Als
komplettes Debakel und riesige Blamage werten Catrin Lorch und Jörg Häntzschel in der
SZ die Arbeit der Taskforce, die den
Gurlitt-Nachlass erforschen sollte und in zwei Jahren Arbeit praktisch nichts zustande gebracht hat. Vier Werke wurden als Raubkunstfälle bestätigt, bei denen es vorher schon feststand, bei 500 weiteren Werke ist nichts geschehen. Lorch und Hätzschel erklären das Versagen so: "Die meisten Mitglieder waren nicht Provenienzforscher, sondern
Repräsentanten und Funktionäre. Statt um Aufklärung ging es um eine diplomatische Performance. Bis sich die Gruppe erstmals traf, verstrichen drei Monate. Die Juristin
Berggreen-Merkel, die sich zum ersten Mal mit Provenienzforschung beschäftigte, erwies sich
als unfähig, die Arbeit sinnvoll zu strukturieren."
Krzysztof Mieszkowskis Breslauer Inszenierung von
Elfriede Jelineks Stück
"Der Tod und das Mädchen" hat den Wirbel verursacht, den man sich vielleicht gewünscht hat (
mehr hier), dennoch
sieht in der
FR Jan Opielka in den Protesten
wütender Katholiken gegen Pornografie und Unsitte nur einen Vorgeschmack auf Kommendes. "Seit die PiS in Warschau regiert, sind die Ängste vor politischen Eingriffen und radikalen Änderungen in Kultur und Medien durchaus begründet. Zwar hatte das Kulturministerium in seiner Protestnote gegen die Breslauer Inszenierung mitgeteilt, dass es nicht vorhabe, 'irgendwelche Formen von Zensur einzuführen'. Doch Piotr Glinski, einer der Vizes von Premierministerin Beata Szydlo, ist Minister nicht für Kultur, sondern auch für '
nationales Erbe'."