Das
Coronavirus betrifft das
Kulturleben besonders hart. "Von der Diva bis zum Souffleur und hin zu den studentischen Kräften an der Garderobe wird es empfindliche Verdienstausfälle geben",
befürchtet Petra Kohse in der
Berliner Zeitung. Aber: "In allerschönster zuverlässigster Landesmuttermanier hat sich die Staatsministerin für Kultur und Medien
Monika Grütters (CDU) dazu jetzt auch schon geäußert: 'Künstler und Kultureinrichtungen können sich darauf verlassen, gerade mit Blick auf die Lebenssituationen und Produktionsbedingungen der Kultur-, Kreativ- und Medienbranche:
Ich lasse sie nicht im Stich!'"
Letztlich musste auch die
Lit.
Cologne nur wenige Stunden vor der Eröffnung abgesagt werden, auch die
Theater,
Opern und Konzerthäuser
schließen reihenweise,
meldet Peter Kümmel in der
Zeit und fragt ebenfalls: "Wie lang können sich Bühnen halten, die auf bezahlende Zuschauer angewiesen sind?" Einige Häuser haben sich derweil entschlossen, ihre Veranstaltungen zu
streamen,
meldet der
Tagesspiegel. Die Absage der
Leipziger Buchmesse ist für die kleinen Verlage eine "
Katastrophe",
meint Thomas Schmoll auf
Zeit Online, der mit kleinen Verlegern wie Björn Bedey, Geschäftsführer der Hamburger Verlagsgruppe Bedey Media gesprochen hat.
Hannah Bethke beobachtet indes in der
FAZ: "Diese Gesellschaft hat keine Erfahrung mit Mangel und
erzwungener Enthaltsamkeit. Und sie zeigt nicht gerade ihre besten Seiten, wenn sie auf die neue Situation mit Verschwörungstheorien, irrationaler Angst und egoistischen Hamsterkäufen reagiert. Der Umgang mit dem Coronavirus demonstriert mehr als jeder Massenansturm auf ein begehrtes Konsumobjekt, wie sehr die Gesellschaft den
Kapitalismus einverleibt und mit ihrer Identität verknüpft hat - und wie hilflos sie schon dasteht, wenn das System nur vorübergehend löchrig wird."