
In den Fleischfabriken der USA häufen sich
Arbeitsunfälle jener Sorte, die man eigentlich in arbeitsrechtlich überwunden geglaubten Phasen des Kapitalismus verorten würde:
Reinigungskräfte ziehen sich bei ihrer Arbeit immer häufiger schwere Verletzungen zu - bis hin zum Verlust ganzer Gliedmaßen. Das hat unter anderem mit dem immer
schnelleren Arbeitsrhythmus zu tun, dem Outsourcing an hausfremde Firmen und damit, dass immer mehr
nachts gearbeitet werden muss. Betroffen sind vor allem
illegale Einwanderer, haben Peter Waldman und Kartikay Mehrortra
herausgefunden: "Zwar prüfen Fleischverarbeiter die Papiere derjenigen heute sehr genau, die sie in der Produktion anstellen. Immigranten geben jedoch an, dass es auch für Arbeiter ohne Papiere leicht sei, einen
Job in der dritten Schicht zu ergattern - und dies vor allem bei kleineren Fabriken oder bei Firmen, die auf die Reinigung solcher Fabriken spezialisiert sind. Zwar müssen in den USA alle Arbeiter einen Ausweis und eine Arbeitserlaubnis vorlegen, doch die Arbeitgeber sind nicht dazu verpflichtet, die Authentizität der Dokumente zu überprüfen. Sie sind nur dafür verantwortlich,möglichen Unstimmigkeiten nachzugehen, wenn die Regierung sie dazu anhält. Und am wichtigsten vielleicht: Alle Beteiligten wissen, dass die Ordnungskräfte
nachts keine Razzien durchführen. Die Reinigung outzusourcen, 'hat einzig mit Profit zu tun', sagt Tim Cox, der in North Carolina eine Beraterfirma leitet, die sich auf die Reinigung von Fleisch- und Geflügelfabriken spezialisiert hat. 'Es kostet einfach weniger Geld, jemanden ohne Papiere anzuheuern, der
von seinen
Arbeitsrechten keine Ahnung hat, als jemanden, der sich damit auskennt.'"
Facebook greift direkt ins politische Geschehen ein,
schreiben Lauren Etter, Vernon Silver und Sarah Frier. Dies geschieht mittels einer eigens eingerichteten Abteilung, die Politikern aus dem ganzen Spektrum gezielt Hilfestellung dabei leistet, das eigene Anliegen effizient zu lancieren oder eben auf die politische Meinungsbildung manipulativ einzuwirken. Geleitet wird diese Abteilung von
Katie Harbath, einer ehemaligen Strategin der Republikaner, die zuvor bereits
Rudy Giulianis erfolgreiche Kampagne 2008 leitete. "Seit Facebook sie drei Jahre später angestellt hat, reist ihr Team rund um den Globus, um politische Kunden dabei zu unterstützen, die mächtigen digitalen Tools der Firma zu nutzen. In einigen der größten Demokratien der Welt - von Indien über Brasilien bis nach Deutschland und dem UK - sind diese Mitarbeiter
de facto Kampagnenarbeiter geworden. Und wenn ein Kandidat erst mal gewählt wurde, springt die Firma mit auf den Zug auf, um
Angestellte der Regierung zu unterrichten oder technische Hilfestellung bei Livestreams offizieller Staatsevents anzubieten." (Etter hat erst vor wenigen Wochen
detailliert beschrieben, wie Facebook-Mitarbeiter dem heutigen Präsidenten der
Philippinen, Rodrigo Duterte, im Wahlkampf halfen)