9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 30.05.2025 - Medien

Matthias Alexander liest fürs Feuilleton der FAZ drei neue Bücher über Friedrich Merz, alle von Journalisten geschrieben, alle irgendwie recht informativ. Aber sehr tief gebohrt wird nicht, etwa wenn es um Netzwerke geht, in denen sich Merz bewegt. Etwas fehlt der deutschen Publizistik da, findet Alexander: "Amerikanische Autoren wie Walter Isaacson, der scharfsinnige und unbestechliche Biograph von Steve Jobs und Elon Musk, hätten an dieser Stelle nicht haltgemacht. David Remnick, Chefredakteur des New Yorker und Barack-Obama-Biograf, hätte Merz' Werdegang stärker in die Gesellschaftsgeschichte des Landes eingebettet."
Stichwörter: Merz, Friedrich, CDU, Musk, Elon

9punkt - Die Debattenrundschau vom 26.05.2025 - Medien

Silke und Holger Friedrich, die Verleger des Berliner Verlags, stellen sich in ihrer Berliner Zeitung eine bange Frage: "War es ein Fehler, die Berliner Zeitung zu kaufen?" Fünf Jahre ist es her, dass sie das Blatt kauften, das sie seitdem zu einer Stimme des Ostens und der Coronaskepsis umgebaut haben. Natürlich beantworten sie ihre Frage mit Nein: "Die Berliner Zeitung ist zu ihrem 80. Geburtstag bestens aufgestellt. Sie verdient mit ihren Produkten das notwendige Geld, um unabhängig agieren zu können, denn unsere Idee von kritischem Journalismus hat eine wachsende Fan-Base." Sie mussten allerdings auch feststellen, "dass Hybris, doppelte Standards und, gravierender noch, die große Zahl der mittels Subventionen indirekt zu Kollaborateuren Gemachten eine Atmosphäre schaffen, die eine Spaltung der Gesellschaft fördert..."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 23.05.2025 - Medien

Der Berliner-Zeitung-Verleger Holger Friedrich  bringt eine neue Version der Weltbühne heraus (unser Resümee). Für sehr großen Ärger sorgt darin ein Artikel der abtrünnigen orthodoxen Jüdin Deborah Feldman, die inzwischen zur Pasionara der Israelfeinde wurde. Sie veröffentlicht in dem Blatt einen Artikel über den Chefredakteur der Jüdischen Allgemeinen, Philipp Peyman Engel, den sie als "Kostümjuden" beschimpft. Nicholas Potter berichtet in der taz über diese Denunziationskampagne des putinistischen Verlegers und resümiert Feldmans Artikel: "Feldman behauptet in der Weltbühne, mit einem Familienmitglied Engels telefoniert zu haben, das 'aus Angst vor Repressalien nicht namentlich genannt werden möchte'. Engels Familie 'sei in der Verwandtschaft immer als Angehörige der Bahai-Gemeinde wahrgenommen worden'." Die Israelitische Cultusgemeinde Zürich fühlte sich durch diesen Artikel gedrängt, Engels zweifelsfrei jüdische Abstammung zu dokumentieren.

"Einmal Stasi, immer Stasi", kommentiert Ruhrbaron Stefan Laurin diese Strategie des Verlegers und ehemaligen IM Friedrich. "Noch immer kommen alternative Fakten aus Ost-Berlin - nur nicht mehr aus der Stasi-Zentrale, sondern aus den Räumen des Berliner Verlags, in dem die Weltbühne und die Berliner Zeitung erscheinen. Friedrich setzt in Texten schon mal demokratische Parteien in Anführungszeichen, stellt gemeinsam mit dem wegen Totschlags verurteilten ehemaligen Generalsekretär des ZK der SED, Egon Krenz, den dritten Teil seiner ebenso wie sein Dasein überflüssigen Biografie vor und holt einen Redakteur der nationalbolschewistischen Jungen Welt in die Geopolitik-Redaktion seiner Zeitung - ein Ressort, das RT-Plauderer und Weltbühne-Herausgeber Thomas Fasbender leitet."

