Könnte Trump sich
an den Medien rächen, wie er es gedroht hat? Wenn er an große Brocken wie
CNN heran will, einen Sender, der praktisch die ganze Zeit nichts anderes macht, als über Trump zu berichten, muss er die
Aufsichtsbehörde FCC kapern, berichtet Nina Rehfeld in der
FAZ: "Seit ihrer Gründung vor neunzig Jahren ist die FCC eine
unabhängige Behörde - und genau hier setzt Trump an. Er will die FCC und andere unabhängige Behörden nämlich seiner direkten Kontrolle unterstellen. Die derzeitige Vorsitzende der FCC, Jessica Rosenworcel (ihre Amtszeit endet im Juni, den Nachfolger ernennt der Präsident), reagierte auf den Plan scharf: Trumps Ideen seien eine 'Bedrohung für die freie Rede, sie sind ernst zu nehmen und sollten nicht ignoriert werden.'" Es gibt noch andere Schikanen, die möglich sind, so Rehfeld: die Presse mit
Prozessen überziehen, den
Quellenschutz zerstören, Prüfungen durch
Steuerbehörden.
Leider ohne Beispiele zu benennen, behauptet der amerikanische
Autor Joshua Cohen im
SZ-Gespräch mit Felix Stephan, dass manche Medien schon anfangen
sich zu arrangieren: "Es gibt Medien, die sich tatsächlich entschuldigen müssten. Und zwar jene Medien, die monatelang
vor dem Faschismus gewarnt haben und die jetzt am Morgen nach der Wahl sagen: 'Andererseits...' Wenn Sie wirklich glauben, dass jemand ein Faschist ist, haben Sie zwei Optionen: ihn umzubringen oder sich selbst. Oder vielleicht das Land verlassen. Wir aber erleben jetzt Medien, die monatelang von Faschismus reden und sich
von einem Tag auf den anderen in dem Regime einrichten."