Magazinrundschau - Archiv

Bloomberg Businessweek

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Magazinrundschau vom 24.10.2017 - Bloomberg Businessweek

Seit er aus dem Weißen Haus ausgeschieden ist, hat sich Steve Bannons Fokus hartnäckig auf die Außenpolitik gegenüber China verlegt, berichtet Joshua Green, der genau Buch darüber führt, welche Reisen nach Fernost der Rechtspopulist und Breitbart-Chef in den vergangenen Wochen unternommen, welche Vorträge er gehalten und welche Gespräche er geführt hat. Trotz markiger Wahlversprechen sei Trumps Umgang mit China zu lasch, meint Bannon. "Seine Versuche, die Republikanische Partei in Richtung Nationalismus zu lenken, sehen auch vor, Kandidaten zu harten Positionen gegenüber China zu bewegen, erklärt Bannon. 'Jeden Tag arbeiten wir daran, aus China ein großes Wahlkampfthema für 2018 und 2020 zu machen', sagt er. Egal, ob es Bannon gelingt, Trump zu überzeugen: Die Tage, an denen man die Republikaner für eine Partei des uneingeschränkten Freihandels halten konnte, sind wohl vorbei. 'Derzeit richtet sich die US-Politik auf Populismus und Isolationismus aus - und darauf, China aus guten oder schlechten Gründen in die Tonne zu treten', sagt Derek Scissors, der China-Experte des American Enterprise Institute. 'Wäre ich Goldman Sachs oder irgendeine andere große Bank, die ihre Deal-Pipelines verteidigen muss, würde ich mir Sorgen machen."

Magazinrundschau vom 26.09.2017 - Bloomberg Businessweek

Wem gehört eigentlich das Wasser auf der Erde? Eigentlich ein Commons, sollte man meinen. Also eine Ressource, die allen Menschen auf der Welt gehört. Nestlé sieht das offenbar anders. Der Schweizer Multi ist inzwischen weltweit der größte Händler mit Tafelwasser, schreibt Caroline Weber in Bloomberg Businessweek. In weiten Teilen der Welt ist Wasser oft verseucht - mit Spuren von Pestiziden, Hormonen, Medikamenten oder Antidpressiva. Dazu kommt die Klimaerwärmung. Einer Schätzung der Vereinten Nationen zufolge werden bis zum Jahr 2025 dreiviertel der Weltbevölkerung unter akutem Wassermangel leiden: "Nestlé hat sich seit Jahrzehnten darauf vorbereitet. Der fühere Chef des Unternehmens, Helmut Maucher, sagte 1994 in einem Interview mit der New York Times: 'Quellen sind wie Öl. Man kann problemlos überall eine Schokoladenfabrik bauen. Aber Quellen hat man entweder, oder man hat sie nicht.' Sein Nachfolger Peter Brabeck-Letmathe, der kürzlich in Rente gegangen ist, wurde stark kritisiert für eine Aussage, die er 2005 in einem Dokumentarfilm über die Kommerzialisierung von Wasser machte. Barbeck-Letmathe sagte:' Eine Einstellung vieler NGOs, die ich als extrem bezeichnen würde, ist die, dass Wasser ein Menschenrecht sei.... Die andere Sicht ist, das Wasser ein Lebensmittelprodukt ist. Und das es, wie jedes andere Produkt, einen Marktwert haben sollte.' Auf die empörten Reaktionen, die folgten, sagte Brabeck-Letmathe, die Aussage sei aus dem Kontext gerissen worden und dass auch er Wasser als ein Menschenrecht betrachte. Später schlug er vor, jeder Mensch solle 30 Liter Wasser am Tag zu seiner freien Verfügung haben, jeder weitere Liter sollte allerdings berechnet werden."