"Deborah Feldman nutzt für ihre Kampagne die Methode der Delegitimierung über genealogische Zweifel: Ist jemand nun tatsächlich jüdisch, oder nicht", erläutert Caroline Fetscher im Tagesspiegel. "Auf ihren Instagram- oder X-Accounts suggeriert sie, sie wisse es, und zwar besser, als die Attackierten. Unter diesen waren schon die Publizistin Sarah Cohen-Fantl, der Star-Pianist Igor Levit und die Schriftstellerin Mirna Funk, die gegen Feldman eine einstweilige Verfügung erwirkte."

Nebenbei beansprucht Friedrich mit dem Kauf des Weltbühne-Titels, in einer radikaldemokratischen Tradition der Weimarer Republik zu stehen. Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk hat darum einen uralten Artikel Marko Martins ausgegraben, den dieser in der taz schrieb, als die letzte Version der Weltbühne zumachte. Das war im Jahr 1993 - denn eine Zeitschrift mit dem Titel Weltbühne war in der DDR und ein wenig darüberhinaus fortgeführt worden. Sie war ein besonders abstoßendes Medium, so Martin, der die eigentliche Tradition benennt, in die sich Friedrich heute stellt: "Unter der Chefredaktion von Peter Theek (NSDAP- Mitgliedsnummer 9124729) konnte Peter Hacks dort die Ausbürgerung Wolf Biermanns bejubeln, Heinrich Böll als 'Herbergsvater für wandernde Dissidenten' beschimpfen und vor 'Solschenizyns Läusen' warnen. Nach der Wende war dann Joachim Gauck als 'Luther der Archive' dran, die Stasi-Aktenöffnung wurde mit einem 'Erlöse uns, Allmächtiger, von dem Übel dieses Biedersinns!' kommentiert." In der FAZ kommentiert Michael Hanfeld die "große Hinterhältigkeit" im neuen Weltbühne-Start.

In Washington gab es ein Terrorattentat: Erschossen wurde das junge Paar Yaron Lischinsky, der auch Deutscher war, und seine Freundin Sarah Milgrim, die in der israelischen Botschaft arbeiteten. Täter ist der Linksextremist Elias Rodriguez, der mit der "Party for Socialism and Liberation" verbunden war (sie distanzierte sich inzwischen von ihm). Interessant ist nebenbei, wie wichtige Medien über das Attentat berichten - etwa tagesschau.de, wo der Terrorakt umstandslos "kontextualisiert" wird: "Der Schusswaffenvorfall erfolgte vor dem Hintergrund des Krieges zwischen Israel und der militant-islamistischen Hamas im Gazastreifen. Israel steht wegen des militärischen Vorgehens und der katastrophalen humanitären Lage in dem weitgehend verwüsteten Küstenstreifen international stark in der Kritik." Auch die FAZ hat diesen Text - offenbar ein Agenturticker - übernommen.

Lischinsky war "ein Nürnberger Bub", berichtet die Jüdische Allgemeine. Er hatte sich beim Jugendforum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft engagiert. "Die Münchnerin Antonia Pfeifer, die Yaron Lischinksy aus der gemeinsamen Zeit beim JuFo kannte, beschrieb ihn im Gespräch mit dieser Zeitung so: 'Er war sehr engagiert, hat viele Events mit jungen Israelis und Deutschen organisiert und sich für den Austausch sehr eingesetzt. Als er 2022 nach Washington ging, um seine Stelle bei der israelischen Botschaft anzutreten, hat er das als Riesenehre beschrieben und sich wirklich sehr gefreut.' Sie nannte den Getöteten einen 'herzlichen und lieben Menschen'."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 22.05.2025 - Medien

