Geplant war mal jemand, "der
nicht alt,
nicht weiß, kein Mann, kein Deutscher,
am liebsten auch kein Europäer ist. Jemand also, der dem Humboldt-Forum kurz vor der Eröffnung noch eine Idee geben könnte", seufzt Jörg Häntzschel in der
SZ. Nun nimmt sich dank Monika Grütters' einsam getroffener Entscheidung mit
Hartmut Dorgerloh also ein Denkmalpfleger dieses "ethnologischen Kindergartens für Erwachsene", an, fährt Häntzschel fort: "Mit ihrer Personalentscheidung hat sie offenbar auch das inhaltliche Konzept bereits angepasst. Von einem neuen Niveau des kulturellen Dialogs, von Globalisierung, Migration und den
Menschheitsthemen, um die es hier einmal gehen sollte, war bei ihr keine Rede mehr."
"Dorgerloh hat bereits eine Institution von höchster, ja von deutscher Komplexität geleitet", sagt
Neil MacGregor - der sich mit
deutscher Bürokratie inzwischen selbst bestens auskennt, wie Rüdiger Schaper im
Tagesspiegel anmerkt: "Ein bemerkenswerter Satz von MacGregor. Man kann ihn auch so interpretieren, dass eine Persönlichkeit aus den märkischen Untiefen und Abgründen vielleicht sogar besser geeignet ist, das Humboldt-Forum aus der
ewigen Legitimationsklemme zu führen, als ein Wundermann oder eine Wunderfrau von außerhalb." In der
Berliner Zeitung ist Harry Nutt zufrieden mit der Wahl. Wir sind auf die
Verbotsliste des Humboldt-Forums gespannt.