Im
Interview mit
Zeit online erklärt die Kunsthistorikerin
Lynn Rother, die an der Leuphana Universität Lüneburg die erste Universitätsprofessur zur Provenienzforschung in Deutschland hält, wie sie mit computergestützten Methoden
Raubkunst aufspüren will. Dazu müssen die Daten aber erst einmal vereinheitlicht werden, damit sie maschinenlesbar sind: "Zum Teil fehlt da aber das provenienzspezifische Vokabular; es wird also auch um die
Entwicklung einer Terminologie gehen."
Auch in Österreich sucht man nach
Raubkunst,
berichtet Olga Kronsteiner im
Standard, wobei man
dieses Wort in der Politik nicht benutzen mag. Man suchte vielmehr nach "Artefakten", deren Herkunft einen kolonialen Hintergrund haben könnten. Eine parlamentarische Anfrage hat den Umfang jetzt ans Licht gebracht: "Im Technischen Museum gibt es
300 Objekte afrikanischen Ursprungs. Dabei geht es hauptsächlich um Materialproben wie Kautschuk, Batik oder Öle. Einige wenige Objekte sind der Kategorie '
Kolonialwaren' zugeordnet, etwa neun Holzschnitzereien aus Nordafrika. Das Museum für angewandte Kunst führt
1983 Objekte: Behältnisse, Schmuckstücke oder Textilien. Das mit Abstand größte Volumen ist mit etwas mehr als
44.
700 Objekten aller Art im Weltmuseum zu finden ... Hier ist der
ethisch problematische Erwerbskontext in der Verbindung mit kolonialen Machtstrukturen am augenscheinlichsten."