Magazinrundschau vom 23.05.2017 - Bloomberg Businessweek

Die EU sollte diesen Artikel in alle ihre Sprachen übersetzen und kostenlos verteilen! Samanth Subramanian vom amerikanischen Wirtschaftsmagazin Bloomberg Businessweek porträtiert unsere stählerne Wettbewerbskommissarin, die Dänin Margrethe Vestager, die es derzeit mit Google, Amazon, McDonald's, Starbucks aber auch jeder Menge nichtamerikanischer Multis aufnimmt. Letztes Jahr warf sie Irland vor, Apple illegale Steuervorteile eingeräumt zu haben und forderte 14 Milliarden Dollar Steuernachzahlung. "Laut Vestager unterscheidet sich der Apple-Fall im Prinzip in nichts von anderen Ermittlungen. Ihre Forderung an Apple leuchtete so hell auf, sagt sie, 'weil es eine große Summe ist und weil es eine Firma ist, die jeder kennt'. Keine Entscheidung wegen illegaler Beihilfe mündete jemals in einer so enormen Rückforderung. In einem Brief vom März 2016 an Vestager schrieb (Apple-Chef) Tim Cook, er sei besorgt 'um die Fairness dieser Verfahren'; als die Entscheidung verkündet wurde, legten Irland und Apple prompt Widerspruch ein. Bis zu einer endgültigen Entscheidung, die Jahre dauern kann, wird das Geld am Europäischen Gerichtshof hinterlegt. In der Zwischenzeit gibt es andere Untersuchungen. Die Wettbewerbsbehörde ermittelt, ob der Kauf von Monsanto durch Bayer für 66 Milliarden Dollar den Wettbewerb auf dem agrarchemischen Markt der EU lahmlegt. Vestager legt außerdem gerade letzte Hand an ihre Entscheidung über die die Steuern, die McDonald's in Luxemburg zahlt. Schon ihre Untersuchung hat McDonald's zu einer Reaktion gezwungen: im Dezember erklärte die Firma, sie wolle ihren Steuersitz nach Britannien verlegen."

Magazinrundschau vom 29.11.2016 - Bloomberg Businessweek

Der Medallion Fund gehört zu den ertragreichsten Hedgefonds der Welt - und zugleich zu den elitärsten: Gerade einmal 300 Menschen, die zugleich auch dessen Mitarbeiter sind, haben daran Anteile. Katherine Burton erklärt uns, wie diese "Geldmachmaschine" so erfolgreich werden konnte: Neben Know-How und analytischem Weitblick gründet dieser Erfolg vor allem auf einem State-of-the-Art-Computerpark - und Unmengen von Daten, die immer wieder aufs Neue perspektiviert und ausgewertet werden. Es geht darum, "Signale zu finden, die im Rauschen der Märkte verborgen liegen", heißt es. "Bei einer Konferenz im Jahr 2013 stellte einer der Geschäftsführer ein Beispiel vor (...): Als sie Bewölkungsdaten durchforsteten, stießen sie auf eine Korrelation zwischen Sonnentagen und steigenden Märkten zwischen New York und Paris. 'Es stellte sich heraus, dass der französische Markt bei bewölktem Himmel in Paris weniger steigefreudig ist als wenn die Sonne scheint', sagte er. Viel Geld wurde damit zwar nicht gemacht, da diese Beobachtung nur in etwas über 50 Prozent der Fälle gilt. Brown weiter: 'Die Sache ist die - wenn es Signale gibt, die sehr viel Sinn ergeben und sehr stark auspegeln, dann wären sie im Handel schon längst ausgereizt... Wir halten wirklich emsig, emsig Ausschau und wir haben, was weiß ich, 90 Ph.D.s in Mathe und Physik, die mit nichts anderem beschäftigt sind, als nach solchen Signalen Ausschau zu halten. Wir haben 10000 Prozessoren und die sind rund um die Uhr beschäftigt."

Magazinrundschau vom 15.03.2016 - Bloomberg Businessweek

Wenn man Robert Kolkers ausführlichem Hintergrundbericht glauben kann, sind nicht nur die digitalen Telefonnetze bemerkenswert anfällig dafür, von dritten Parteien zur Ortung von Individuen angezapft zu werden; die dafür erforderliche Hardware ist auch für Privatleute mittlerweile vergleichsweise erschwinglich und greifbar. Schon bald könnten nicht mehr nur staatliche Institutionen die Bevölkerung ausspionieren, sondern auch Menschen mit ganz anderen Erkenntniszielen: "Jedes Land weiß, dass es diesbezüglich verwundbar ist, aber niemand will das Problem aus der Welt schaffen - weil sie diese Verwundbarkeit ebenfalls für sich nutzen. ... Anders als bei der Auseinandersetzung zwischen dem FBI und Apple, treffen im Kampf um Netzwerkanfalligkeit nicht der öffentliche und der private Sektor aufeinander, sondern vielmehr der öffentliche auf sich selbst. ... 'Der nächste Schritt wird darin bestehen, dass diese Technologie allgemein zugänglich wird, wenn sie erstmal günstig genug ist', sagt Jennifer Lynch von der Electronic Frontier Foundation, 'Die Firmen werden immer darum bemüht sein, neue Märkte für ihre Technologien zu finden. Und es gibt viele Leute, die ihre Nachbarn ausspionieren wollen oder ihre Verlobten oder Freundinnen."