Der aktuelle Bericht von "Reporter ohne Grenzen" (RSF) dokumentiert für das vergangene Jahr 89 Angriffe auf Journalisten in Deutschland, eine Zahl, die sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt hat, berichtet in der FAZ Antea Obinja. "38 Angriffe zählen RSF allein auf propalästinensischen Demonstrationen in Berlin, dem gefährlichsten Ort für deutsche Journalisten." Zu den Angegriffenen gehört auch der taz-Journalist Nicholas Potter der wegen seiner kritischen Berichterstattung über "propalästinensische" Aktivisten mit dem Tod bedroht wurde, so Obinja. "Aufgetaucht sind die Plakate nach einer Recherche Potters zur Medienplattform Red oder Red Media, die unter dem Titel 'Hybrider Krieg' im Oktober vergangenen Jahres erschienen ist und die eine Finanzierung und Steuerung der Plattform durch Russland nahelegt. ... Die Plattform, die sich selbst als 'revolutionär' und bewegungsnah bezeichnet, hatte nach dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober und dem anschließenden Krieg im Gazastreifen vor allem zum Nahostkonflikt und den antiisraelischen Protesten berichtet. Als einziges Medium war Red live bei der Besetzung des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Humboldt-Universität in Berlin dabei, während andere Journalisten draußen bleiben mussten."

Nach eigenen Angaben löst sich Red jetzt auf, meldet die taz. In einem Interview mit der Jungen Welt mache Red-Gründer Hüseyin Doğru dafür eine "unheilige Allianz aus deutschen Medien, Journalisten, Gewerkschaftern und NGOs" verantwortlich. "Red gehört AFA Medya, einem türkischen Unternehmen, das Doğru im November 2022 unter einer Briefkastenadresse in Istanbul anmeldete. Auch weitere ehemalige Redfish-Mitarbeiter landeten bei Red. Red selbst streitet ab, ein Nachfolger von Redfish zu sein. ... Die Junge Welt, die antizionistische Aktivistengruppe "Jüdische Stimme" und ein Bundestagsabgeordneter der Linken haben gemeinsame Social-Media-Beiträge mit Red veröffentlicht", die teilweise "hunderttausendfach angeschaut" wurden. Auch die EU wirft "Red vor, 'systematisch Falschinformationen zu politisch kontroversen Themen zu verbreiten, darunter Narrative der palästinensischen Hamas'".

Die Berliner Zeitung hat sich unter ihrem Verleger Holger Friedrich zu einer Stimme Moskaus und nachholender Corona-Skepsis entwickelt. Laut Marc Bartl im Mediendienst kress, der mit Friedrich gesprochen hat, hat er damit einen gewissen ökonomischen Erfolg: "Die Berliner Zeitung sei mittlerweile eine strukturell profitable und somit unabhängige Institution, die zu einer vom Markt geachteten und mehr und mehr kopierten Stimme im journalistischen Kanon aufgestiegen ist." Jetzt will Friedrich auch noch eine neue Weltbühne gründen: "Die neue Weltbühne soll nicht nur vom Format her an die Zeit vor 1933 anknüpfen. Wie damals soll sie Botschaften transportieren, die laut Verleger Friedrich in jeder freien Gesellschaft den Diskurs bestimmen sollten: Antimilitarismus, Gerechtigkeit, Widerstand gegen Obrigkeitsstaat und Untertanengeist. Für die Erstausgabe schreiben Autoren wie Deborah Feldmann, Michael Andrick, Marko Demantowsky, Daniel-Pascal Zorn."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 20.05.2025 - Medien

Ein Gesetz in Ungarn zeigt, wie Zensur funktioniert. Wie beim russischen "Ausländische-Agenten-Gesetz" können Medien (oder NGOs), die Gelder aus dem Ausland beziehen, abgestraft werden - weder Summen, noch die Art der Geschäftsbeziehung spielen dabei eine Rolle, sagt Márton Gergely, Chefredakteur der Zeitung HVG (die wir oft in der Magazinrundschau zitieren) im Gespräch mit Stephan Löwenstein von der FAZ: "Das Gesetz in seiner jetzigen Form ist eine reine Provokation. Es macht keine Anstalten, tatsächliche ausländische Finanzierung zu beschreiben. Es versteht ausländische Finanzierung auch als Abo, als jegliche Form der Finanzierung aus dem Ausland. Es gibt auch keine Grenze, wie hoch das sein soll. Allein die Tatsache, dass wir über Youtube Einnahmen generieren und Youtube diese dann über Irland abwickelt, könnte schon für die Einstufung ausreichen, dass wir ausländisch finanziert sind."
Stichwörter: Ungarn, Zensur

