationen, weit unterdurchschnittlich. Die Folgen glauben Sprachpfleger (
Website) im
Niedergang des Deutschen beobachten zu können. Erst hat sich
der Apostroph da breit gemacht, wo er nur im Englischen hingehört, beim Genitiv nämlich, zum Ausgleich verschwindet nun
der Bindestrich. Von der "AOL Arena" bis zur "Kultusminister Konferenz" (auf deren eigener
Website!) nimmt
das Verhängnis seinen Lauf.
Besprochen wird außerdem, nicht sehr freundlich, Fatih Akins Film "Solino" (mehr
hier).
Nur im Print gibt's unter anderem: Einen
Abgesang auf den FC Bayern München, ein Porträt der "mächtigsten Frau Deutschlands":
Angela Merkel, einen Essay der Jungschriftstellerin Juli Zeh über die "Konsum-Askese" deutscher Studenten und
das Neueste über die "FAZ" und die "Süddeutsche".