Magazinrundschau vom 30.06.2015 - Bloomberg Businessweek

Wohl kaum ein IT-Konzern dürfte derart aggressive Lobbyarbeit leisten und mit derart frecher Nonchalance auftreten wie die Taxi-App Uber im Kampf um neue, wichtige Städte auf der eigenen Service-Landkarte. So zumindest der Eindruck, der entsteht, wenn man Karen Weises Reportage darüber liest, wie Uber mit allen Mitteln um die Stadt Portland gebuhlt hat: "Obwohl Uber sich selbst als frischen Marktaufmischer in Szene setzt, meisterte das Unternehmen die alte Kunst der politischen Einflussnahme rasch. Im Lauf des letzten Jahres baute es eine der größten und erfolgreichsten Lobby-Truppen des Landes auf. Sie ist in fast jedem Landesparlament anwesend. 250 Lobbyisten und 29 Lobby-Firmen sind rund um die Haupstädte der Nation registriert, mindestens ein Drittel mehr als für Wal-Mart arbeiten. Gemeindelobbyisten nicht berücksichtigt. In Portland (...) waren es schlussendlich zehn eingetragene Leute, die im Namen Ubers sprachen. Im Rathaus wurden sie zu einer beständigen Kraft. Etwas in diesem Ausmaß haben sie noch nicht gesehen, berichteten Rathausmitarbeiter."

Magazinrundschau vom 16.06.2015 - Bloomberg Businessweek

Codes, Algorithmen, Programmieren, Apps entwickeln - Buzzwords, denen man im Zeitalter der Digitalisierung täglich begegnet. Doch was verbirgt sich dahinter? In epischen, aber äußerst unterhaltsamen 38000 Zeichen hat Paul Ford die Aufgabe auf sich genommen, der Welt zu erklären, was das eigentlich ist, "Code". Und was Algorithmen sind: Das ist nämlich ein Wort, "das Autoren verwenden, um smart zu erscheinen, wenn es um Technologie geht. Journalisten haben eine Neigung, über den "Facebook-Algorithmus" zu schreiben oder den "Google-Algorithmus", was im wesentlichen nicht akurat ist. Sie meinen Software. Algorithmen benötigen Computer auch nicht mehr als Geometrie es tut. Ein Algorithmus löst ein Problem und wenn er großartig ist, erhält einen Namen. ... Die schwerste Herausforderung beim Programmieren besteht darin, mit Aufgaben klarzukommen, die sich nicht berechnen lassen, also Wege zu finden, um unmögliche Aufgaben in möglichst kleine, mögliche Bestandteile zu zerlegen, um dann den Eindruck zu erwecken, dass der Computer etwas tut, was er in Wirklichkeit gar nicht tut, etwa eine menschliche Unterhaltung führen. ... Wenn Du mit Siri oder Cortana sprichst und sie Dir antworten, dann nicht, weil sie Dich verstehen. Sie verwandeln Deine Wörter in Text, zerlegen diesen Text in Symbole, gleichen diese Symbole dann mit denen in ihrer Begriffsdatenbank ab und erstellen dann eine Antwort. Tonnenweise Algorithmen, gebündelt und angewendet, bedeuten, dass Computer in der Lage sind, so zu tun, als würden sie Dir zuhören." Und passend dazu, ist das Cover der aktuellen Ausgabe hübsch nerdig ausgefallen.

Magazinrundschau vom 12.05.2015 - Bloomberg Businessweek

Spätestens seit Steve Jobs als eine seiner letzten Amtshandlungen ein gigantisches neues Apple-Hauptquartier in Auftrag gegeben hat, besteht zwischen den großen IT-Konzernen Apple, Facebook und Google ein Konkurrenzkampf, was die eigene architektonische Repräsentation betrifft, erklärt Brad Stone. Apple und Facebook haben mit Norman Foster und Frank Gehry zwar die größten Namen auf ihrer Seite, doch der kooperativ von Bjarke Ingels und Thomas Heatherwick erstellte Google-Entwurf ist der "radikalste", staunt Stone: "Das vorgeschlagene Design ... verabschiedet kurzerhand Türen. Er lässt tausende Jahre konventionellen Denkens über Wände hinter sich. Und über Stufen. Und Dächer. Im wesentlichen möchten sich Google und sein Mitbegründer Larry Page 60 Morgen Land um ihr Hauptquartier an der San Francisco Bay schnappen und darauf ein gigantisches menschliches Terrarium errichten. Dieses Video vermittelt einen Eindruck, wie man sich das vorstellen darf:



