Angesichts des wachsenden
Antisemitismus nicht nur an amerikanischen, sondern auch an
deutschen Universitäten begrüßen die Soziologin
Karin Stögner und der Politikwissenschaftler
Lars Rensmann auf den Geisteswissenschaften der
FAZ den im Dezember 2023 verabschiedeten Aktionsplan gegen Antisemitismus und Israelfeindlichkeit der Kultusministerkonferenz, der Universitäten zu einer klaren Positionierung gegen jegliche Form des Antisemitismus aufruft und sich dabei auf die
IHRA-Definition bezieht: "Die KMK sollte beim Wort genommen werden, dem auch Taten zu folgen haben. Um Antisemitismus an Hochschulen bekämpfen zu können, braucht es vermehrt Forschungen zu jenen modernisierten Formen des Antisemitismus im Kontext
rabiater Israelfeindschaft, die an Universitäten und im künstlerischen Milieu zuvörderst relevant sind. Tatsächlich gibt es in Berlin mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung eine hoch dotierte wissenschaftliche Institution, die sich genau dem widmen sollte. Stattdessen lehnt der amtierende Direktor
Uffa Jensen die IHRA-Definition seit Jahren ab, gerade weil mit ihr Formen der Israelfeindschaft als Antisemitismus benannt werden können. Damit redet er jenen Wegbereitern eines universitären Antisemitismus das Wort, die wie
Judith Butler behaupten, die Opfer des Hamas-Pogroms seien nicht Juden, sondern Israelis gewesen, weshalb dies keine antisemitischen Gewalttaten seien."
Eine Koalition aus jüdischen Studierendenverbänden fordert die
Aberkennung des Adorno-Preises für
Judith Butler nach ihren Aussagen zu Israel (
unser Resümee). Butler will die Hamas unter anderem nicht als Terrororganisation ansehen und hält das Massaker vom 7. Oktober nicht für antisemitisch. Die
FR druckt ein kurzes Statement Butlers, in dem diese auf die Vorwürfe reagiert und beteuert, die Gewalt gegen israelische Zivilisten
nicht legitimieren zu wollen: "Ich bin gegen alle sexuellen Gewalttaten, Verletzungen und Morde, die seit dem 7. Oktober stattgefunden haben, einschließlich der grausamen Taten der Hamas, die ich unmissverständlich verurteilt habe und weiter verurteile."