Heute wird das brandenburgische Oberlandesgericht entscheiden, ob die
Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e. V. (KdFSM) Religionsstatus hat,
berichtet Laura Weigele in der
taz. Bisher hat die junge Religion nur einen Tempel in Templin. Die religiösen Zeremonien weisen gewisse Ähnlichkeiten mit bekannten Praktiken auf: "Bruder Spaghettus legt den Gläubigen
ein Spaghetto in den Mund. Danach trinkt jeder einen Schluck Bier aus einem Kelch. Die Gläubigen verhaken ihre Daumen miteinander, die Handflächen zeigen zur Brust. 'Ramen'', sagen sie im Chor und
wackeln mit den Fingern. Nach fünfzehn Minuten beendet Bruder Spaghettus die Messe mit dem Monsterunser: '… denn dein ist die Soße und der Käse und die Fleischklößchen in Ewigkeit. Ramen.'" Die Kirche war übrigens ursprünglich in den USA von einem Wissenschaftler gegründet worden, der sich gegen den in Schulen immer häufiger gelehrten
Kreationismus wehrte.
Vielleicht sollte die Kirche auch in der
Türkei missionieren. Dafür spräche jedenfalls der neue
Lehrplan türkischer Schulen, den ebenfalls in der
taz Ezgi Karatas
vorstellt: "Er sieht eine reduzierte Stundenzahl in Naturwissenschaften, Philosophie und Kunst vor, ganze Themenblöcke wie
die Evolutionstheorie kommen darin nicht mehr vor."
Und in Israel. In der
FAZ schildert Joseph Croitoru die
religiöse Indoktrinierung von Schulkindern, die durch das Erziehungsministerium vorangetrieben wird, das seit 2015 Naftali Bennett von der Siedlerpartei "Das Jüdische Heim" leitet.
Säkulare Eltern wehren sich jetzt dagegen, dass in Schulbüchern häufig die Einhaltung religiöser Gebote angemahnt wird: "Die Schulbücher suggerieren zudem, dass die weltlichen Schüler den religiösen aufgrund ihrer Lebensweise
moralisch unterlegen sind. Entsprechend werden die Mitglieder einer säkularen Familie als
Egozentriker gezeichnet, die aufeinander kaum Rücksicht nehmen - ganz anders als ihre orthodoxen Pendants, die sich hilfsbereit und rücksichtsvoll zeigen."