Auch deutsche Kooperationspartner von
Meta müssen sich nach
Mark Zuckerbergs Ankündigung, auf Faktenchecks verzichten zu wollen, auf Änderungen einstellen, schreibt Christian Meier in der
Welt: "Die D
eutsche Presse-Agentur (
dpa) ist für Meta einer der wichtigsten Faktenchecker. Im Jahr 2019 wurde die größte deutsche Nachrichtenagentur Mitglied des Fact-Checking-Programms von Facebook. (…) Auf
Welt-Nachfrage heißt es bei
dpa: '
dpa ist weiterhin Faktencheck-Partner von Meta. Wir haben einen laufenden Vertrag, zu dessen Details wir uns allerdings nicht äußern können.' Nach eigener Auskunft arbeiten
rund dreißig Personen im Team, seit 2019 habe man für den Auftraggeber mehr als 8.000 Faktenchecks erstellt. In einer gerade erschienenen Geschichte der
dpa (Hans-Ulrich Wagner, 'Im Dienst der Nachricht', Societäts-Verlag) werden die Fact-Checking-Aktivitäten der
dpa als 'lukratives Geschäftsmodell' bezeichnet, neben Deutschland biete die
dpa auch Überprüfungen in den Niederlanden, in Belgien, in Luxemburg, Österreich und der Schweiz an. Neben der
dpa ist
Correctiv der wichtigste Kooperationspartner von Meta in Deutschland, und das bereits seit 2017."
Viele Journalisten sind im Gaza-Krieg von den Israelis getötet werden. Die Frage ist allerdings, wer ein Journalist ist,
schreibt Nicholas Potter in der
taz, der auch mit dem amerikanisch-palästinensischen Experten Ahmed Fouad Alkhatib gesprochen hat. Die israelische Armee schreibt zum Beispiel, dass die sechs Personen, die sie am 26. Dezember in einem Pressebus getötet hat, dem Islamischen Dschihad (PIJ), also einer Terrororganisation angehörten. Terroristen wird überdies in Hamas-nahen Medien
ein Alias gegeben: "Ob
Al-Quds Today überhaupt als journalistischer Sender gilt, bleibt fraglich. Er bietet regelmäßig Funktionären des PIJ eine Plattform, verbreitet die Ideologie der Terrororganisation. ... Reporter ohne Grenzen hat den Fall deshalb nicht in seine Statistik aufgenommen, heißt es. 'Doch es gibt auch eine
große Grauzone', sagt Alkhatib. Kämpfer der Hamas und des PIJ würden auch Doppelleben führen, als Bauarbeiter, Lehrer oder eben Journalisten. 'So kann man nicht einfach und endgültig sagen, ob jeder dieser fast 200 Getöteten Journalisten oder Terroristen gewesen seien.' Alkhatib fragt sich, wo man die Grenze zieht."
In einem gestern von uns
Zeit-Artikel kommen Anne Hähnig und Marc Widmann auf die
Correctiv-
Recherche zum
Potsdamer Treffen vor einem Jahr zurück (unsere
Resümees), der im Nachhinein unsauberes Arbeiten vorgeworfen wurde. Die
Zeit hat mit
Correctiv-Redakteuren sowie mit Teilnehmern des Treffens gesprochen. Die Kritik drehte sich vor allem darum, ob in Potsdam tatsächlich die
Vertreibung von Millionen Menschen, auch mit deutschem Pass, aus Deutschland geplant worden sei. "Fragt man
Jean Peters, den Haupt-Rechercheur des Artikels, ob das Wort 'Vertreibung' bei dem Treffen jemals gefallen sei, zögert er kurz. Und sagt dann: Nein. 'Aber natürlich war es gemeint.' Was aus
Correctivs Sicht in Potsdam gemeint gewesen sei, nimmt in dem Text viel Raum ein. Was tatsächlich gesagt wurde, wird dafür an den entscheidenden Stellen nur sehr knapp wiedergeben. Dass die Journalisten den Text so aufgeschrieben haben, lässt sich vielleicht damit erklären, welchen Anspruch
Correctiv an sich selbst stellt: Das als gemeinnützig eingestufte Medienhaus legt großen Wert darauf, dass seine Recherchen
eine Wirkung entfalten." Proftiert hat letztlich
Martin Sellner, mit dem die
Zeit für ihre Recherche ebenfalls gesprochen hat: "Seine Bücher hätten sich zuletzt richtig gut verkauft, sagt er. Und über 'Remigration' werde nun ständig diskutiert. Viel spricht dafür, dass sich Sellner in Potsdam für seine Verhältnisse
noch zurückgehalten hat."