
Im
NZZ-
Interview antwortet
Christopher Clark auf seine Kritiker, die ihm vorwerfen, dass er in seinen "Schlafwandlern" nicht
den Deutschen die Hauptschuld am Ersten Weltkrieg gibt. Es komme nicht darauf an, allein ein Psychogramm deutscher Eliten zu verfassen, meint er: "Ein solches Psychogramm findet sich deshalb nicht bei mir, weil ich es
nicht für wichtig halte, um den Ausbruch des Ersten Weltkriegs darzustellen. ... Im Leben zwischen den Staaten sind nicht nur die Äußerungen des 'Alldeutschen Verbandes' - eines nationalistisch-militaristischen Agitationszirkels - wichtig, sondern
die Handlungen der Staaten untereinander. Das ist bis dato viel zu kurz gekommen."
In der
FR denkt Arno Widmann in einem dreiseitigen Artikel (
hier,
hier und
hier) darüber nach, was es mit
den Plätzen auf sich hat, auf denen die jüngsten Revolutionen stattfanden. In der
Ukraine fällt ihm auf, dass der zentrale Platz nicht
Plocha irgendwas heißt, sondern
Maidan, ein persisches Wort, in dem die Ukrainer wohl "
Spuren der griechischen Agora zu erkennen glaubten. Sie wollten raus aus dem Slawischen, rein nach Europa. Ausgerechnet ein persisches Wort markiert die Rückkehr der Ukraine nach Europa. Das ist eine der hübschen Pirouetten, die die Weltgeschichte manchmal dreht. Der arabische Frühling, die Proteste in Istanbul und in Kiew nahmen ihren Ausgang nicht von den Hütten und nicht von den Palästen. Sie entwickelten ihre Wucht nicht in Kirchen und Moscheen. Sie fochten auf Plätzen, einem
Import aus Europa."