Im
Welt-Interview mit Rainer Haubrich spricht der Berliner Architekt
Bernd Albers über die aufgrund des Wohnungsmangels notwendige
Verdichtung von Großstädten, die vor allem in Berlin aber an der "
Kiezmentalität" der Bürger scheitere: "Das hängt wohl auch mit dem Grad der Identifikation mit der eigenen Stadtmitte zusammen. Die ist in Köln oder Hamburg oder München sicherlich anders als in Berlin. Berlin hat sich geistig von seiner Mitte so weit entfernt und in die vermeintlichen Kieze zurückgezogen - der größte Kiez ist West-Berlin -, dass die
Bewahrung des Status quo oberste Priorität zu haben scheint. Gleichzeitig fehlt es vielen Neubauprojekten an der Faszination für das genuin Städtische."
Da ist man in
Saudi-
Arabien schon einen Schritt weiter,
berichtet Gerhard Matzig auf
SZ-online. Während man im Westen noch fest daran glaubt, Städte müssten wie "Keimlinge" entstehen, soll dort für
500 Milliarden Dollar die
schlüsselfertige Megastadt Neom gebaut werden, so Matzig: "Neom ist ein englisch-arabischer Neologismus und soll so viel heißen wie 'neue Zukunft', was den Begriff des '
Übermorgenlandes' ins Absurde steigert. Berichten zufolge soll Neom auf einer Fläche von sagenhaften 26 500 Quadratkilometern entstehen. Das entspräche etwa 30 Mal der mit 892 Quadratkilometern flächengrößten Gemeinde Deutschlands, also Berlin. Aber der Plan des Königreichs Saudi-Arabien sieht noch ganz andere Superlative vor. In der Stadt, deren erste Bauphase schon 2025 abzuschließen wäre, sollen später sogar
mehr Roboter als Menschen leben."
Rose-Maria Gropp und Julia Voss führen für die
FAZ mit
Marcel Brülhart von der Stiftung des
Kunstmuseums Bern ein resümierendes Gespräch über die
Sammlung Gurlitt und Raubkunst: "Der Fall Gurlitt hat faktisch dazu geführt, dass die Museen erstens
ihre eigenen Bestände systematisch und umfassend auf allfällige Provenienzlücken zu untersuchen beginnen. Und zweitens wird die Frage einer zeitgemäßen Auslegung der Prinzipien des '
Washingtoner Abkommens' wieder diskutiert. "