In
Indonesien wurden unter Führung von General Suharto zwischen 1965 und 1966 mindestens
fünfhunderttausend Menschen getötet, die verdächtigt wurden, Kommunisten zu sein. Die
Briten spielten bei diesem Massaker eine wichtige Rolle,
erzählen Paul Lashmar, Nicholas Gilby und James Oliver im
Guardian. "Kürzlich freigegebene Dokumente des Außenministeriums zeigen, dass britische Propagandisten
heimlich Antikommunisten, darunter auch Armeegeneräle, zur Beseitigung der PKI anstifteten. Die Kampagne scheinbar spontaner Massenmorde, von der man heute weiß, dass die indonesische Armee sie inszeniert hat, wurde später von der CIA als einer der schlimmsten Massenmorde des Jahrhunderts bezeichnet. Als die Massaker im Oktober 1965 begannen, forderten
britische Beamte, 'die PKI und alle kommunistischen Organisationen' zu 'eliminieren'. Die Nation, so warnten sie, sei in Gefahr, 'solange die kommunistischen Führer auf freiem Fuß sind und ihre Anhänger ungestraft davonkommen'." Die Briten hofften so Präsident Sukarno loszuwerden, der mit der PKI zusammenarbeitete und offen den
britischen Kolonialismus kritisierte, was ihnen auch gelang.
In der
Welt sprechen sich Gabriele von Lutzau, Flugbegleiterin der 1977 von der RAF entführten "Landshut"-Maschine, und der FDP-Politiker
Till Mansmann vehement für einen Gedenkort für die
Opfer des "
Deutschen Herbstes" aus. "Bis zum heutigen Zeitpunkt gibt es kein Museum und keine Gedenkstätte, die den Opfern des RAF-Terrorismus ein würdiges Gedenken schafft und sich diesem Teil unserer Geschichte widmet", schreiben die beiden. Zwar wurde bereits Geld bewilligt, um die "Landshut" auszustellen, doch die Bundeszentrale für politische Bildung, zuständig für das Ausstellungskonzept, "ließ zuletzt verlauten, dass die Landshut-Maschine als technisches Großobjekt
nicht restauriert oder in den Originalzustand zurückgeführt werden soll. Dies ist jedoch eine zentrale Forderung, denn eine restaurierte und zugängliche 'Landshut' könnte die Besucher die Ausstattung, die Enge an Bord und die
gesamte Atmosphäre authentisch nachempfinden lassen. Die Erinnerung an die Geschichte der Landshut-Entführung ist man den Opfern schuldig. In einem solchen Museum sollen auch die
Perspektiven der Opfer und der damals in Verantwortung stehenden Politiker sichtbar und hörbar werden."