"
Gute Nacht,
Demokratie", ruft Martin Andree auf den Medienseiten der
FAZ mit Blick auf das Sondierungspapier von CDU und SPD, denn die
Abhängigkeit von US-
Digitalmedien und Infrastrukturen werde kaum thematisiert. "Wir leben in einer
digitalen Besatzungszone", so Andree. Längst "gehöre" den USA "durch ihre oligopolistischen Plattformen unsere politische Öffentlichkeit in der digitalen Sphäre - und das ist nichts weniger als die künftige Grundlage unserer Demokratie. Der Wahlkampf hat gerade gezeigt, dass die USA diese Plattformen einsetzen, um Wahlen für ihre Interessen und politischen 'Partner' (die AfD) zu beeinflussen. Nicht genug damit - es sind dieselben Tech-Unternehmen, die auch die
digitalen Infrastrukturen kontrollieren. Das Ausmaß der Abhängigkeit ist schwindelerregend. Riesige Mengen sensibler Daten, aus Unternehmen, Behörden und Verwaltungen, liegen bei den großen US-Cloud-Providern, bei Amazon (AWS), Microsoft (Azure) und Google (GCP). Dieselbe Situation herrscht vor bei Office-Software mit dem Quasi-Monopol von MS Office (Microsoft)."
In der US-amerikanischen Medienlandschaft hat sich ein neuer
radikalisierter Mainstream etabliert, hält der Amerikanist
Johannes Völz bei
SpOn fest: "Ein paar Zahlen genügen, um die
Dominanz rechter Medien zu veranschaulichen: Im Februar erreichte
Fox News zur besten Sendezeit durchschnittlich rund drei Millionen Zuschauer. Der liberale Gegenspieler
MSNBC brachte es auf gut eine Million,
CNN lag bei gerade einmal 500.000 Zuschauern. Die Übermacht des konservativen Murdoch-Senders fällt im Vergleich zu den 'neuen Medien' allerdings kaum ins Gewicht.
Joe Rogans Podcast mit Donald Trump kurz vor der Präsidentschaftswahl erreichte innerhalb einer Woche allein auf YouTube mehr als
40 Millionen Zuschauer. Als Kamala Harris bei
Fox News zum viel beachteten Fernsehinterview antrat, schauten im Vergleich dazu schlappe 8 Millionen zu, auf YouTube kamen noch einmal sechseinhalb Millionen hinzu. Zu den unmittelbaren Abrufzahlen der Podcasts kommen Zweitverwertungen in den sozialen Medien: Amateure wie professionelle Firmen schneiden die oft stundenlangen Interviewsendungen
zu kurzen Clips zusammen, damit diese sich im Netz verbreiten. Laut einer Umfrage des Pew Research Center vom vergangenen September nutzen in den USA 78 Prozent der 18- bis 29-Jährigen soziale Medien als Nachrichtenquelle."
Der Journalist Jörg Reichel, der "propalästinensische" Demonstrationen begleitet, ist mehrfach angegriffen worden - jüngst in einem Café außerhalb einer Demonstration. Die "propalästinensischen" Aktivisten merken sich offenbar Gesichter und rufen zu Angriffen auf. "Autoren und Journalisten müssen seit dem 7. Oktober 2023 damit rechnen, dass sie in bestimmten Stadtteilen auf offener Straße angegriffen werden",
sagt Reichel im Gespräch mit Imanuel Marcus von der
Jüdischen Allgemeinen. "Für Journalisten, die für pro-israelische oder jüdische Publikationen schreiben, ist der Aufenthalt in bestimmten Stadtteilen und bestimmten Cafés mit einem hohen Risiko verbunden. Wir reden hier neben Kreuzberg, Friedrichshain von Neukölln und teilweise vom Wedding. Ich selber bin oft in der Sonnenallee gewesen und habe dort eingekauft. Das würde ich heute nicht mehr tun und bestimmte Teile der
Sonnenallee meiden."