9punkt - Die Debattenrundschau vom 19.05.2025 - Medien

Auf Seite 3 der SZ zeichnet Peter Burghardt den Niedergang der Washington Post unter Jeff Bezos nach. Stück für Stück limitierte Bezos die Meinungsfreiheit, hunderte Abonnenten kündigten, zahlreiche Mitarbeiter gingen, wie die Karikaturistin Ann Telnaes und wenig später der für die Meinungsseiten zuständige David Shipley, "weil Bezos nur noch Meinungsartikel zulässt, deren Inhalt 'persönliche Freiheiten und freie Märkte' verteidige. Auch Jeff Bezos merkt mittlerweile, dass Donald Trump von freien Märkten wenig hält. Amazon wollte bei seinen Lieferungen darauf hinweisen, um wie viel der jeweilige Preis einer Bestellung durch Trumps Zollexzesse gestiegen sei. Das sei ein 'feindlicher und politischer Akt', giftete Trumps Sprecherin Karoline Leavitt. Kurz danach meldete der US-Präsident, Bezos habe die Aktion nach einem Telefonat mit ihm gestoppt. Niemand widersprach. Später durfte sich die US-Regierung in einem Gastbeitrag in der Washington Post selbst loben, der Autor: Vizepräsident J. D. Vance. 'Das bestätigt nur, dass die Post dem Untergang geweiht ist', lautete einer von Tausenden Leserkommentaren unter dem PR-Beitrag."

In der NZZ erzählt Ulrich Schmid die Geschichte der Zeitschrift Osteuropa, die seit 1925 existiert. In letzter Zeit wird es immer schwieriger, so Schmid, vor Ort Informationen zu erhalten: "Seit Putin die Ukraine angegriffen, den Westen zum Feind erklärt und die intellektuelle Debatte im eigenen Land zum Schweigen gebracht hat, ist damit Schluss. Russische Autoren, die für Osteuropa schreiben, sehen sich extremer Schikane ausgesetzt und riskieren bis zu zwölf Jahren Haft. Viele gelten inzwischen als ausländische Agenten, manche schreiben trotzdem weiter. Im März letzten Jahres wurde Osteuropa in Russland zur unerwünschten Organisation, im Juli dann gar zur extremistischen Organisation erklärt. Minuziös wie sonst kaum jemand haben die Autoren von Osteuropa dargelegt, wie Putin in seinem Land die letzten Reste von Freiheit vernichtet, und ebenso eindringlich fordern sie nun dazu auf, die Werte des Westens zu verteidigen. Ihre Artikel stellen dafür das intellektuelle Rüstzeug bereit."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 16.05.2025 - Medien

Die "Tagesschau" soll auf eine halbe Stunde gedehnt werden. Michael Hanfeld kommentiert diese Meldung in der FAZ recht skeptisch, zumal ARD-Funktionäre wie Jörg Schönenborn vor allem mehr Buntes in der "Tagesschau" haben wollen. Zugleich aber prägt die "Tagesschau" mit ihrer bürokratischen Art der Nachrichtenverkündung die Idee deutscher Bürger von nachrichtlicher Objektivität, die zugleich jeden Tag durch tendenziöse Berichterstattung dementiert wird. Esther Schapira greift in der Jüdischen Allgemeinen einen Kommentar der jungen Israel-Korrespondentin der ARD, Sophie von der Tann, auf, die zuverlässig die israelkritische Schlagseite der "Tagesschau" bedient. Als Deutschland und Israel sechzig Jahre diplomatische Beziehungen feierten, versuchte sie in einem Kommentar klar zu machen, dass es die historische Verantwortung der Deutschen sei, Benjamin Netanjahu festzunehmen. "Ihre Logik: Gerade, weil wir Deutsche gestern so viele Millionen Menschen ermordet haben, sind wir heute verpflichtet, den Überlebenden unserer Gräuel zu erklären, wie sie sich gegen die Mörder von heute zu verteidigen haben, schließlich kennt sich keiner mit Kriegsverbrechen besser aus als wir."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 15.05.2025 - Medien

