Bestärkt durch das Verfassungsschutzgutachten zur AfD
schlägt Ann-Kathrin Leclère in der
taz vor, AfD-Vertreter künftig in
öffentlich-rechtlichen Sendern überhaupt nicht mehr zu Wort kommen zu lassen: "Einige argumentieren, man könne die AfD nicht ausladen, da der
Medienstaatsvertrag, der Rechte und Pflichten der Rundfunk-, Digitale-Dienste- und Telemedienanbieter in Deutschland regelt, eine ausgewogene und 'angemessene' Darstellung aller Parteien vorschreibe. Was allerdings 'angemessen' bedeutet, ist Auslegungssache. Eine prominente Stimme gegen die Einladung der AfD ist
WDR-Moderator und Rechtswissenschaftler
Georg Restle. Gemeinsam mit Andreas Fischer-Lescano
zeigte er schon 2021 im
Verfassungsblog: Ein rechtlicher
Anspruch der AfD auf Sendezeit existiert nicht. Zwar müsse über alle Parteien gemäß ihrer Größe berichtet werden, allerdings obliegt es den Redaktionen zu entscheiden, wie sie das tun."
Vor einigen Tagen wurden die
Pulitzer-Preise bekanntgegeben und von den Medien brav
herunterrezitiert. Ausgezeichnet wurde unter anderem der palästinensische Autor
Mosab Abu Toha, der auch für das einst so renommierte
New Yorker-Magazin schreibt, wo auch Masha Gessen den Gaza-Streifen mit den Nazighettos gleichsetzte (unsere
Resümees). Gegen den Preis
interveniert auf Twitter die ehemalige israelische Geisel
Emily Damari mit einem Post, der sich an die Jury richtet: "Fast 500 Tage lang
lebte ich in Angst. Ich wurde ausgehungert, misshandelt und wie ein Mensch behandelt, der weniger wert ist als ein Tier. Ich musste mit ansehen, wie Freunde litten. Ich sah, wie die Hoffnung schwand. Und selbst jetzt, nach meiner Rückkehr nach Hause, trage ich
diese Dunkelheit noch immer in mir - denn meine besten Freunde, Gali und Ziv Berman, werden
immer noch in den Terrortunneln der Hamas festgehalten. Stellen Sie sich also meine Bestürzung und meinen Schmerz vor, als ich sah, dass Sie Mosab Abu Toha den Pulitzer-Preis verliehen haben. Dieser Mann hat im Januar
meine Gefangenschaft infrage gestellt. Er hat auf Facebook über mich geschrieben und gefragt: 'Wie um alles in der Welt kann
dieses Mädchen als Geisel bezeichnet werden?' Er hat den Mord an der Familie
Bibas geleugnet. Er hat infrage gestellt, ob Agam Berger wirklich eine Geisel war." Die Medien haben diese Intervention bisher nicht aufgegriffen, mehr
hier.