Sascha Lobo
benennt in seiner
Spiegel-Online-Kolumne fünf wichtige
digitale Tendenzen des Jahres 2015. Eine davon ist die fatale Tendenz zum
mobilen Netz: "In den Vereinigten Staaten verbringt die Bevölkerung 38 Prozent der Zeit mit dem stationären Internet und 62 Prozent der Zeit mit dem mobilen Internet. Die '
Mobile Revolution' wird in ihrer Wirkung selbst von Experten noch gar nicht voll verstanden, weil sie noch am Anfang ist. Das Smartphone - das einer britischen Untersuchung zufolge im Schnitt 221-mal am Tag aus der Tasche gezogen wird - ist ja in seiner heutigen Form erst
acht Jahre alt."
Eine andere von Lobo benannte Tendenz ist das Internet als
Medium des Hasses. Hierzu
erzählt Khuê Pham im
Zeit-Magazin die Geschichte des
Bloggers Caspar Mierau, dessen Leben von einem Internetstalker auf den Kopf gestellt wurde. Auch Mierau selbst
schreibt in seinem Blog über seine Geschichte.
Auch der Trend zum
mobilen Netz hat seine fatalen Seiten: Der große
Yochai Benkler, der mit seinem Buch "The Wealth of Networks" (
hier als kostenfreies Download) eines der wichtigsten Grundlagenwerke zur Idee eines offenen Internets viorgelegt hat, benennt diese Tendenz im Gespräch mit John Weitzmann von
irights.info: "Das mobile Smartphone ist inzwischen die primäre Plattform geworden. Dadurch sind
Kontrollstrukturen entstanden, vom proprietären Funknetz über das proprietäre Betriebssystem bis zum jeweiligen App-Store. Auch Cloud-Speicherdienste gehen in diese Richtung. Tatsächlich werden es immer mehr Kontrollpunkte, von denen aus
wenige Unternehmen den Informationsfluss kontrollieren können."
In den USA führt diese Tendenz zum mobilen Netz schon dazu, dass die Leute
weniger Breitbandanschlüsse für das Internet zuhause haben,
schreibt Jason Koebler von
Vice nach Lektüre einer Studie des Pew Instituts, die diesen Rückgang in den USA statistisch nachweist: "Man muss kein Ökonom sein um herauszufinden, warum das passiert. Breitband ist teuer, Smartphone-Zugang ist teuer, und an einem gewissen Punkt musst du
die Wahl treffen. Pew stellt fest, dass Leute, die nur noch Smartphone nutzen, in der Regel
ärmer sind."