Ist es "rechts", wenn Nius das AfD-Gutachten publiziert: Nein, konstatiert Ronen Steinke auf der SZ-Medienseite. Ob man das Gutachten selber veröffentlicht hätte? Was das betrifft herrscht "in vielen Redaktionen, auch der SZ, Vorsicht und Zurückhaltung vor...  wer weiß, ob nicht in dem Verfassungsschutz-Volltext doch Spionagedetails versteckt sind, die Menschen in Gefahr bringen oder Persönlichkeitsrechte verletzen könnten? Nun, da das Gutachten in seiner Gänze eingesehen werden kann, bei Medien, die diese Bedenken nicht so sehr haben - weil es, wie Cicero-Autor Mathias Brodkord mutmaßt, bei der Heimlichtuerei bloß darum gehe, den Verfassungsschutz 'vor einer kritischen Öffentlichkeit zu schützen' -, ist es eine Frage des öffentlichen Diskurses, wie man mit dem Inhalt umgeht. Und ob man sich der Deutung anschließt, die etwa Nius und Junge Freiheit rasch verbreiteten: Das sei doch alles arg dünn und substanzlos, was der Verfassungsschutz da über die AfD behaupte. Oder ob man es anders sieht."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 13.05.2025 - Medien

Der Protest gegen Trump findet statt, die inländischen und ausländischen Medien nehmen ihn nur nicht wahr, so die New Yorker Aktivistin Alice Hu im SZ-Interview mit Andrian Kreye. "Ich glaube, die Medien der Mitte, auch der linken Mitte, haben ihre eigenen Vorstellungen von der Welt und an denen möchten sie festhalten. Und seit ein paar Monaten gibt es das Narrativ: Wo ist der Widerstand geblieben? ... Ich glaube, die Elitemedien lieben es, sobald sie ein Narrativ haben, das klug klingt, das einfach weiterzuverbreiten. Auch wenn es Beweise gibt, die dem widersprechen. Und ein Narrativ ist eben, dass die Proteste bei dieser Trump-Regierung nicht so stark sind wie beim letzten Mal." Als Beispiel für dieses "Underreporting" nennt Hu den New Yorker Klimamarsch, der von 10.000 Demonstranten auf 80.000 anwuchs und in einen Anti-Trump-Protest umschlug. Weitere Beispiele für ihre These nennt Hu nicht.

9punkt - Die Debattenrundschau vom 12.05.2025 - Medien

"Wie kann es sein, dass ein einst angesehener Schweizer Journalist heute Machthabern wie Putin nach dem Mund redet?" In der SZ fragt Timo Posselt, wie es eigentlich dazu kam, dass sich der Chefredakteur der Schweizer Weltwoche Roger Köppel, der seit dem Beginn des Ukrainekriegs durch eine extrem russlandfreundliche Ausrichtung auffällt, zu einem Putin-Propagandisten entwickelt hat (unser Resümee). Begonnen hat wohl alles in Berlin: "Wie die Schweizer Wochenzeitung WOZ recherchierte, schloss Köppel in Berlin nicht nur mit dem ehemaligen Bundeskanzler und späteren Gazprom-Lobbyisten Gerhard Schröder Bekanntschaft, sondern auch mit dem damaligen russischen Botschafter in Berlin, Wladimir Kotenjow. Dieser schmiss rauschende Partys in der Hauptstadt, bei seinen Bällen in der russischen Residenz Unter den Linden waren neben Schröder auch etwa der später ebenfalls für Gazprom tätige Franz Beckenbauer oder der damalige FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle regelmäßige Gäste."
Stichwörter: Köppel, Roger, Gazprom