Der Norden Italiens, in den sechziger Jahren besiedelt von Tausenden hochspezialisierten Familienunternehmen, die von Skistiefel bis zu Autos handwerkliche Spitzenware hergestellt haben, verlor seit der Wirtschaftskrise etwa 17 Prozent aller Arbeitsplätze, erzählt Stephan Faris. Kleine Firmen, die mit der Massenproduktion aus Asien längst nicht mehr konkurrieren können, setzten jetzt auf 3D-Drucker: Ignazio Pomini, 27-jähriger Chef einer Automodell-Firma in Trient, erzählt Faris, wie er sich auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern mit Selvaggia Armani zusammengetan haben, einem Künstler und Designer. Jetzt entwerfen die beiden die avanciertesten Lampen: "Die Schönheit dieser Technologie liegt darin, dass du unmögliche Dinge bauen kannst", sagt er.

Magazinrundschau vom 28.04.2015 - Bloomberg Businessweek

Diese grässliche Kreuzfahrtindustrie hat noch schöne Tage vor sich. Costa, der italienische Gigant in diesem Sektor, und andere Reeder erschließen sich den chinesischen Markt. Christopher Beam ist auf einem Schiff von Costa mitgefahren und hat sich prächtig amüsiert: "Tai Chi ist überall schwierig, aber auf dem Schiff ist es noch viel schwieriger, wo das Schwanken der Wellen die Balance fast unmöglich macht... Als ich versuchte, die Bewegungen des Lehrers nachzuahmen, kippte ich fast vornüber, so wie die Amateure neben mir, inklusive einem Herren im kompletten Business-Anzug. Es sah aus wie Physiotherapie für Innenohr-Geschädigte. Die Szene war eine fast zu perfekte Metapher für die Herausforderungen dieser Industrie: Sie versuchen zu bieten, was die chinesischen Konsumenten wollen, aber nicht alles lässt sich auf ein Schiff übertragen."
Stichwörter: Kreuzfahrten, China

Magazinrundschau vom 27.01.2015 - Bloomberg Businessweek

Susan Berfield und Lindsey Rupp haben die sehr amerikanische Titelgeschichte von Aufstieg und Niedergang der Kleiderkette Abercrombie & Fitch zusammengetragen, die mit teuren Jeans und Karohemden in den neunziger Jahren hip war. Erfolg wie Niedergang waren mehr oder weniger das Werk von Michael Jeffries, der die Calvin-Klein-ähnliche leicht schwule Ästhetik um halbnackte Männermodels mit Sixpacks schuf, die die Werbung der Marke dominierten. "Jeffries schrieb auch das 29-seitige "Look Book" für das Verkaufspersonal. Frauen durften kein Make up oder Nagellack tragen. Schmuck war meist verboten. Auch Tätowierungen. Das Haar musste natürlich und lang sein. Männer durften keine Bärte oder Schnurrbärte haben. Als Gruß war einzig "Hey, what"s going on?" erlaubt. Filialmanager mussten einen Tag ihrer Woche auf dem Campus ihrer Städte zubringen, um Kids mit dem richtigen Look einzustellen." Jeffries, der mit seinen 70 Jahren weiterhin seinen Sixpack trainierte und sich mit Schönheits-OPs frisch hielt, wurde vor einigen Wochen abgesetzt und ist seitdem aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Stephan Faris erzählt in Businessweek mal wieder die Geschichte des immer autokratischeren Orban-Regimes in Ungarn. Einer der Aspekte: Wie der Privatsender RTL unter Dirk Gerkens, der noch unabhängige Nachrichten macht, durch eine Spezialsteuer schikaniert wird: "Gerkens schätzt, dass RTL 90 Prozent des Gesamtaufkommens dieser Steuer zahlen muss, obwohl der Sender nur einen Marktanteil von 15 Prozent hat. Wenn die Steuer bleibt, wird sie die Gewinne des Senders fressen. Gerkens sagt auch, dass er über Freunde und E-Mail Gewaltdrohungen bekommen hat. Seine Familie hat er bereits außer Landes gebracht, seine Wohnung zugunsten eines Hotels in Zentral-Budapest aufgegeben. "Hier ist nicht Russland oder Mexiko", sagt er. "Aber sicher ist sicher."" In dem Artikel erfahren wir auch, dass die USA längst Sanktionen gegen ungarische Politiker verhängt haben, während die EU aus Brüssel fleißig Rate um Rate überweist, ohne sie an Bedingungen zu knüpfen.