Dies wunderbar symbolische Foto vom
Platz des Himmlischen Friedens haben wir unter CC-Lizenz bei
Flickr gefunden.
Dimitry B. hat es im letzten Jahr aufgenommen. Der
New Yorker bringt unterdes aus Anlass des
25. Jahrestags des Massakers auf dem Platz eine Strecke mit historischen Fotos.

25 Jahre nach dem Massaker auf dem
Platz des Himmlischen Friedens hat die chinesische Politik es geschafft,
fast jede Erinnerung daran auszulöschen. Mark Siemons beschreibt in der FAZ, mit welch ausgeklügelten Methoden chinesische Politiker "Mainstream"-Denken herstellen: Einmal, indem sie direkt gegen Künstler, Blogger oder Bürgerrechtler vorgeht. "Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Das chinesische System stellt sich den
Ausdifferenzierungen der modernen Gesellschaft nicht nur entgegen, es macht sich diese zum Teil auch zunutze und vermischt sie auf eine schwer zu entwirrende Weise mit den autoritären Strukturen der Partei.
Luhmann würde Hören und Sehen vergehen, wenn er mitbekäme, mit welcher Perfektion die
gegenseitige Abgrenzung der Teilöffentlichkeiten mit ihren Spielräumen und Regeln in China heute reguliert wird."
In der SZ erzählt der chinesische Journalist
Chang Ping, wie er vor fünf Jahren, beim 20. Jahrestag des Massakers, an der
Universität in Honkgong mit Studenten über die damaligen Ereignisse diskutierte. "Die meisten Studenten aus der Volksrepublik, so dachte ich, müssten
doch verärgert darüber sein, dass ihnen jahrelang Fakten über das Geschehen vorenthalten wurden. Jetzt aber, nachdem sie zum ersten Mal in einer Gesellschaft mit Informationsfreiheit lebten und das volle Bild zu Gesicht bekamen, würden sie anders denken. Doch
das Gegenteil war der Fall. In der Volksrepublik China gibt es mehr und mehr Menschen, die glauben, dass es
richtig gewesen sei, die 4.-Juni-Bewegung zu unterdrücken und somit die Ein-Parteien-Diktatur in China zu erhalten, da sonst die Wirtschaft in den vergangenen Jahren nicht so atemberaubend schnell gewachsen wäre."
In der
taz berichtet Sonja Vogel von einer
Belgrader Veranstaltung über die Ursachen für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Mit dabei: Der Historiker
Christopher Clark, dessen Buch "Schlafwandler" wenig freundlich mit den Serben umgeht. "Von Clarks zurückhaltenden Ausführungen fühlte sich Dusan Batakovic provoziert. Der Vorsitzende des Belgrader Instituts für Balkanstudien der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste, einer nationalen Kaderschmiede, nahm die
oft vergessene Ostfront in den Fokus. Der Krieg wurde schließlich an der Saloniki-Front entschieden, und Serbien hatte die meisten Opfer im Ersten Weltkrieg zu verzeichnen: ein Viertel der Bevölkerung starb. ... Den Attentäter
Gavrilo Princip nennt Batakovic einen "Nelson Mandela mit falschen Mitteln". Für ihn und die Gruppe "Junges Bosnien" seien die Österreicher
barbarische Kolonialherren gewesen - eine Lesart, die im heutigen Serbien gängig ist."