Wie sich die
Evangelische Kirche bei den Nazis anbiederte, indem sie versuchte, alles Jüdische aus ihrer Kirche zu entsorgen,
lernt Paul Kahl (
NZZ) bei einem Besuch der Ausstellung "Erforschung und Beseitigung. Das
kirchliche Entjudungsinstitut 1939-1945" im
Lutherhaus Eisenach. Dieses Institut war - ganz ohne Zwang durch die Nazis - gegründet worden, um
Christentum und Nationalsozialismus vereinbar zu machen. In Eisenach, weil
Luther ein Antisemit war: "Mit seiner Schrift 'Jesus der Galiläer' erzielte [der Leiter des Instituts, der Theologe
Walter Grundmann] breite Resonanz. Für Grundmann ergab es sich 'mit Notwendigkeit, dass aller Wahrscheinlichkeit nach Jesus, da er auf Grund seiner
seelischen Artung kein Jude gewesen sein kann, es auch blutsmäßig nicht war'. Mit zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern aus dem ganzen Reichsgebiet schuf Grundmann eine 'entjudete Bibel', die Jesus zum überzeugten
Kämpfer gegen das Judentum machte. Ihre erste Auflage war rasch vergriffen."
Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen-Instituts, und
Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, treten in der
FAZ mit mit einem gemeinsamen Vorschlag zur Frage eines
weiteren Mahnmals in Berlin hervor: Er soll den Streit zwischen jenen, die ein
Mahnmal für die polnischen Opfer wollen, und jenen, die des
Besatzungskriegs generell gedenken wollen, versöhnen: Und "es soll - Putins Geschichtspolitik zum Trotz - vergegenwärtigen, dass der Zweite Weltkrieg am 1. September 1939 durch das Zusammenwirken Hitlers und Stalins mit der Zerstörung der
Republik Polen begann, den bis zu sechs Millionen zivilen Opfern Polens, aber auch den bis zufünfzehn Millionen zivilen
Opfern der Sowjetunion gerecht werden."